Krefelder CDU-Fraktion möchte Seidenweberhaus erhalten

CDU für Erhalt des Seidenweberhauses : „Wir haben dazu gelernt“

In Sachen Seidenweberhaus denkt die CDU-Fraktion um. Das markante Gebäude soll nicht mehr abgerissen, sondern für eine Nachnutzung erhalten bleiben.

„Wir haben dazu gelernt“, vermerkt Peter Vermeulen, planungspolitischer Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion.

Vor fünf Jahren hatte der Stadtrat den Beschluss gefasst, das baufällige Seidenweberhaus abzureißen. Auch die CDU stimmte damals dafür. Doch auf ihrer aktuellen Klausurtagung hat die Fraktion den damaligen Beschluss „hinterfragt“, wie Timo Kühn erklärt. Der CDU-Ratsherr, Bürgermeister und OB-Kandidat seiner Partei: „Ist es zu verantworten, ein Gebäude von gerade mal 60 Jahren als abgängig zu brandmarken“?

Schließlich sei die Situation heute eine andere als vor fünf Jahren. Umwelt- und Klimakrise legten nahe, mehr Gewicht auf Nachhaltigkeit zu legen und Bausubstanz zu erhalten. Ebenfalls seien inzwischen die Zinsen gestiegen und damit die erwartbaren Kosten.

Und Vermeulen ergänzt: „Das Seidenweberhaus hat auch eine stadtprägende Bedeutung“. Diese Bedeutung für die Krefelder Bürger hat Timo Kühn nicht zuletzt bei den vielen Karnevalsveranstaltungen wahrgenommen, bei denen Redner sich für den Erhalt des Gebäudes ausgesprochen und damit viel Applaus geerntet hätten. „Das sollten wir als Politik auch würdigen.“

Fazit: die CDU-Fraktion spricht sich dafür aus, den Abrissbeschluss von vor fünf Jahren aufzuheben.

Dieses Ansinnen sei aber nicht verknüpft mit der Frage pro oder contra Kesselhaus an Girmesgath, wo eine neue Veranstaltungshalle entstehen soll.

„Das Kesselhaus ersetzt das Seidenweberhaus nicht“, betont Vermeulen. Ein erhaltenes Seidenweberhaus könne vielen unterschiedlichen Nachnutzungen zugeführt werden. Es verfüge schließlich über mehrere kleine Säle, die sich beispielsweise für Ausschussitzungen eigneten. „Architekten können aus dem Haus etwas machen“, regt Peter Vermeulen eine eventuelle Wettbewerbsausschreibung an.

Dabei sollte das Haus in ein Gesamtkonzept der Innenstadt eingefügt werden. „Wir sollten in Quartieren denken“, fordert Vermeulen. Das Seidenweberhaus bilde zusammen mit Theater, Mediothek, Volksbank, AOK und weiteren markanten Standorten im Quartier eine städtebauliche Einheit. Diese gelte es zu entwickeln.

Mit ihren Plänen fühlt sich die CDU-Fraktion im Einklang mit einer neuen Stimmung in der Bevölkerung. Fraktionschefin Britta Oellers: „Als vor fünf Jahren der Abrissbeschluss fiel, gab es kaum Gegenstimmen in der Bevölkerung, heute schon.“