1. Niederrhein

Niederrhein-IHK bei der Moerser Ratsmehrheit: Vorbild Duisburg

Niederrhein-IHK bei der Moerser Ratsmehrheit : Vorbild Duisburg

Wirtschaftsexperten der Niederrheinischen IHK und lokaler Initiativen waren zu Besuch bei der Moerser Ratsmehrheit: ein Austausch mit Ecken und Kanten.

Der Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer Stefan Dietzfelbinger und Guido Lohmann, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Niederrhein und Vorsitzender des Initiativkreises Moers, waren zu Besuch bei der Mehrheitskooperation im Rat der Stadt Moers aus SPD, Grünen, Linken, Grafschaftern und der „Partei“. Ebenfalls dabei waren Achim Reps, Vorsitzender der Immobilien- und Standortgemeinschaft Moers Innenstadt, und Jürgen Kaiser, Leitung Unternehmens-Service/International der Niederrhein-IHK.

Der IHK-Chef hatte aktuell recherchierte Daten zum Wirtschaftsstandort Moers mitgebracht, die dringenden Handlungsbedarf deutlich machten. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, bei der Gewinnung neuer Arbeitsplätze, bei den zur Verfügung stehenden Gewerbeflächen, überall liegt Moers demnach hinter vergleichbaren Kommunen wie Neuss und Recklinghausen. Das Gewerbesteueraufkommen sei dementsprechend unter den eigentlichen Möglichkeiten der Stadt. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. Die Pendlerhauptstadt Moers, die Wohn- und Schlafstadt, erziele auch als Einkaufszentrum keine herausragenden Werte. Eine Überalterung der Bevölkerung zeichne sich ab. Bezahlbare, für junge Menschen und Familien attraktive Wohnungen stünden nicht ausreichend zur Verfügung.

Dietzfelbinger machte aber auch Hoffnung und beschrieb, wie sich Duisburg, betreut von der IHK, vor Jahren auf den Weg gemacht hat, trotz einer ähnlich misslichen Haushaltslage eine Trendwende einzuleiten. In Duisburg sei der Mut vorhanden gewesen, die Wirtschaftsförderung personell und in ihren finanziellen Möglichkeiten massiv aufzustocken. Heute stehe die Duisburger Wirtschaftsförderung für den Wandel einer Stadt, die immer erfolgreicher mit dem Strukturwandel zurechtkomme.

Es folgte eine angeregte Diskussion mit dem Plenum, aus der sich vorrangig zwei Ziele heraus kristallisierten: Die IHK empfiehlt für Moers, wie in Duisburg erfolgreich erprobt, ein eigenständiges Wirtschaftsdezernat als Kompetenzzentrum. Mit Blick auf Städte vergleichbarer Größenordnung sollte eine Wirtschaftsförderung gemeinsam mit Moers-Marketing personell und finanziell erheblich aufgestockt werden, um bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Moers die Schlagkraft entwickeln zu können, die diese Stadt so dringend brauche. Zudem bedürfe es einer Lotsenfunktion zur Abfrage aller notwendigen Anforderungen von möglichen Investoren.

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Der SPD-Fraktionsvorsitzende Atilla Cikoglu erklärte: „Wir werden uns dringlich für eine Lotsenfunktion Wirtschaft einsetzen, von hier aus sollten Anfragen möglicher Investoren unverzüglich an alle zu beteiligenden Ämter in den Umlauf zur Klärung gehen, damit Moers seinen Investoren möglichst kurzfristig kompetente Antworten geben kann!“

Wirtschaftsbarometer Duisburg: Auf einem guten Weg, aber noch Luft nach oben

Duisburg. Niedrigere Steuern für Unternehmen, besseres Internet und frische Ideen für die Einkaufsstraße: Aus Duisburg waren 2022 viele positive Signale zu hören. Das kommt gut an, wie das IHK-Wirtschaftsbarometer zeigt. Neben Problemen bei Genehmigungen stoße die spürbare Dynamik in der Stadt aber beim Thema Flächen an ihre Grenzen. Es gebe nahezu keine unbelasteten und günstig gelegenen Grundstücke für Gewerbe und Industrie mehr.

Handlungsbedarf sieht die IHK noch in der Duisburger Innenstadt: Die Stadt müsse die Ideen für Münz-, Kuh- und Königstraße schnell umsetzen. „Der schlafende Riese Duisburg erwacht langsam“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Dietzfelbinger. „Jetzt heißt es: Dranbleiben!“

Das IHK-Wirtschaftsbarometer Duisburg nimmt seit 2021 die wirtschaftliche Entwicklung in der größten Stadt am Niederrhein unter die Lupe. Neben der Industrie blickt die IHK auf die Konjunktur, den Arbeits- und Ausbildungsmarkt sowie die Gewerbeflächen.

(tw)