KFC Uerdingen gegen den BVB: Kevin Großkreutz im Interview

Vorschau und Interview : Großkreutz wünscht sich heißen Tanz gegen seine alte Liebe

„Es wird ein geiles Spiel“, ist sich Kevin Großkreutz sicher, als er auf das DFB-Pokalspiel am kommenden Freitag (20.45 Uhr) zwischen dem KFC Uerdingen und Borussia Dortmund angesprochen wird. Sieht auch Trainer Heiko Vogel so, der von einer der „besten Mannschaften Europas spricht“ . Dennoch können sich die Schwarz-Gelben wohl auf einen heißen Tanz einstellen. Laut aktueller Information des KFC Uerdingen wurden über 30000 Tickets für das Spiel verkauft.

„Bei uns muss schon alles passen. Und Dortmund muss einen Tag erwischen, den sie lieber vergessen würden. Dann haben wir eine kleine Chance“, sagt Uerdingens Trainer Heiko Vogel im Hinblick auf das „Spiel des Jahres“ am Freitag. „Der BVB ist nicht nur eine der besten Mannschaften Deutschlands, sondern Europas“, stellt der KFC-Coach fest.

Dennoch herrsche im Team und dem ganzen Verein einfach nur Vorfreude auf diese besondere Begegnung - vor allem bei Kevin Großkreutz. Er wurde vom DFB zwar nachträglich für ein Vergehen vom letzten Wochenende vier Spiele gesperrt (“einfach eine unüberlegte Aktion von mir“, so Großkreutz), diese Strafe gilt allerdings nicht für den Pokal.

Uerdingens „Aggressive Leader“ kann gegen „seine“ Borussia also dabei sein und gibt im Gespräch mit dem ExtraTipp und StadtSpiegel einen Einblick in seine Gemütslage.

Herr Großkreutz, wie ist die aktuelle Gefühlslage? Einfach nur Vorfreude auf das Spiel am Freitag?

Kevin Großkreutz: Ja natürlich. Ich freue mich riesig auf die Begegnung, es weiß ja jeder, dass es für mich ein besonderes Spiel ist. Im und um das Team des BVB kenne ich noch so viele Leute, gefühlt kenne ich jeden 2. Dortmund-Fan auf der Tribüne. Auch meine Tochter (Er ist Vater von zwei Töchtern, Anm. d. Red.) ist durchgedreht…..

Grassiert zu Hause also das Pokalfieber?

K.G.: Scheinbar (lacht) Sie war bei ein paar Terminen dabei und bekommt viel mit. Die ganze Woche ist sie rumgelaufen und hat BVB-Lieder gesungen. Sie kennt auch meinen Kumpel Marco Reus und ein paar andere Jungs. Sie ist zwar noch sehr jung, aber schon total fußballverrückt, das bleibt in unserer Familie auch nicht aus.

Sie haben lange für den BVB gespielt und sich zu 100 Prozent mit dem Klub identifiziert. Fällt es da auch ein bisschen schwer gegen die „alte Liebe“ anzutreten?

K.G.: Nein. Natürlich ist das eine besondere Situation. Aber ich bin Spieler des KFC Uerdingen und werde alles dafür tun, dass wir erfolgreich sind. Vor und nach dem Spiel ist es was anderes, aber in den 90 Minuten kenne ich keine Freunde.

Auf wen freuen Sie sich denn besonders?

K.G.: Vorher gab es natürlich schon einigen Kontakt persönlich oder per Telefon. Ich freue mich auf alle mit denen ich zusammengespielt habe. Und Marco Reus habe ich gesagt, dass er extra große Schienbeinschoner anziehen soll (lacht).

Der BVB ist Vizemeister geworden, hat letzte Saison tollen Fußball gespielt. Wie wollen Sie den Favoriten stoppen?

K.G.: Das geht nur, wenn alle arbeiten, arbeiten, arbeiten. Gegen eine Mannschaft wie Dortmund kannst du nur bestehen, wenn du dich zerreißt, enorm viel Laufspiel betreibst und natürlich ein bisschen Glück hast.

In Großaspach hat der KFC wieder in Unterzahl Moral bewiesen. Reicht das auch gegen eine Top-Mannschaft wie den BVB?

K.G.: In so einem Spiel muss natürlich alles zusammenpassen. Wir haben zum wiederholten Mal in dieser noch jungen Saison gezeigt, dass wir ein Team sind, jeder für jeden einsteht und wir eine tolle Moral in der Truppe haben. Wir haben fast 130 Minuten in Unterzahl gespielt, da kann man nur den Hut vor den Jungs ziehen.

Beim BVB waren Sie einer der jüngeren Spieler, jetzt gehören Sie zu den älteren. Haben Sie sich auch charakterlich verändert?

K.G.: Rein charakterlich habe ich mich überhaupt nicht verändert. Aber es ist ja klar, dass man einige Dinge etwas anders sieht, wenn man älter wird und Vater geworden ist. Wenn du dann nach Hause kommst und dich deine Tochter nach einer Niederlage in den Arm nimmt, dann weißt du was wirklich wichtig auf der Welt ist.

Ist es da auch normal, dass man automatisch mehr Verantwortung übernimmt?

K.G.: Ja, ich finde schon. Und das lebe ich beim KFC auch vor. Die Jungen können von der Erfahrung profitieren und gerade wenn es mal nicht läuft, dann muss man als älterer Spieler auch mal den Kopf hinhalten, um die anderen zu schützen.

Freitag sind definitiv mehr Fans im Stadion als bei normalen Heimspielen, die Partie wird live im TV übertragen. Die beste Chance für Eigenwerbung also. Warum sollten die Zuschauer auch am 17. August gegen Ingolstadt ins Stadion kommen?

K.G.: Ich finde es super, dass uns so viele Leute im Stadion unterstützen werden. Wir haben eine überragende Truppe mit einer guten Mischung aus jungen, hungrigen Spielern und älteren Jungs mit Erfahrung. Was ich garantieren kann ist, dass wir uns zu 100 Prozent zerreißen werden. Wir wollen einen heißen Tanz bieten und das Spiel so lange wie möglich offen halten. Das werden die Fans auch merken.

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