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Fallende Energiepreise: Enni senkt Grundversorgungstarif

Fallende Energiepreise : Enni senkt Grundversorgungstarif

Die Enni informiert derzeit alle drei Monate statt nur einmal im Jahr über die Energiepreise - aufgrund einer „so noch nie dagewesenen Situation“, wie Enni-Geschäftsführer Kai Gerhard Steinbrich das Auf und Ab auf dem Energiemarkt beschreibt. Die Krise ist noch nicht vorbei, die Energiewende erst recht nicht, trotzdem hat Steinbrich gute Nachrichten.

Energie ist da: Drei Atomkraftwerke sind noch bis Mitte April am Netz, drei Flüssiggas-Terminals sind in Rekordzeit hochgezogen - Wilhelmshaven liefert schon. Zusammen mit den beschlossenen gesetzlichen Energiepreisbremsen sorgt das für fallende Preise - die auch die Enni an ihre Kunden weitergeben will und wird. Es fehlt allerdings noch an der nötigen Software. „Es gibt nur wenige Dienstleister, die die Energieanbieter da betreuen“, sagt Kai Gerhard Steinbrich, Geschäftsführer der ENNI Energie & Umwelt Niederrhein, „bei der Enni ist das SAP.“ Wenn alles gut läuft, gibt es im März eine dreifache Entlastung, es könnte aber auch länger dauern. „Am Ende zahlt aber kein Kunde mehr, als er es nach Preisbremsen muss“, versichert Enni-Vertriebsleiterin Susanne Pfeufer.

Insgesamt scheint die „Achterbahnfahrt“ (Steinbrich) überstanden zu sein, die Energiemärkte hätten sich wieder beruhigt, aber die Preise sind immer noch weit über dem Niveau vor dem Ukraine-Krieg. Und sie könnten nochmal steigen, so Steinbrich: „Der nächste Winter kann immer noch kritisch werden.“ Und ein heißer Sommer könnte die konventionellen Kraftwerke vor Kühlwasserprobleme stellen. Jedoch sinken die Preise seit letztem Oktober stetig und „unerwartet“, so Steinbrich. Beim Gas kostete die Kilowattstunde im letzten Jahr 300 Euro, aktuell sind es rund 50 Euro. Beim Strom ist es ähnlich: Im Herbst gab es einen historischen Höchststand von 1.000 Euro für die Megawattstunde, zuletzt waren es rund 100 Euro - was immer noch doppelt so viel ist wie die durchschnittlich rund 50 Euro in Vorkrisenzeiten.

Zum April wird deshalb die Enni die Tarife in der Grundversorgung senken. Und Steinbrich machte ein großes Versprechen: Sollten die Preise weiter fallen, will die Enni nochmal auf die Festpreisverträge schauen und den Fix-Kunden schon zum Jahresende ein neues Angebot machen. Viele Kunden der Enni haben sich angesichts der Energiekrise für eine zweijährige Festpreisgarantie entschieden; sie zahlen jetzt mehr für Strom und Gas als die Kunden in der Grundversorgung.

Schon den Dezemberabschlag hat die Enni für Gaskunden pauschal ausgesetzt - was rechnerisch eine enorme Herausforderung war: weil erstens nur elf Abschläge pro Jahr berechnet werden und zweitens für den Dezemberabschlag der Jahresverbrauch im September neu prognostiziert werden musste.

Eine rechnerische Herausforderung werden auch die fallenden Preise und die staatlichen Energiepreisbremsen. Wie gesagt wartet die Enni noch auf den dafür nötigen IT-Baustein. „Für die Einmalzahlung gab es zehn Iterationsstufen“, sagt Susanne Pfeufer als Beispiel für die vielen Zwischenschritte, „bis der IT-Baustein fertig war.“

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Enni-Kunden können aber auch selbst aktiv werden. Auf der Enni-Homepage gibt es einen „Bremsenrechner“, bei dem sich Kunden ihre voraussichtlichen Abschläge selbst neu berechnen können. „Die hierbei reduzierten Monatspauschalen kann man dann selbst in das Kundenportal eintragen“, so Pfeufer.

Das Wichtigste aber bleibt: Energiesparen. Da haben Moers und Neukirchen-Vluyn noch was zu tun. Der aktuelle Gasverbrauch liege um die milde Temperatur bereinigt in der Hitzeperiode um zwölf Prozent niedriger als im Vorjahr, so Steinbrich, das Ziel aber waren 20 Prozent. Geklappt hat das Energiesparen in der Enni-Eishalle: Durch die Verkürzung der Saison und die Reduktion der Eisdicke wurden 48 Prozent des Strom- und 57 Prozent des Gasverbrauchs eingespart, laut Steinbrich der größte und wichtigste Effekt bei den Enni-Energieeinsparungen. Bundesweit habe die Industrie mehr eingespart als private Haushalte, so Steinbrich.

Weniger Abwassergebühr

Weniger zahlen müssen Moerser Haushalte künftig bei der Abwassergebühr. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts musste das Kommunalabgabengesetz geändert werden. Deshalb wird die Enni die in Schmutz- und Niederschlagswasser unterteilten Bescheide für Moerser Haushalte korrigieren. Die Schmutzwassergebühr sinkt demnach um vier, die Niederschlagswassergebühr um mehr als sechs Prozent. Für den berühmten Musterhaushalt bedeutet das eine jährliche Ersparnis von rund 40 Euro.