Ingmar Stadelmann am 20. März in der Kulturfabrik: "Fressefreiheit"

Ingmar Stadelmann am 20. März in der Kulturfabrik: "Fressefreiheit"

Der Comedian Ingmar Stadelmann kommt am 20. März mit seinem neuen Programm "Fressefreiheit" in die Krefelder Kulturfabrik. Der ostdeutsche Stand-up Comedian entfesselt auch in seinem dritten Solo-Programm seinen intelligenten und schwarzen Humor und sorgt damit für beste Unterhaltung.

"Schneller als beim Ping Pong" (Altmark Zeitung), schonungslos und offenherzig badet Stadelmann im Pointen-Überfluss in Zeiten von Trump, Brexit, MeToo und Co., um gleichzeitig über unangenehme Wahrheiten und seine eigenen Ängste zu reflektieren.

Stadelmann spricht über Themen wie Meinungsfreiheit, absurde Erlebnisse mit dem Publikum, Europa, wie praktisch Klischees sind, und über seltsame sexuelle Vorlieben von Delfinen. Und er stellt Fragen, ohne zu antworten: Wenn man Menschen aus einem Land aussperren will, sperrt man dann die anderen automatisch ein? Wurde die Snooze-Taste in Guantanamo erfunden? Warum wissen Terroristen eigentlich wofür Europa steht, wir aber nicht? Wenn es linksversifft gibt, gibt es dann auch rechtsversifft, und warum sagt das niemand? Und wie erklärt er bloß seiner Freundin den Unterschied zwischen einem Spa-Wochenende und einem Spar-Wochenende? Dabei bleibt er seinem Motto treu: "Man kann gerne ein bisschen schlauer aus der Show gehen, als man reingegangen ist."

"Gute Comedy ist immer ein Abbild der Gesellschaft. Wie frei wir sind, erkennen wir daran, wie frei wir lachen! Und da ist leider die Facebookisierung des Abendlands in vollem Gang: Alles, was uns nicht gefällt, wird entliked. Wir setzen uns digitale Scheuklappen auf und leben in unserer gefilterten Blase. So haben wir es online gelernt, und so setzen wir es im echten Leben fort. Wir denken, es löst Probleme, wenn wir Menschen nicht mehr aus dem Mittelmeer vorm Ertrinken retten. Als würden die Probleme mit den Menschen ertrinken. Der Gag dabei: Einige halten ihre Blase für ein objektives Abbild der Realität. Dabei ist es in Wahrheit Zensur. Selbstzensur. Man will nicht hören, was einem nicht gefällt. Man will es abschalten. Aber das ist falsch. Wir sollten nichts weglassen, wir sollten über alles sprechen, über alles Witze machen, über alles lachen, über alles nachdenken."

Schon das Plakat, angelehnt an den russischen Performance-Künstler Pjotr Pawlenski, der sich tatsächlich gegen Apathie, politische Gleichgültigkeit und Fatalismus in Russland öffentlich den Mund zunähte, beweist: Bei Ingmar Stadelmann handelt es sich nicht um einen weiteren Mainstream-Spaßmacher.

Als Stadelmann 2012 mit seinem ersten Solo "Was ist denn los mit den Menschen?" startete, gefolgt von #humorphob, gab es dafür schon haufenweise Comedy-Preise: Er gewann den "NDR Comedy Contest", den "RTL Comedy Grand Prix" und den "Deutschen Comedypreis". Beim "Großen Kleinkunstfestival der Wühlmäuse" räumte er gleich Publikums- und Jurypreis ab.

Ingmar Stadelmann
Fressefreiheit

20. März 2019
Kulturfabrik, Dießemer Straße 13, Krefeld

Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr

Veranstalter: Rhein-Konzerte GmbH

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