: Beim KFC geht es um die Zukunft

: Beim KFC geht es um die Zukunft

Nach der neuerlichen Niederlage gegen Spitzenreiter Braunschweig wird beim KFC Uerdingen von den Fans einiges in Frage gestellt. Ist Trainer Heiko Vogel der richtige für die anspruchsvolle Aufgabe? Wurden die passenden Spieler verpflichtet und die falschen gehen gelassen? Über den KFC wird trefflich diskutiert.

Für Schwarzmaler ist derzeit der KFC Uerdingen ein gefundenes Fressen. Trotz hoher Ansprüche, wechselndem Personal und einem erheblichen finanziellen Aufwand will sich der Erfolg in der 3. Liga einfach nicht einstellen.

Kein Grund zur Panik möchte man meinen, denn obwohl die Punkteausbeute derzeit mickrig daher kommt, so schlecht wie die Leistung oft von außen gemacht wurde, war sie eben nicht. Dennoch reicht es eben aktuell nicht, um in der 3. Liga erfolgreich zu sein. Wenn man gegen den Tabellenführer das Spiel weitestgehend im Griff hat, 1:0 führt und dann auch noch in Überzahl spielt, sich dann aber selbst in die Defensive drängen lässt und am Ende noch verliert, dann muss irgendwo Sand im Getriebe sein.

Kein Wunder also, dass die Negativserie genug Anlass bietet, um trefflich zu diskutieren und einige Dinge in Frage zu stellen.

Angefangen beim Trainer

Er ist oft das schwächste Glied in der Kette. Nur ist ein Wechsel auf dieser Position kein Allheilmittel, was die letzte Saison beim KFC gezeigt hat. Konstanz würde dem Verein guttun. Dennoch: Heiko Vogel kam bereits im April, um frühzeitig mit der Mannschaft arbeiten zu können. Doch sein Spielsystem, das oft nur eine Spitze vorsieht und in dem Wert auf Ballbesitz gelegt wird, wirkt zu passiv. Sein Team strahlt viel zu selten Torgefahr aus, Passstafetten rund um des Gegners Strafraum bringen diesen nicht ins Schwitzen. Vor dem Spiel bei Rot-Weiß Essen ist es nun am erfahrenen Coach, die Köpfe frei zu bekommen und an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Ein Erfolgserlebnis im Pokal könnte der Wendepunkt werden.

Das Team

Einige Spieler gingen, einige kamen und immer noch hat man das Gefühl, dass der Kader frisches Blut gebrauchen könnte. Im Mittelfeld fehlt ein „Regisseur“ oder zumindest das Vertrauen in den emsigen Patrick Pflücke, der diese Position ausfüllen könnte. Auch die Außenverteidiger entsprechen nicht unbedingt den Anforderungen des modernen Fußballs, in dem Schnelligkeit und auch Torgefahr von ihnen erwartet wird. „Solide“ ist eben oft nicht genug, um in dieser Liga gegen auf Tempo und schnelles Umschaltspiel bedachte Gegner Akzente zu setzen.

Im Sturm hat man sich auf die unbestrittenen Qualitäten von Adriano Grimaldi verlassen, der nun erneut verletzt ist. Stefan Aigner ist weg, auch Leistungsträger Maximilian Beister durfte gehen. Osayamen Osawe (verletzt, aber auch Wechselgerüchte machten die Runde) und Ali Ibrahimaj scheinen keine Rolle mehr zu spielen. Warum? Schließlich fehlt es dem KFC offensichtlich an offensiver Durchschlagskraft. Zumindest wurde mit Tom Boere noch heute ein Ersatz für Grimaldi gefunden (siehe Infokasten). Ob er die Rolle adäquat ausfüllen kann oder der Transfer ein reiner Schnellschuss war, wird sich schon bald zeigen.

Und auch Andreas Maxsö, erst im Juli gekommen, hat den Klub verlassen, sein Vertrag wurde heute aufgelöst. Damit stehen aktuell nur drei klassische Innenverteidiger unter Vertrag. Das alles wirft zumindest kein positives Licht auf die Kaderplanung, an der Nikolas Weinhart maßgeblich beteiligt war und ist.

Ein weiteres Problem: Einigen Spielern fehlt es augenscheinlich an der nötigen Fitness. Im Spiel gegen Braunschweig hatte man zumindest bei Selim Gündüz, der in der zweiten Hälfte kaum noch stattfand, und Jan Kirchhoff, der in den Zweikämpfen oft zu spät kam und gelb-rot gefährdet war, den Eindruck, dass der Tank recht früh leer war, was automatisch zu Fehlern und gefährlichen Situationen führt. Mit Letzteren kennt sich auch Assani Lukimya aus, der gegen die Eintracht zwar ein Tor erzielte, aber mit Unkonzentriertheiten und Aussetzern viel zu oft für Gefahr vor dem eigenen Tor sorgt. Gerade für die „Jungspunde“ um Franck Evina, die sich eigentlich an den älteren und erfahreneren Spielern orientieren sollen, ist dies nicht förderlich.

Duell mit RWE

„Ausgerechnet“, möchte man sagen, kommt es am kommenden Freitag nun zum Pokal-Duell mit Rot-Weiß Essen. RWE präsentiert sich in Topform, der Regionalligist möchte vor vollem Haus an der Hafenstraße der Stolperstein im Niederrhein-Pokal für den Favoriten sein. Sollte der KFC dort wirklich verlieren, dann wird es für Trainer Vogel eng werden, schließlich ist KFC-Vorstand Mikhail Ponomarev nicht für übermäßige Geduld bekannt. Das gilt möglicherweise auch für das „Gesamtprojekt KFC“, das durch den ausbleibenden sportlichen Erfolg und die Querelen um den Grotenburg-Ausbau ins Stottern geraten ist.

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