1. Krefeld

Krefelder Drogenhilfezentrum eingerichtet

Start ist am Montag : Drogenhilfezentrum fertig

Das Drogenhilfezentrum an der Schwertstraße 80 ist weitgehend fertig eingerichtet. Am Montag, 13. März, wird es öffnen. Dann, so hoffen Oberbürgermeister Frank Meyer und Sozialdezernentin Sabine Lauxen, werde sich die Suchtszene nach und nach vom Theaterplatz verflüchtigen.

Einrichtungsleiterin Jasmin Sprünken führte den OB und Vertreter von Stadt und Öffentlichkeit vorab durch die Räumlichkeiten.

Herzstück ist der Drogenkonsumraum, in dem die Suchtkranken unter ärztlicher Aufsicht ihre Drogen nehmen können. Zum „Inhalieren“ sind drei Kabinen eingerichtet. Andere Drogen werden an drei Sitzplätzen gegenüber genommen, die jeweils durch Trennplatten voneinander abgeschirmt sind. Beobachtet wird der Raum durch eine Aufsicht.

Vor und nach dem Drogenkonsum können sich die Suchtkranken im Gebäude aufhalten. Das Café Pause steht mit Küche zur Verfügung. Aber auch ein Aufenthaltsraum ist eingerichtet, in dem die Besucher sogar die Möglichkeit haben, sich mit handwerklichen Tätigkeiten zu beschäftigen.

Der Garten und der Hof lädt sie überdies zum Aufenthalt im Freien ein. Noch sind die Freiflächen karg eingerichtet. Denn Jasmin Sprünken hofft, dass die Besucher selber Hand anlegen und damit dem Zentrum eine erhöhte Wertschätzung entgegenbringen werden.

Auch Beratungsräume sind hergerichtet. Darin finden Suchtkranke Einzelberatungen seitens der Sozialarbeiter. Im besten Falle, wie sie von ihrer Sucht loskommen könnten. Ein abgeschlossener Raum eignet sich für solche Beratungen mit Sicherheit besser als das offene Gelände auf dem Theaterplatz. 

Ergänzend ist ein Internetplatz eingerichtet. Hier können die Besucher Informationen einholen oder sich auf Arbeitsplatzausschreibungen bewerben.

Einen Raum mit Waschmaschinen gibt es ebenfalls. Hier können die Besucher ihre Wäsche waschen, um auch die Hygiene sowie das äußere Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Vom 1. April an ist auch der medizinische Dienst vor Ort. Denn viele Suchtkranke trauen sich nicht, eine niedergelassene Arztpraxis aufzusuchen, weshalb dann Krankheiten unbehandelt bleiben. Neben dem medizinischen Dienst ist auch stets ein Rettungssanitäter anwesend, der in Notfällen komptent eingreifen kann. 

Oberbürgermeister Meyer sieht das Drogenhilfezentrum als eine Seite eines Gesamtkonzeptes. Auf dem Theaterplatz und in der Innenstadt sollen durch ordnungsbehördliche Maßnahmen wieder akzeptable Zustände erreicht werden. Deshalb auch  gilt ab dem 15. März ein Verbot des Alkohol- und Drogenkonsums im öffentlichen Raum im Umkreis von 100 Metern zu zahlreichen Einrichtungen und Plätzen.

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Das wirke aber nur, so Meyer, wenn die Betroffenen einen Ort haben, wo sie hingehen können. Dies ist von Montag an der Flachbau an der Schwertstraße 80. Er wird täglich acht Stunden geöffnet bleiben, das ganze Jahr hindurch. Und bietet den Suchtkranken beileibe bessere Möglichkeiten als der offene Theaterplatz.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Drogenhilfezentrum Krefeld