1. Krefeld

Interview mit CCC-Präsident Bossers: „Müssen die Menschen zurückholen“

Interview mit CCC-Präsident Bossers : „Müssen die Menschen zurückholen“

Die fünfte Jahreszeit ist im vollen Gange. Doch wie steht es um den Karneval nach zweijähriger Zwangpause? Wir sprachen darüber mit Peter Bossers, dem Präsidenten des Comitee Crefelder Carneval.

Erlebt der Karneval nach der zweijährigen Corona-Zwangspause eine Art Neustart?

Bossers Auf jeden Fall. Wir sind ja direkt am 11.11. neue Wege gegangen, in dem wir im Stadtwaldhaus zu einer Party eingeladen haben. Dieses Format hat sich bewährt und wird sicherlich noch ausgebaut. Klar ist aber auch, dass wir die Menschen wieder ins Brauchtum zurückholen müssen. Das ist ja nicht nur bei uns Karnevalisten so. Der Kartenverkauf ist stark rückläufig, alle haben zu kämpfen, manche haben auch noch Angst vor Corona. In den vergangenen zwei Jahren haben sich einige Leute neu orientiert. Es ist jetzt unsere Aufgabe, sie wieder für den Karneval zu begeistern. Dabei dürfen wir die Finanzkrise nicht aus den Augen lassen. Das Gesamtpaket wiegt schwer.

Was sind denn die größten Herausforderungen für den Karneval?

Bossers Die Menschen haben nicht mehr das Geld, um fünf, sechs Veranstaltungen zu besuchen. Und für die Gesellschaften wird es immer schwerer, Nachwuchs zu finden und diesen zu fördern.

Die Proklamation im Seidenweberhaus war sehr stimmungsvoll, dennoch war sie nicht ausverkauft. Ärgert Sie das?

Bossers Ja, und zwar sehr. Es ist die Veranstaltung für und mit dem Prinzenpaar. Von daher sollte eigentlich die Proklamation für alle Karnevalisten die wichtigste Veranstaltung sein. Leider ist dies nicht der Fall. Ich würde mir da mehr Unterstützung durch die Gesellschaften wünschen.

Positive Entwicklungen gibt es indes im CCC - erstmals wurden zwei Frauen in den Vorstand aufgenommen.

Bossers Ja, das ist richtig. Auch wir wollen uns vor den Zeichen der Zeit nicht verstecken. Wobei ich betonen möchte, dass es nach wie vor darauf ankommt, ob jemand das Zeug dazu hat, im Karneval aktiv sein und gestalten zu wollen. Da spielt es im Grunde keine Rolle, ob es sich um eine Frau oder einen Mann handelt. Im Falle unserer beiden Vorstandsdamen ist es so, dass sie mit Herzblut und Leidenschaft für den Karneval dabei sind.

Veränderungen gibt es auch in Sachen Rosenmontagszug. Welche?

Bossers Wir haben mit Nils Wierczimok einen neuen Zugleiter gefunden. Darüber sind wir sehr glücklich und wir danken seinem Vorgänger  Albert Hötnges für die hervorragende Arbeit über so viele Jahre. Nils wird die Organisation und Planung des Rosenmontagszugs modernisieren, dabei stehen wir ihm vom CCC zur Seite.

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Ändert sich denn auch etwas am Zugweg?

Bossers Ja, wir verkürzen ihn um eine Schleife, die früher immer am Diebels Fasskeller vorbeizog. Ansonsten bleibt alles beim Alten.

Können sich die Krefelder denn noch für den „Zoch“ anmelden?

Bossers Selbstverständlich. Jeder, der möchte, kann mitziehen. Dazu muss man nicht in einer Gesellschaft sein. Auch Freundeskreise oder Nachbarschaften können sich über die Homepage des Comitees anmelden.