Aufstieg? DFB-Pokal-Quali? Konsolidierung?: KFC muss nun das Ruder herumreißen

Aufstieg? DFB-Pokal-Quali? Konsolidierung? : KFC muss nun das Ruder herumreißen

Nicht nur die Ergebnisse der letzten Spiele, auch die Art und Weise wie sich das Team des KFC Uerdingen präsentierte, sorgte für Frust. Statt weiter mit allen Mitteln am Durchmarsch festzuhalten, sollte nun eher die Qualifikation für den DFB-Pokal und die Konsolidierung der Strukturen ins Auge gefasst werden

Es war frustrierend, was nicht nur die Zuschauer an den Bildschirmen, sondern vor allem die mitgereisten Anhänger am vergangenen Samstag in Großaspach geboten bekamen. Zumindest ein Teil der Fans in der Mechatronik-Arena machte seinem Unmut nach der 2:3-Pleite (ein Punkt aus fünf Spielen) im direkten Gespräch mit einigen Spielern des KFC Uerdingen Luft.

Unter anderem René Vollath und Maximilian Beister scheuten sich nicht, sich am Gästeblock den Fragen und Vorwürfen zu stellen. Wohlweislich, dass der Auftritt des eigenen Teams zu wünschen übrig ließ. "Wir haben hier klar gesehen, was Drittligafußball bedeutet. Wir fahren hier nicht mal eben auf's Dorf, um im Vorbeigehen die Punkte mitzunehmen", stellte Uerdingens Coach Norbert Meier nach dem Spiel klar.

Der 60-Jährige beerbte Aufstiegstrainer Stefan Krämer und ist erst seit zwei Wochen im Amt. Er sollte der letzte Pfeil im Köcher von Mikhail Ponomarev und Nikolas Weinhart sein, um doch noch den Sprung auf die Aufstiegsränge zu schaffen. Doch Wunderdinge kann man auch von ihm nicht nicht erwarten, zu sehr scheint der Kader in seiner Spielweise festgefahren zu sein.

Trainer Norbert Meier mit Geschäftsführer/Sportdirektor Nikolas Weinhart, der maßgeblich für die Kaderzusammenstellung verantwortlich ist. Foto: Stefan Brauer

Meier sind die Hände gebunden. Schließlich hat er ein Team übernommen, dass er weder selbst zusammengestellt hat (woran letztendlich auch Stefan Krämer scheiterte), noch das es in sich reibungslos funktioniert. Nicht im zwischenmenschlichen Bereich, sondern was die Abläufe auf dem Rasen betrifft.

Meier versucht das Beste aus der Situation zu machen

Dieser Kritik müssten sich eher diejenigen im Verein stellen, die für die Verpflichtungen verantwortlich sind. Denn es war ein Stück weit naiv zu glauben, nur weil so namhafte Spieler wie Kevin Großkreutz, Stefan Aigner oder Dominic Maroh verpflichtet wurden, würde man die Gegner an die Wand spielen.

Denn die zeigten vor allem in den letzten Spielen, wie man mit unbekannten Spielern, aber einer entsprechenden Einstellung die Punkte in der 3. Liga einfährt. Und was die Sache zusätzlich erschwerte: mit der Mehrzahl an bekannten Namen stieg auch die Erwartungshaltung im blau-roten Umfeld. Und damit hat man sich letztendlich selbst keinen Gefallen getan.

Norbert Meier schien das schon bei seiner offiziellen Vorstellung erkannt zu haben, als er die Gesamtsituation des Vereins realistisch einschätze und auch auf die Missstände (Stadion, Trainingsmöglichkeiten, Strukturen) hinwies. Passend dazu auch sein Resümee nach der Pleite in Großaspach. "Wir sollten in unseren Gedanken nicht meinen, dass wir dieses Jahr die 3. Liga stürmen. Wir sollten uns auf uns konzentrieren, denn wir haben noch sehr viel Arbeit vor der Brust." Doch es ist wie es ist.

Mit gesunder Basis in die 2. Liga

Nun sollte der Aufsteiger das Beste aus seiner (tabellarisch) immer noch sehr erfreulichen Situation (5.) machen und statt des Aufstiegs erst einmal die direkte Qualifikation für den DFB-Pokal anpeilen.

Und wer weiß, vielleicht wäre auch für das Umfeld und die Vereinsstrukturen ein weiteres Jahr in der 3. Liga hilfreich, um das nachzuholen, was in vielen Jahren Amateurfußball vergessen wurde bzw. nicht möglich war. Mit einer gesunden Basis ließe sich dann im kommenden Jahr die 2. Liga anpeilen - das, wovon alle Fans nach Jahren der Frustration träumen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: KFC unterliegt in Großaspach

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