1. Kempen

Waldbrand an der deutsch-niederländischen Grenze

Großer Waldbrand an der deutsch-niederländischen Grenze : Helfer kämpfen weiter gegen Glutnester - Militärhubschrauber im Einsatz

Deutsche und niederländische Einsatzkräfte kämpfen gemeinsam gegen den Waldbrand im Naturschutzgebiet De Meinweg. Militärhubschrauber aus den Niederlanden unterstützen das Löschen von Glutnestern.

Im Einsatz sind dabei freiwillige Kräfte und Berufsfeuerwehrleute aus der ganzen Region, unter anderem auch mehrere ehrenamtliche Kräfte des Löschzuges St. Tönis. Sogar aus Gelsenkirchen und Coesfeld nahmen Feuerwehrleute am Einsatz teil. Am gestrigen Mittwochabend meldeten die Einsatzkräfte nach Tagen der Brandbekämpfung einen Erfolg: Die Feuer der Heide- und Waldbrände in Niederkrüchten / Meinweg seien aktuell unter Kontrolle. Das könne sich aufgrund der aktuellen Trockenheit aber leider schnell ändern, teilte die Einsatzleitung mit.

Unterstützung aus der Luft leisten vier Hubschrauber CH 47 der Königlichen Niederländischen Luftwaffe, die jeweils 8.000 bis 10.000 Liter Wasser pro Flug ablassen können, sowie zwei Löschhubschrauber der deutschen Bundespolizei. "Damit ist es möglich, große Flächen des Gebiets zu bewässern und somit die Brandnester auch großflächig zu löschen", erklärt Kreisbrandmeister Rainer Höckels. Der Schwalmverband hat das Flüsschen Schwalm gestaut, damit die Löschwasserversorgung sichergestellt ist. Das Wasser wird im Gelände über mehr als sieben Kilometer zu den Einsatzkräften transportiert.

Bis zum Sonnenuntergang waren die niederländischen Helikopter am Mittwoch im Einsatz. Sie löschten nicht nur auflodernde Brandherde aus der Luft, sondern tränkten auch die Vegetation entlang der Brandschneisen mit Löschwasser, um einem Übergreifen der Flammen vorzubeugen. Während der Nacht stellen die lokalen Einsatzkräfte großflächig Brandwachen.

In der Nacht lodert das Feuer bei sinkenden Temperaturen, abflachendem Wind und höherer Feuchtigkeit erfahrungsgemäß nicht so leicht auf. Am heutigen Donnerstag soll ein Aufklärungsflug eines Helikopters der Polizei Aufschluss über den Löscherfolg der vergangenen Stunden bringen und akute Brandnester lokalisieren. Diese können dann gezielt von den Einsatzkräften angegangen werden, bevor der Wind auffrischt.

Diese Methode hatten die Einsatzkräfte bereits am Mittwoch erfolgreich angewendet.

Gebäudeschäden konnten bisher vermieden werden, doch auf niederländischer Seite musste Anfang der Woche ein Campingplatz evakuiert werden. Zudem lief das Feuer auf ein Gestüt zu. Weder Campingplatz noch Gestüt wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Der Viersener Landrat Dr. Andreas Coenen bedankte sich bei den Einsatzkräften auf beiden Seiten der deutsch-niederländischen Grenze für ihren unermüdlichen Einsatz. Insgesamt sind seit Montag rund 1.000 Kräfte im Schichtbetrieb im Einsatz.