1. Krefeld

Fast verlorenes Kunstwerk wieder zu sehen

Zangs hinter dem Hauptbahnhof : Kunstwerk schlägt Brücke zu eigenem Ursprung

Ein fast verloren gegangenes Kunstwerk von Herbert Zangs ist wieder der Öffentlichkeit zugänglich. Es hängt am Neubau der Autobahn GmbH hinter dem Hauptbahnhof.

„Das passt richtig gut hierher“, blickt Thomas Ganz auf das blau schimmernde Kunstwerk an der Fassade des Neubaus hinter dem Hauptbahnhof. Der Direktor der Niederlassung der Autobahn GmbH und seine Kollegen werden in Kürze hier einziehen. Und jeder Passant, der vom Bahnhof auf den Willy-Brandt-Platz tritt, hat die Drahtplastik „Straßenvernetzungen“ ebenfalls in Sichtweite.

Das ist im Sinne der Krefeld-Werbung durchaus begrüßenswert. Denn das Kunstwerk stammt von Herbert Zangs, einem der bedeutendsten Künstler Krefelds. Der 2003 verstorbene Seidenstädter hatte die Plastik 1957 für das damalige Landesstraßenbauamt an der Grenzstraße geschaffen. Die vertikal-linearen Elemente symbolisieren das Ein- und Ausfädeln von Autos und LKW auf den Autobahnen. Die heutige Autobahn GmbH ist der Rechtsnachfolger des damaligen Straßenbauamtes.

Dass das Kunstwerk zum Neubau mit „umgezogen“ ist, verdankt die Stadt der Aufmerksamkeit von Dr. Gabriele König und ihren ehemaligen Mitarbeitern. Die bisherige Kulturbeauftragte der Stadt hatte im Zuge einer Umbaumaßnahme am alten Gebäude an der Grenzstraße das Kunstwerk vermisst und seinem Verbleib nachgeforscht. Nachdem es aufgefunden worden war, beauftragte Dr. König einen Metallexperten mit der Restauration. Die Kosten von 15.000 Euro trug die Stadt.

Nun hängt es wieder dort, wo es ursprünglich auch hingehörte: an die Fassade des Amtes, das für die Autobahnen zuständig ist. „Ich bin sehr froh, dass es wieder an der Öffentlichkeit ist“, sagt Dr. König. Und Oberbürgermeister Frank Meyer ergänzt: „Es schlägt eine wunderschöne Brücke von damals zu heute.“