1. Krefeld

Kunstausstellung "Produktive Räume" in Krefeld

Unterschiedliche Arbeiten - ein Leitmotiv : Unsere lebendige Kunstszene

Zum 650-jährigen Stadtjubiläum präsentieren die Krefelder Kunstmuseen Design und Kunst aus der Hand einheimischer Kreativer. Ein gemeinsames Leitmotiv hält sie zusammen. Ein Begleitprogramm für Familien gibt es auch.

Thomas Klegin steckt eine Geldmünze ins Urinal. Dann macht er sich einen Spaß daraus, weitere Geldmünzen an die eiserne Spitze des Pissoires zu werfen. „Die ist nämlich magnetisch“, lacht der Krefelder Kunstprofessor voller Vorfreude. Und tatsächlich: die Münze bleibt am Eisen kleben.

Die gelb gefärbte Nachbildung einer Bedürfnisanstalt für Männer hat Klegin hinter dem Haus Esters an der Wilhelmshofallee aufgestellt. Vorher stand es an Schloss Moyland. Es spielt auf das berühmte Kunstwerk „Urinal“ des französischen Kunst-Revolutionärs Marcel Duchamp an und dient einem guten Zweck. „Das gesammelte Geld ist für das Krefelder Kinderhospiz Stups bestimmt“, erklärt der Künstler. Jeder Betrachter kann sich an der Sammlung per Münzeinwurf beteiligen.

Dieses ungewöhnliche Werk ist aber nur eines von rund 90 Exponaten, die ca. 50 Kreative mit Krefelder Bezug zur Ausstellung „Produktive Räume - Kunst und Design aus Krefeld“ beigetragen haben. Sie ist vom kommenden Sonntag, 26. März, an in den Kunstmuseen Haus Esters und Haus Lange an der Wilhelmshofallee zu sehen. Wobei sich Haus Esters dem Design widmet, das benachbarte Haus Lange der Kunst.  

„Das sind unheimlich tolle Arbeiten“, freut sich die Direktorin der Kunstmuseen, Katja Baudin. „Sie zeigen, wie lebendig die Kunst- und Designszene in Krefeld ist“.

Das war auch der Anlass der Ausstellung. Sie ist als Beitrag zum Stadtjubiläum 650 Jahre Krefeld gedacht. Deshalb der Fokus auf heimische Künstler.

Und diese steuern die verschiedenartigsten Arbeiten bei. Nicky Schwarzbuch hat unter dem Titel „Urgewaltiger Akkord“ ein bedrohlich wirkendes Breitwandbild aus Materialien geschaffen. Michael Grandt zeigt geriffelte Keramikvasen aus dem 3D-Drucker. Julia Timmer besinnt sich auf Omas gute alte Handarbeiten, die drohen vergessen zu werden.  

So unterschiedlich die Beiträge auch sind, ein Leitmotiv hält sie zusammen: „Das Leitmotiv lautet Produktive Räume“, erläutert Katja Baudin. Denn nicht von ungefähr findet die Ausstellung in den Häusern Esters und Lange statt. Sie wurden einst von Stararchitekt Mies van der Rohe als „fließende Räume“ ohne Türen konzipiert. Diesem Gedanken sollten sich die Exponate zuordnen. 

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Museumspädagoge Thomas Janzen hat für die Ausstellung ein umfangreiches Begleitprogramm entworfen. So wird es am 6. April und  1. und 3. August  Publikumsgespräche mit einzelnen Künstlern geben, inklusive Workshops für Kinder und Erwachsene. Für 21. April, 12. Mai, 26. Mai und 23. Juni sind Dialogführungen mit Künstlern geplant.  Zudem gibt es Ferienkurse und Aktivitäten für Familien.  Alle Infos dazu auf: www.kunstmuseenkrefeld.de

Die Ausstellung läuft vom 26. März (Eröffnung 11.30 Uhr) bis 10. September.