Der Extra Tipp besuchte Florian Noever, den Wagenbauer des Krefelder Rosenmontagszugs, in seiner Lagerhalle: Jecker Zug: Kaiser Wilhelm und Meister Ponzelar ziehen mit

Der Extra Tipp besuchte Florian Noever, den Wagenbauer des Krefelder Rosenmontagszugs, in seiner Lagerhalle : Jecker Zug: Kaiser Wilhelm und Meister Ponzelar ziehen mit

Florian Noever baut seit 35 Jahren die Festwagen für den Krefelder Rosenmontagszug. Der Extra Tipp schaute sich in seiner Lagerhalle um, welche Motive die Jecken in diesem Jahr beim närrischen Lindwurm am 16. Februar erwarten dürfen.

Der Blick des guten alten Kaisers Wilhelms I. ist nach unten gerichtet. Er scheint alles andere als zufrieden zu sein. Kein Wunder: „Man hat ja gehört, dass die Sanierung des Kaiser Wilhelm-Museums immer teurer wird“, sagt Florian Noever augenzwinkernd. Eben jene Szenerie will der Wagenbauer des Krefelder Rosenmontagszugs am 16. Februar auf die Straßen der Stadt schicken. Vor dem Kaiser wird dann eine überdimensionale Spardose den Festwagen der Minister schmücken. Das Motto lautet „Selbsthilfe“.

Der Extra Tipp ist zu Besuch an der Vennikelstraße. Hier, in einer zugigen, kühlen Lagerhalle, bastelt Florian Noever seit Oktober an den Wagen, die Krefelds Jecke beim Rosenmontagszug sehen werden. Der gelernte Bildhauer ist seit nunmehr 35 Jahren für die künstlerische Gestaltung des närrischen Lindwurms verantwortlich. „Ich habe das quasi von meinem Vater übernommen“, erklärt er. Mittlerweile gebt es beim Bau immer mehr Auflagen. So muss beispielsweise jeder Wagen - der TÜV will es so - über eine feste Treppe auf der Rückseite verfügen. Brüstungshöhen, Vollverkleidung und weitere Details müssen beachtet werden. Spaß macht es Florian Noever, der in diesem Jahr von Felix Burandt unterstützt wird, dennoch. „Schade ist nur, dass wir hier in Krefeld so wenig politisch sind.“

Trotzdem: So ganz ohne Seitenhieb auf die Krefelder Politik geht es natürlich nicht. Dafür wird „Meister Ponzelar“ sorgen, der auf dem neuen Wagen der „1878er“ samt angekettetem Gewicht mitziehen wird. Der Nothaushalt als „Klotz am Bein“ ist allgegenwärtig - auch im Krieewelschen Fastelovend.

Besonders viel Arbeit steckte Florian Noever in den schmucken Festwagen des neu gegründeten Comitee Crefelder Carneval (CCC). Getreu dem Sessionsmotto „All onger een Kapp“ ragt vorne eine Narrenkappe - unter der später Pappmaché-Figuren - ein Clown, ein Tanzmariechen, ein Frack-Karnevalist sowie ein kostümiertes Kind - stehen werden. „Der vordere Teil des Wagens wird künftig jedes Jahr, passend zum jeweiligen Motto, neu gestaltet“, klärt Noever auf.

Während er für den Kaiser oder Ponzelar gut zwei Wochen benötigt, dauert der komplette Neubau eines Wagens gut 3,5 Wochen.

Morgen in zwei Wochen werden seine Kunstwerke durch die Stadt ziehen, und nicht nur Florian Noever wünscht sich dann eines: Einen Rosenmontagszug im Sonnenschein.

(City Anzeigenblatt Krefeld II)
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