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HTC Blau-Weiß Krefeld bleibt in der Tennis-Bundesliga: Happy End im Jubiläumsjahr

HTC Blau-Weiß Krefeld bleibt in der Tennis-Bundesliga : Happy End im Jubiläumsjahr

Für den HTC Blau-Weiß Krefeld endete die Jubiläumssaison in der Tennis-Bundesliga mit der Freude über den Klassenverbleib. Auch 2022 wird an der Hüttenallee Spitzensport zu sehen sein. Eine Bilanz.

Als Stefano Travaglia den Matchball zum Zwei-Satz-Sieg gegen den Belgier Kimmer Coppejans verwandelte, die Arme gen Himmel riss, um dann voller Stolz das Logo auf dem Trikot des HTC Blau-Weiß zu küssen, da brandete auf der beschaulichen Anlage an der Hüttenallee ein Jubel auf, der in dieser Form lange nicht mehr im Stadtwald zu hören war. Die 500 Zuschauer, die (coronabedingt) kommen durften, feierten den Krefelder Spitzenspieler sowie das gesamte Team mit Standing Ovations und minutenlangem Applaus. Durch den dritten Matcherfolg an diesem Tag hatte Blau-Weiß einen Punktgewinn gegen Rot-Weiß Köln in der Tasche und sicherte sich so den Klassenverbleib. „Wir sind einfach nur glücklich, dass es geklappt hat“, sagte Teamchef Hajo Ploenes, der voller Vorfreude auf die Spielzeit 2022 blickt. Es wird eine Jubiläumssaison. 1972, also dann vor 50 Jahren, wurde die Tennis-Bundesliga gegründet. Und der HTC Blau-Weiß ist das einzig verbliebene Mitglied aus dieser Zeit.

Die Spieler: Aus der Nicht-Abstiegsmannschaft ragten vor allem Spitzenspieler Stefano Travaglia (drei Einzelsiege) sowie seine italienischen Landsleute Andrea Arnaboldi sowie Federico Gaio (jeweils vier Einzelsiege) heraus. Beachtlich: Travaglia sollte sich auf Wunsch seines Trainers am finalen Wochenende der Bundesliga bereits in Übersee auf die US Open vorbereiten. Doch der 29-Jährige entschied sich anders, sagte: „Ich will Blau-Weiß helfen in der Liga zu bleiben.“ Kenner der Szene wissen, dass so eine Geste selten ist. Ein starkes Zeichen der Krefelder Nummer 1, der sicherlich auch im kommenden Jahr an der Hüttenallee aufschlagen wird. Die Kaderplanung hat begonnen, erste Gespräche wurden bereits geführt.

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Die Saison: Nach dem 3:3 am Eröffnunsgwochenende gegen Kurhaus Aachen lief es alles andere als rund beim HTC. Es folgten zwei Niederlagen gegen Gladbach und Großhesselohe. Bitter war das 0:6 gegen Neuss, welches am „grünen Tisch“ entstand. Die Krefelder setzten verbotenerweise zwei Nicht-Eu-Spieler ein. Beachtlich: Diese Pleite schweißte das Team noch enger zusammen (dazu mehr unter dem Punkt Stimmung). Es folgte der erste Saisonsieg. Ausgerechnet beim Niederrheinrivalen in Düsseldorf trumpften die Blau-Weißen groß auf, gewannen mit 5:1. Nach dem leistungsgerechten Unentschieden gegen Absteiger Sennelager demonstrierte der neue Deutsche Meister aus Mannheim seine Souveränität. Mit einem 5:1 im Gepäck traten die Grün-Weißen die Heimreise an. Am finalen Wochenende rüsteten die Krefelder personell auf und gewannen das „Showdown-Duell“ in Rosenheim mit 5:1. Dies war vorentscheidend für den Klassenerhalt, der nun im Stadtwald durch den Punktgewinn perfekt gemacht wurde.

Die Stimmung: Das Krefelder Team präsentierte sich als Einheit. Die überwiegend mit italienischen Spielern besetzte Mannschaft harmonierte auf- und abseits der roten Asche. „Es macht einfach Spaß für Krefeld zu spielen“, fasste Federico Gaio zusammen und ergänzte: „Die Stimmung ist besser denn je.“ Dies mag auch am Team hinter dem Team liegen. Die Verantwortung ist mittlerweile auf mehrere Schultern verteilt, die Atmosphäre ist wesentlich entspannter, nahezu familiär. Claudia Ploenes, Tochter von Teamchef Hajo Ploenes, agierte als „Schatten-Teamchefin“, hielt über Wochen dauerhaft Kontakt zu den  Spielern und sorgte so für einen reibungslosen Ablauf. Der neue Cheftrainer Sascha Klör bewies sich an den Spieltagen als großer Motivator und fand eine neue, jüngere Ansprache. In der internen Whatsapp-Gruppe war mächtig viel los. Auch die Profis, die nicht zum Einsatz kamen, verfolgten die Bundesliga-Ergebnisse, feuerten an, litten mit und unterstützen den Klub.

Die Zukunft: 2022 wird zum 50. Mal ein Bundesliga-Meister ermittelt. Die Krefelder sind einzig verbliebenes Gründungsmitglied und werden sicherlich mit einer starken Truppe an den Start gehen. Um das Abenteuer Erste Liga weiterhin angehen zu können, brauchen sie jedoch die tatkräftige Unterstützung aus der Krefelder Wirtschaft, um auch weiterhin als Botschafter der Sportstadt Krefeld in der höchsten Spielklasse erfolgreich sein zu  können.