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Die Nacht der Industriekultur in Moers: Extraschicht auf Schacht IV

Die Nacht der Industriekultur in Moers : Extraschicht auf Schacht IV

Wenn das Ruhrgebiet am 24. Juni wieder eine Extraschicht einlegt und die lange „Nacht der Industriekultur“ feiert, ist Moers der einzige linksrheinische Spielort: mit „Kohle, Kolonie und König Fußball“. Erstmals auf Schacht IV dabei: Didi Schacht.

Klingt so, als hätte sich der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein für Schacht IV ein Maskottchen ausgedacht, aber Dietmar „Didi“ Schacht heißt ja wirklich so. „Es wundert mich, dass ich jetzt erst das erste Mal dabei bin“, lacht Schacht - und als jemand, der beim MSV Duisburg und Schalke 04 als kampfstarker Malocher in Erinnerung ist, passt er natürlich ganz hervorragend hierher. Gemeinsam mit dem Bochumer Fußballbuchautoren Ben Redelings wird Schacht auf Schacht IV um 20 Uhr auf 60 Jahre Bundesliga zurückblicken und um 22 Uhr zum Fußballquiz bitten. Außerdem sorgt sein Imbisswagen mit „Currywurst blau-weiß“ für Verpflegung. Für Schwarz-Gelbe bzw. kulinarisch Andersfarbige: Die Ehrenamtlichen vom GMGV bieten Alternativen an ... Zum König Fußball kann sich hier auch jeder selbst krönen beim Fußballdart, am Kickertisch oder bei der Schussgeschwindigkeitsmessung. Unterstützung kommt von Trainer Jupp alias Patrick Dollas, legendärer Torjäger (-und darsteller ...) vom Schlosstheater Moers.

König Fußball ist aber ausnahmsweise nicht alles bei der Extraschicht auf Schacht IV. Es geht „mit Kumpel auf Kohle“ mit den Führungen „Maschinenhalle“ und „Tagesbetrieb“. Hier kommt man in Räume, die nur einmal im Jahr geöffnet sind - eben zur Extraschicht, wie Schacht-IV-Leiter André Thissen sagt: Lampenhalle, Schachthalle, Fördermaschinenhalle. Die Führung „Tagesbetrieb“ wird auch Erinnerungen an die legendäre Diskothek „PM“ wecken, „aber das Hauptaugenmerk liegt auf der Bergbaugeschichte“, so Thissen, etwa auch mit zahlreichen Fotos und einem dreiminütigen Film, der genau da projiziert wird, wo er 1956 aufgenommen wurde.

Erstmals dabei ist Tour drei: „Mit Kumpel durch Kolonie“. „Wir fahren nach Meerbeck“, so GMGV-Geschäftsführer Frank Heinrich. Ausgearbeitet hat die 45-minütige Busfahrt GMGV-Vorstand Winfried Scholten, der von der Integration der streng katholischen, kinderreichen slowenischen Bergleute berichten wird und davon, wie es angesichts der baugleichen Einfamilienhäuser auch schon mal zu Verwechslungen kommen konnte ...

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Für die Eröffnung um 18 Uhr mit traditionellen Tönen sorgt der Jugendspielmannszug vom Bergknappenverein Glückauf Geldern. Um 19 und 21 Uhr tritt das Duo Morgentau auf und dazwischen und danach gleich dreimal Joe Kiki aus Togo. Der Frauenchor „Witches of Pitches“ gibt um 23 Uhr ein Kerzenkonzert unterm illuminierten Fördergerüst und leitet nahtlos zum Höhenfeuerwerk über, das mit Fußballhymnen von „Bochum“ bis „We Are the Champions“ unterlegt wird. Und dann ist noch nicht Schluss. „Wir machen hier wirklich die komplette Schicht“, sagt Frank Heinrich, die Führung durch die Maschinenhalle etwa gibt’s bis 2 Uhr nachts.

Ein kleiner, aber feiner Standort sei der Schacht IV, so das Ergebnis der RTG-Besucherbefragung. „Hier trifft man noch echte Bergleute“ - nämlich in diesem Jahr ganze 25, darunter auch einige aus Kamp-Lintfort, weil’s dort diesmal keine Extraschicht gibt. 50 weitere ehrenamtliche Helfer kommen dazu am Schacht IV und, ganz wichtig, Bier und andere Getränke gibt’s zu Vereinspreisen, und wer seine Flasche mitnimmt, weil er mit dem Extraschicht-Shuttle zum Binnenschifffahrtsmuseum nach Ruhrort will, der darf das auch.