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Erschütternde Schicksale der NS-Zeit

Kempen (red). Mitten auf der Engerstraße sollte 1941 ein Galgen stehen. Ein polnischer Kriegsgefangener sollte gehenkt werden, nur weil er mit einer Magd getanzt hatte. Doch die Kempener wehrten sich. Von Alexandra Rottmann

Über die Schicksale von Kempener Nazi-Opfern informierte sich jetzt der Projektkurs „Verfolgung und Widerstand“ vom Thomaeum mit seinem Lehrer Dr. Johannes Vossen. Der Rundgang führte die jungen Leute unter der Führung des Kempener Historikers Dr. Hans Kaiser zu Orten, wo „Stolpersteine“ verlegt werden könnten, die in Kurzform an das Schicksal von Nazi-Opfern in Kempen erinnern. Besonders die Geschichte des Polen Marian Kurzawa erschütterte die Jugendlichen während ihres Rundgangs. Marian Kurzawa, 1914 geboren, war ein polnischer Kriegsgefangener, der auf dem Hof der Brüder Johannes und Jakob Nopper, Engerstraße 21, arbeitete. Als er es im Dezember 1940 wagt, mit einer deutschen Magd zu tanzen, denunziert ihn der Melker Josef Gessmann, ein Arbeitskollege. Die Bauern Nopper versuchen, ihn zu schützen, aber der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, ordnet an, Kurzawa vor seinem Hof, Engerstraße 21, zu hängen. Daraufhin kommt es zu empörten Äußerungen unter der Kempener Bevölkerung, und der Pole wird am 21. Juni 1941 nicht in Kempen, sondern im KZ Sachsenhausen bei Berlin erhängt.

Für weitere Gruppen, die sich für NS-Opfer und Kriegsopfer aus Kempen interessieren, steht Dr. Kaiser mit kostenlosen Rundgängen zur Verfügung. Informationen unter E-Mail: kaiserkamplade@online.de.

(StadtSpiegel)