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Haus der Seidenkultur ruft Modepreis an Pierre Cardin ins Gedächtnis
Pariser Haute Couture in Krefeld

Haus der Seidenkultur ruft Modepreis an Pierre Cardin ins Gedächtnis: Pariser Haute Couture in Krefeld
Hingucker: Pariser Haute Couture von Star-Modeschöpfer Pierre Cardin ist im Haus der Seidenkultur von heute an zu sehen. Zur Eröffnung der Ausstellung konnten die Kuratoren Ilka Neumann (r.) und Klaus Drenk (l.) die engsten Mitarbeiter von Pierre Cardin begrüßen: die Directrice de Haute Couture Maryse Gaspard (2.v.r.) und den Directeur de Service de Presse Jean Pascal Hesse (2.v.l.). FOTO: Müller
Krefeld . Dem Haus der Seidenkultur ist ein Coup gelungen: Star-Modeschöpfer Pierre Cardin stellt für die neue Ausstellung seine Pariser Kreationen zur Verfügung. Von Ernst Müller


Heute Vormittag um 11 Uhr eröffnet das Haus der Seidenkultur an der Luisenstraße 15 die neue Ausstellung "Pierre Cardin - 50 Jahre Goldenes Spinnrad".


Anlass: Vor einem halben Jahrhundert, am 25. November 1966, nahm der Pariser Modeschöpfer Pierre Cardin im damaligen "Krefelder Hof" die Auszeichnung "Goldenes Spinnrad" entgegen. Dies war nicht nur ein neu geschaffener Modepreis der Stadt Krefeld, sondern der erste deutsche Modepreis überhaupt.


Der mittlerweile 94-jährige Star-Couturier erinnert sich voll Rührung an diesen Moment. Dies beobachtete sein Pressedirektor Jean Pascal Hesse, der zusammen mit Modedirektorin Maryse Gaspard aus Venedig nach Krefeld gekommen ist, um die Ausstellung zu besuchen. "Monsieur Cardin wäre gerne selber gekommen", versichert Hesse, "aber sein zunehmendes Alter und wichtige Aufgaben halten ihn in Paris zurück."


Dass sich Cardin an die Preisverleihung in Krefeld so gut erinnern konnte, verdankt sich dem Engagement von Klaus Drenk und Ilka Neumann. Die beiden Kuratoren der Ausstellung waren im Vorfeld nach Paris gefahren und übergaben dem Cardin-Museum großformatige Fotos der damaligen Tage. "Wir konnten uns Schöpfungen von Cardin aussuchen, die jetzt hier in der Ausstellung gezeigt werden", freut sich Neumann.
Und diese Modellkleider haben es in sich: Wahre "Haute Couture" ist in den Räumen des Hauses der Seidenkultur zu bestaunen. Kleider, die Frauen sehnsüchtig werden und Männer staunen lassen; die aber natürlich auf unseren Straßen im Alltag kaum zu sehen sind. Ein Schmaus für Augen und Fantasie.


Desweiteren haben die Kuratoren große Fotoaufnahmen von der historischen Preisverleihung sowie Kronleuchter des Krefelder Hofes aufgestellt, um die damalige Atmosphäre authentisch einzufangen. Dazu trägt auch ein zeitgenössischer Film bei, den Pressesprecher Dieter Brenner im Archiv des WDR ausfindig machte.


Nicht zuletzt ist auch das Goldene Spinnrad selbst ausgestellt, gut geschützt in einer Vitrine.


Dies war übrigens nicht der einzige Preis, den Krefeld an Pierre Cardin vergab: 1994 verlieh der damalige Oberbürgermeister Willi Wahl dem inzwischen noch berühmteren Modedesigner auf der Größten Straßenmodenschau der Welt die Goldene Seidenschleife.