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Lindenstraße
Ärger um Abbruchhaus: Weg zu Hinterhof-Café gesperrt

Ärger um Abbruchhaus: Durchfahrt gesperrt
Ärger um Abbruchhaus: Durchfahrt gesperrt FOTO: jps
Krefeld. Schock für die Betreiber des beliebten Café Kosmopolit in einem Innenhof am Beginn der Lindenstraße: Anfang der Woche sperrte die Stadt die Einfahrt wegen der Baufälligkeit des Vorderhauses. Nun soll der Durchgang gesichert und das Café Freitag wieder eröffnet werden. Von Jan Popp-Sewing

Das eingerüstete Abbruchhaus an der Lindenstraße ist seit Jahren einer der Aufreger im Krefelder Innenstadtbild. Das Dach des leer stehenden Gebäudes ist bereits eingestürzt.

Als nun die Gefahr bestand, dass die Durchfahrt zum dahinter liegenden Hof durch den Verfall Schaden nehmen könnte, reagierte die Stadt und sperrte die Ein- und Ausfahrt.

Doch diese ist auch der Hauptzugang für Personal und Gäste des beliebten Café Kosmopolit. Das Café musste daraufhin schließen. Die Betreiber drängten die Eigentümer des Abbruchhauses, den Gang zu sichern, schließlich gehen ihnen nun jeden Tag Einnahmen verloren.

Das Problem: Das Abbruchhaus gehört einer sechsköpfigen, völlig zerstrittenen Erbengemeinschaft aus Krefeldern und Kölnern. Die Krefelder würden nach eigener Aussage liebend gern helfen, sie verweisen auf die Blockadehaltung der Kölner.

Die Café-Betreiber bekamen keine Reaktion der Eigentümer. Sie haben sich nun entschlossen, den Durchgang auf eigene Kosten - wohl an die  15.000 Euro - sichern zu lassen.

Dann könnte das Café schon am Freitag wieder öffnen. Das Geld wollen sie sich dann von der Erbengemeinschaft zurückholen. Niemanden würde es wundern, wenn das Thema bald auch die Gerichte beschäftigt.

Der Krefelder Zweig der Erbengemeinschaft ist nicht zu beneiden. Nach eigener Aussage wollten die Krefelder ihre Anteile den Kölnern bereits schenken. Das hätten diese abgelehnt.

Der Stadt haben die Krefelder bereits den Abriss des Gebäudes angeboten, dann entstünde eine Brachfläche, die zumindest keine Gefahr mehr für die Nachbarn wäre .

Die Kommune habe die Abbruch-Genehmigung jedoch nur für den Fall zugesagt, dass auch gleich der Bau eines neuen Gebäudes an alter Stelle gesichert gewesen wäre. Dazu hatte der Krefelder Zweig jedoch nicht die Mittel.

Aktuell versuchen die sechs Erben, sich vor Gericht in Form einer Teilungsversteigerung auseinander zu dividieren. Das Verfahren zieht sich. Es geht auch noch um ein Nachbarhaus. Auch weitere Verfahren sind anhängig.

Im Gespräch ist auch immer wieder eine Enteignung der untätigen Eigentümer. Das würde aber wohl auch wieder zu einem jahrelangen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang führen.

Die Grünen, die das Kosmopolit gern für Termine nutzen, machten jetzt durch kurzzeitiges Anbringen eines Transparents am Tor auf das Problem aufmerksam.

Aufschrift: "Eigentum verpflichtet".