1. Krefeld

Jahresbilanz der Sparkasse Krefeld für 2023

Jahresbilanz der Sparkasse Krefeld : 2023 war ein Jahr der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen

Unternehmen in der Region investieren weniger, private Wohnungsbaukredite sind dagegen im Aufwind: Die Sparkasse Krefeld hat ihre Jahresbilanz für 2023 veröffentlicht.

Aus Sicht der Sparkasse Krefeld war das Jahr 2023 geprägt von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen. Die Normalisierung des Zinsniveaus sei die bestimmende Größe für das Anlageverhalten der Privatkunden und die Kreditnachfrage gewesen, teilt sie in ihrer Jahresbilanz mit. So stieg das Kreditvolumen um 175 Millionen Euro bzw. 2,8 Prozent. Zum Jahresende 2023 hatte die Sparkasse Krefeld Kundenkredite in Höhe von insgesamt 6,3 Mrd. Euro im Bestand. Über alle Kundengruppen hinweg, d.h. Privatpersonen, Unternehmen und Selbständige, Öffentliche Haushalte und Sonstige, zahlte die Sparkasse Krefeld neue Kreditmittel in Höhe von 884 Mio. Euro aus.

Der Bestand gewerblicher Kredite an Unternehmen und Selbständige stieg leicht um 47 Mio. Euro auf ein Volumen von 2,74 Mrd. Euro. Das sind ca. 1,7 % mehr als im Vorjahr. Hinter dieser Entwicklung verbergen sich Neuzusagen von 398 Mio. Euro. Dabei habe man allerdings bei den Gewerbetreibenden in der Region eine ausbleibende Investitionsbereitschaft beobachtet. Dies sei auch ein Ergebnis der Verunsicherung in Bezug auf die wirtschaftlichen Aussichten: „Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel oder die eingeschränkte Kapitaldienstfähigkeit mit Blick auf das Zinsniveau sind nur einige Faktoren, die das Stimmungsbild prägen.“

Sehr zufrieden ist die Sparkasse dagegen mit der Entwicklung der Immobilienfinanzierungen: „Der Bestand privater Wohnungsbaukredite erhöhte sich um 91 Millionen Euro. Dies ist ausgesprochen positiv, da sich die Rahmenbedingungen für Eigennutzer und Investoren in Bezug auf Immobilienfinanzierungen im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert haben.“ Allerdings beeinflusse das bis zum Ende des 3. Quartals weiter gestiegene Zinsniveau, die Unsicherheiten aus der Regulierung der Energieträger für privat genutzte Immobilien und der daraus entstehende Modernisierungsbedarf mit zusätzlichen Belastungen in der Kapitaldienstfähigkeit die Nachfrage am Immobilienmarkt.

Der Markt für Neubaufinanzierungen sei aufgrund der stark gestiegenen Neubaukosten und der Unsicherheiten in den Lieferketten, in Verbindung mit den gestiegenen Kapitalmarktzinsen, fast vollständig zum Erliegen gekommen: „Während sich die Preise für den Neubau eines selbstgenutzten Einfamilienhauses deutlich erhöhten, sanken die Preise bei Bestandsimmobilien im Segment der Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen im Geschäftsjahr 2023 deutlich um ca. 15 Prozent.“ Durch den weiterhin hohen Wohnungs- und Modernisierungsbedarf hoffe man auf eine Stabilisierung der Immobilienkreditnachfrage: „Eine Tendenz, die wir bereits im 4. Quartal 2023 beobachten konnten.“

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Eine besondere Hilfe bietet die Sparkasse Krefeld den Menschen im Geschäftsgebiet an, die mit Grundwasserproblemen durch drückendes Wasser in ihren Häusern zu kämpfen haben: „Dazu haben wir ein Sofortkreditprogramm „Hochwasserhilfe“ über zunächst 10 Millionen Euro aufgelegt. Pro Familie können schnell und unbürokratisch bis zu 50.000 Euro für die Beseitigung der Schaden beantragt werden. Sicherheiten werden nicht verlangt und der Zinssatz ist mit 1,99 Prozent äußerst günstig und erleichtert, die Kosten für notwendige Renovierungen und Instandsetzungen zu tragen.“

Knapp 1.700 neue Kunden konnte die Sparkasse Krefeld im Jahr 2023 für das Wertpapiergeschäft gewinnen. Zum Jahresende wurden rund 40.400 Wertpapierdepots (+4,3 %) betreut. Das Bestandsvolumen lag mit 2.813 Millionen Euro fast eine halbe Milliarde über dem Vorjahreswert. Im Zuge der gestiegenen Zinsen legte der Bestand von Sparkassenbriefen und Inhaberschuldverschreibung spürbar zu: Die Eigenemissionen beliefen sich zum Stichtag 31.12.23 auf 489 Millionen Euro, was einem Zuwachs von fast 150 % entspricht. Das Kundenanlagevolumen bei der Sparkasse Krefeld, zusammengesetzt aus den Kundeneinlagen und den Kundenwertpapieren, stieg zum Jahresende leicht auf 10,19 Milliarden Euro an. Dies entspricht einem Wachstum von 42 Millionen Euro (0,4 %). Bei Teilen der Kundschaft sei die Sparneigung, aber auch die Sparfähigkeit allerdings inflationsbedingt gesunken: „Die Mittel, die während der Corona-Pandemie zurückgelegt wurden und uns in dieser Zeit einen starken Einlagenzuwachs bescherten, müssen von vielen Menschen jetzt sukzessive für die Kosten des täglichen Lebens verwendet werden.“

Insgesamt habe die Sparkasse Krefeld die starken wirtschaftlichen Belastungen, die aus der langen Phase des Null- und Negativzinsniveaus resultieren, gut verkraftet: „Der Jahresüberschuss konnte von 5,5 Millionen Euro auf 7,8 Millionen Euro gesteigert werden.“

Ein großes Thema waren im Jahr 2023 die Geldautomaten-Sprengungen. Trotz erheblicher Investitionen in Technik und Aufklärung habe man erneut sieben Angriffe und zwei verhinderte Versuche hinnehmen müssen, mit erheblichen Zerstörungen in Rheurdt, Sevelen, St. Hubert, St. Tönis, Schiefbahn, Breyell und Elmpt. Die Sprengungen der letzten beiden Jahre hätten leider gezeigt, dass die entstandenen Schäden an den Gebäuden dazu führen, dass diese Gebäude auf den Rohbaustand zurück- und danach wieder aufgebaut werden müssen, teilt die Sparkasse Krefeld mit: Neben den meist zerstörten Fassaden (Fenster, Türen) sei auch die Technik (Klima, Heizung, Elektro) sowie die Inneneinrichtung stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Zudem stelle die nach wie vor sehr angespannte Lage im Bausektor alle Bauherren vor große Herausforderungen: „Neben der grundsätzlich geringen Verfügbarkeit von geeigneten Handwerksbetrieben verzögern lange Lieferfristen die Fertigstellung. So sind beispielsweise im Gewerk Metallbau (Fenster und Türen) sechs Monate Lieferfrist nach einer finalen technischen Klärung normal, die Lieferfrist für Geldautomaten beträgt sogar mindestens neun Monate. Allein für die Beseitigung der Schäden aus den Sprengungen des Jahres 2023 veranschlagen wir über 2,3 Mio. Euro.“

Bereits in den Jahren 2022 und 2023 habe man erhebliche Investition in Höhe von 1,3 Mio. Euro in die Sicherheit der Automatenstandorte getätigt: „Insbesondere die Einfärbung der Geldscheine mit Tinte macht eine mögliche Beute für Täter wertlos. Die Sicherungsmaßnahmen werden dennoch laufend weiter verbessert. So rüsten wir unsere Standorte kontinuierlich auf, um ‚vor die Tat‘ zu kommen, das heißt, die Täter sollen daran gehindert werden, überhaupt erst Schäden verursachen zu können. Dies geschieht beispielsweise durch die Vernebelung der Vorräume bei illegalem Betreten sowie eine markante optische und akustische Abschreckung. Hierfür setzen wir zusätzlich ein Budget von 400.000 Euro ein.“

Die Eröffnung der neuen Geschäftsstelle im Traarer Ortskern soll noch vor Jahresende 2024 erfolgen. In dem Gebäude entstehen neben der Sparkassenfiliale auch 15 barrierefreie Zwei-, Drei- und Vierraumwohnungen von 57 bis 113 Quadratmetern, jeweils mit Terrasse oder Loggia: „Durch die Einhaltung der Standards eines Effizienzhauses 55 im Wohnungsbereich bietet das Gebäude Raum für zukunftsweisendes, generationenübergreifendes und nachhaltiges Wohnen.“

Am Vluyner Platz in Krefeld laufen derzeit der Abriss der alten Geschäftsstelle und die Vorbereitungen für die Errichtung eines Neubaus auf Hochtouren: „Wir planen an diesem für die Sparkasse sehr interessanten Standort eine moderne Filiale im Erdgeschoss und zusätzlich sechs Wohneinheiten zur Vermietung in den beiden oberen Geschossen.“ Die Sparkassenfiliale werde neben einem SB-Bereich mit drei Geldautomaten und einer selbstbedienten Tresoranlage über einen Service-Bereich für die Bedienung und Kurzberatung sowie einen Beratungsbereich mit fünf Büros für ausführliche Beratungsgespräche verfügen (gesamte Nutzfläche ca. 540 Quadratmeter). Die nach KfW-Standard 55 erstellten Wohnungen werden barrierefrei erschlossen und verfügen über Terrassen und Loggien. Zur Wärmeerzeugung dient eine Luft-Wärmepumpe. Zusätzlich wird eine PhotovoltaikAnlage auf dem Dach installiert.

Die Internetfiliale www.sparkasse-krefeld.de verzeichnete im Jahresverlauf 12,76 Mio. Besuche. Dabei rufen die durchschnittlich rund 35.000 Besucher mehr als 250.000 Seiten auf: „Das Online-Banking wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit.“ So hätten im Jahr 2023 weitere 10.000 Menschen das Online-Banking für sich entdeckt. Mittlerweile seien rund 154.000 Kundinnen und Kunden regelmäßig aktiv.

Seit vielen Jahren engagiert sich die Sparkasse, um die Bildung der Jugend in finanziellen Angelegenheiten zu verbessern. Umfragen zufolge wünschen sich 93 Prozent der Jugendlichen mehr Finanzbildung in der Schule. Sie bewerten ihren Informationsstand zu Finanzthemen mit einer Durchschnittsnote von nur 3,3. Gleichzeitig rede die „GenerationZ“ mehr denn je miteinander über Geld, vor allem in den Sozialen Medien.

Die Sparkasse Krefeld arbeitet seit langer Zeit mit weiterführenden Schulen zusammen. Besonders etabliert sind bekannte Formate wie das Planspiel Börse oder der Sparkassen SchulService. Seit 2011 bestehen zudem Schulpatenschaften mit 31 Schulen im gesamten Geschäftsgebiet, davon sechs Berufskollegs, sieben Gesamtschulen und 18 Gymnasien.

Als einer der größten Ausbildungsbetriebe und Arbeitgeber im beschäftigt die Sparkasse Krefeld (Stand Ende 2023) 1.368 Menschen in Voll- oder Teilzeit, darunter 81 Auszubildende.

Die insgesamt acht Sparkassenstiftungen in Krefeld und im Kreis Viersen weisen ein Stiftungsvermögen von 73,0 Millionen Euro aus. Im Jahr 2023 wurden sie mit insgesamt 2,5 Millionen Euro zusätzlichem Kapital ausgestattet. Mehr als 80 Projekte wurden mit einem Gesamtvolumen von 1.180.000 Euro gefördert. Aus Spendenmitteln wurden an Vereine und Institutionen rund 640.000 Euro vergeben. Im Frühjahr konnten sich mehr als 600 Vereine und gemeinnützige Organisationen über die Auszahlung der PS-Zweckertragsmittel aus der Lotterie PS-Sparen freuen. Die Sparkasse Krefeld unterstützte hier mit 710.000 Euro das Gemeinwohl. In das Sponsoring flossen ca. 688.000 Euro.

Darüber hinaus bietet die Sparkasse Krefeld Veranstaltungen an, etwa die Reihen „Geld und Haushalt“ und „Klüger gegen Betrüger“. Insbesondere letztere sei auf großes Interesse gestoßen: „In diesen insbesondere an Seniorinnen und Senioren adressierten Veranstaltungen ging es um Prävention gegen Betrüger: Schockanrufe, falsche Polizisten, Diebstahl, Betrug an der Haustüre, aber auch Datendiebstahl beim Online-Banking oder Kartenzahlungen. In fünf gemeinsamen Terminen mit der Krefelder Polizei konnten wir über 800 Personen sensibilisieren und vor Gefahren warnen.“