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Krefeld hilft den Erdbebenopfern​

Spendenaktionen : Krefeld hilft den Erdbebenopfern

Viele Familien aus Krefeld sind von dem schrecklichen Erdbeben in der Türkei und in Syrien betroffen und bangen um ihre Angehörigen. Unternehmen und Organisationen haben Spendensammlungen gestartet, um direkte und schnelle Hilfe zu leisten.

Die Betroffenheit ist groß, und viele Krefelder wollen helfen. Bereits wenige Stunden nach dem unfassbaren Geschehen kamen die ersten Hilfsmaßnahmen in Gang. Unternehmen und Vereine starteten spontan Spendenaufrufe oder richteten Sammelstellen für Hilfsgüter ein. Die Transporte sind teilweise schon unterwegs und versuchen, in das Katastrophengebiet vorzudringen, was sich bekanntermaßen schwierig gestaltet: Viele Straßen sind zerstört, die komplette Infrastruktur in einem riesigen Gebiet ist zusammengebrochen.

Spontane Hilfe in dieser schwierigen Situation sagten unter anderem die Stadtwerke Krefeld zu: Der SWK-Konzern mit seinen 3400 Mitarbeitenden spendete zehn Euro pro Kopf – also insgesamt 34.000 Euro – und überwies das Geld an die in der Nachbarstadt Tönisvorst ansässige Hilfsorganisation action medeor.

Dort laufen die Maßnahmen auf Hochtouren: Bereits wenige Stunden nach dem verheerenden Erdbeben stellte das Hilfswerk 100.000 Euro Soforthilfe bereit. Das Geld ging an türkische und syrische Partnerorganisationen von action medeor in der türkischen Region um die Städte Gaziantep, Sanliurfa, Kilis und Hatay sowie in die syrische Region Idlib, um erste Soforthilfe zu finanzieren: Erdbebenopfer können so medizinisch versorgt, mit Nahrung, Zelten und Decken ausgestattet und in Aufnahmeeinrichtungen untergebracht werden. Gleichzeitig werden im Medikamentenlager von action medeor Kartons mit Verbandmaterialien, Medikamenten und Sauerstoffkonzentratoren gepackt und in die betroffenen Gebiete gesendet. Wer spenden möchte, findet alle Informationen und ein Spendenformular auf der Seite www.medeor.de

Die Union türkischer und islamischer Vereine in Krefeld und Umgebung ruft ebenfalls zu Geldspenden auf (www.facebook.com/unionkrefeld).

In einem Brief an die Union der türkischen und islamischen Verbände Krefeld haben Pfarrer Marc-­Albrecht Harms und Superintendentin Dr. Barbara Schwahn ihre tiefe Anteilnahme ausgesprochen und ihren Beistand im Gebet ausgedrückt – im Namen des Evangelischen Gemeindeverbandes Krefeld und des Evangelischen Kirchenkreises Krefeld-Viersen. „Mit Entsetzen und großer Betroffenheit nehmen wir die schrecklichen Bilder und Nachrichten aus dem Erdbebengebiet in der Türkei und in Syrien wahr“, heißt es in dem Schreiben. „Vermutlich haben viele Ihrer Mitglieder Familie in der Türkei und sind unmittelbar von der furchtbaren Katastrophe betroffen.“ Die Evangelischen Gemeinden im Kirchenkreis wurden gebeten, die Diakoniekollekten (zunächst) im Monat Februar für die Katastrophenhilfe in diesen Gebieten vorzusehen.

Engagement zeigen auch zahlreiche Krefelder Unternehmen mit Spendensammlungen, darunter Yayla und S&W-Transport und Logistik. Die Hilfsbereitschaft ist groß, so dass sich Mitte dieser Woche bereits mehrere Lkw mit Spenden auf den Weg machen konnten, um beispielsweise Babynahrung und warme Kleidung ins Katastrophengebiet zu bringen.

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Am Mittwoch, 15. Februar, beginnt um 19 Uhr eine Gedenkveranstaltung für die Erdbebenopfer am Rathaus auf dem Von-der-Leyen-Platz. Oberbürgermeister Frank Meyer lädt gemeinsam mit der Union der Türkischen und Islamischen Vereine in Krefeld dazu ein, ein „Signal der Solidarität und des Mitgefühls an die Menschen in den betroffenen Gebieten zu senden“.