Bitteres 0:3: Der KFC geht gegen Mannheim in Hälfte zwei K.o.

Bitteres 0:3 : Der KFC geht gegen Mannheim in Hälfte zwei K.o.

Der KFC Uerdingen verlor gestern Abend nicht nur verletzungsbedingt seinen Kapitän Jan Kirchhoff (Platzwunde, Gehirnerschütterung), sondern auch das wichtige Spiel gegen Waldhof Mannheim. In der zweiten Hälfte nahm das Unheil seinen Lauf.

Waren die ersten 45 Minuten der Blau-Roten gestern noch durchaus gut anzusehen, endete die zweite Hälfte der Partie gegen Waldhof Mannheim in einem Unheil. Nur drei Minuten nach Wiederbeginn setzte Mannheims Deville einen Schuss das sehenswert ins Uerdinger Tor. Ein Schock, den die Mannschaft scheinbar nur schwerlich verdauen konnte.

Dennoch versuchte die Vogel-Elf noch einmal alles um zumindest den verdienten Ausgleich zu erzielen - und spielte den Kurpfälzern damit eiskalt in die Karten. Sie nutzen die offene Abwehr für einige gefährliche Konter. Nur Torwart Lukas Königshofer ist es zu verdanken, dass es am Ende statt 0:3 nicht sogar 0:5 oder 0:6 gestanden hat. Klar hatten die Gastgeber Pech bei einem Pfostentreffer, doch hätte der unsicher wirkende Mannheimer Ersatzkeeper viel öfter ernsthaft geprüft werden müssen. „In der zweiten Hälfte wird das Konzept durch den Sonntagsschuss fast vollständig über den Haufen geworfen. Da sind wir selbst dran Schuld, das war ein vermeidbarer Fehler. Danach haben wir alles versucht. Wir haben das Pech gehabt, dass unser Druck, den wir erzeugt haben, nicht belohnt worden ist. Das 0:2 und 0:3 will ich deswegen gar nicht so bemessen, weil wir voll auf das 1:1 gegangen sind“, lautete das sportliche Fazit von Uerdingens Trainer Heiko Vogel.

Auffällig ist, dass der KFC zwar durchaus bemüht ist die Spielkontrolle zu behalten. Doch zu oft fehlt es an Tempo und der nötigen Konsequenz. Exemplarisch für die gesamte Spielzeit zeigte das 0:1, dass das Team nicht in die Zweikämpfe kommt. Mannheims Deville schnappt Rodriguez im Mittelfeld den Ball weg und kann dann viel zu einfach Richtung Strafraum marschieren. Und so etwas passiert eben nicht nur gegen Top-Teams, sondern eben auch gegen einen - zugegebenermaßen gut gestarteten - Aufsteiger, der sich allerdings selbst als Abstiegskandidat Nummer eins bezeichnet. Mannheim machte es allzu oft vor, wie man mit wenigen Kontakten und schnellem Spiel den Gegner trotz Unterzahl in einigen Momenten gehörig unter Druck setzt.

Scheinbar das richtige Mittel für die dritte Liga, nicht umsonst rangiert der Waldhof mit einem nicht gerade luxuriös ausgestatten Kader auf dem sechsten Rang. Damit dürfte auch die Personalie Heiko Vogel in den Mittelpunkt Rücken. Beobachtete Uerdingens Präsident die 90 Minuten noch in seiner bekannt stoischen Art in der Loge, zog es ihn nach Spielende angeblich fuchsteufelswild, begleitet von den Vorstandsmitgliedern Strüver und Weinhart, Richtung Kabine.

Ob sein Unmut dem Trainer oder der Mannschaft galt, ist nicht übermittelt. Aber seine Geduld dürfte langsam am Ende sein, der KFC ist meilenweit von seinen Zielen und Ansprüchen entfernt. Und die Mechanismen im Fußball sehen es dann leider vor, dass viel zu oft der Trainer gehen muss, weil sich eine Mannschaft nur schwerlich austauschen lässt.

Beim KFC wäre es in der überschaubaren Zeit der dritten Liga dann bereits der fünfte Übungsleiter. Einen nachhaltigen Erfolg haben diese Wechsel bisher jedoch nicht mit sich gebracht.

Uerdingen: Königshofer - Bittroff, Kirchhoff (34. Konrad), Lukimya, Dorda - Großkreutz, Mbom (60. Evina) - B. Barry, R. Rodriguez, Pflücke (60. Gündüz) - BoereTrainer: Vogel

Mannheim: Königsmann - Marx, Mi. Schultz, M. Seegert, Conrad (33. Hofrath) - Christiansen, Ma. Schuster - Deville, Diring, Ferati (87. Flick) - Koffi (73. Celik)Trainer: Trares

Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)

Zuschauer: 3.409

Tore: 0:1 Deville (48.), 0:2 Ferati (82.), 0:3 Ma. Schuster (90.+1)

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ohne Kapitän Kirchhoff erleidet der KFC Schiffbruch