1. Kempen

Kreis Viersen Coronavirus

Engpässe bei medizinischer Schutzausrüstung : Kreis Viersen bittet einheimische Firmen um Unterstützung

Aufgrund der starken Nachfrage nach medizinischer Schutzausrüstung während der Coronavirus-Pandemie bittet der Kreis Viersen die heimischen Wirtschaftsunternehmen um Unterstützung. Inzwischen wurde ein fünfter Todesfall im Zusammenhang mit dem Corona-Virus bekannt.

Firmen, die Schutzausrüstung vorrätig haben, selbst produzieren oder ihre Produktion dahingehend umstellen können, werden gebeten, sich beim Kreis Viersen unter Tel. 02162 39-2401 und -2402 (werktags zwischen 9 und 16 Uhr) zu melden. Benötigt werden Desinfektionsmittel, Schutzmasken und –brillen, Schutzbekleidung und -kittel sowie Handschuhe.

„Kürzlich haben wir einzelne Posten beschafft - so wie es der hart umkämpfte Markt zulässt“, sagt Landrat Dr. Andreas Coenen. „Diese Einzelbestellungen machen aber auch deutlich: Obwohl wir, die anderen Kreise und kreisfreien Städte seit Wochen wiederholt auf den dringenden Bedarf an Schutzausrüstung hinweisen, stellt das Land NRW nicht annähernd ausreichend Materialen zur Verfügung. Vor dem Hintergrund des Verwaltungsaufwandes, der Nachfrage-Bündelung und nicht zuletzt, um Missbrauch und Betrug zu verhindern, wäre es wesentlich sinnvoller, wenn das Land endlich die Beschaffung zentral organisieren würde.“

Solange dies nicht geschehe, seien die Kommunen gezwungen, eigenständig andere Wege zu gehen. „Die Ressourcen werden auch im Kreis Viersen knapp. Um die Versorgung in Krankenhäusern, Rettungsdienst und Pflegeeinrichtungen sicherzustellen, sind wir dringend auf eine kontinuierliche Versorgung mit medizinischer Schutzbekleidung und –ausrüstung angewiesen“, sagt der Landrat. „Es wäre hervorragend, wenn uns Unternehmen aus dem Kreis Viersen und der Region dabei unterstützen.“

„Seit unser Krisenstab zum ersten Mal zusammenkommen ist, haben wir die Materialversorgung im Auge“, so Gesundheitsdezernentin und Krisenstabsleitung Katarina Esser. „Einige unserer Kräfte sind kontinuierlich damit beschäftigt, Kontakt zu Herstellern und Lieferanten aufzunehmen, Angebote zu prüfen und Material zu bestellen.“ Auch mit den zuständigen Stellen beim Bund und Land NRW ist der Kreis Viersen in Kontakt. Allerdings sei der Markt für diese Produkte aktuell weltweit stark umkämpft. Hinzu komme: Die angebotenen Waren entsprächen nicht immer den gesetzlichen Vorgaben: „Nicht alle Anbieter sind seriös. Unterstützung durch Firmen aus der Region würde helfen, Engpässe bei bestimmten Waren zu vermeiden.“

Im Laufes des Mittwochs, 1. April, wurden weitere Personen im Kreis Viersen positiv auf das Coronavirus getestet. 334 Fälle wurden insgesamt in den vergangenen Wochen registriert, davon sind 247 Personen aktuell Infiziert, 72 sind genesen und 5 verstorben. In stationärer Behandlung befinden sich derzeit 15 Menschen im Kreis Viersen, 324 Kontaktpersonen sind in häuslicher Isolierung (Stand 1. April, 16 Uhr).

Der fünfte Todesfall einer Person aus dem Kreis Viersen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus wurde gestern Mittag bekannt. Eine 87-Jährige aus Schwalmtal verstarb bei ihrem Aufenthalt in einer neurologischen Rehaklinik in einem anderen Landkreis.

Das mobile Corona-Untersuchungszentrum des Kreises Viersen pausiert während der Feiertage Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag. Dafür gibt es einen Sondertermin am Karsamstag. Dieser findet nach dem bestehenden rollierenden System in Nettetal statt.

Die Standorte in der kommenden Woche:

Montag (6. April): Nettetal, Parkplatz Werner-Jaeger-Sporthalle, An den Sportplätzen 2

Dienstag (7. April): Willich, Schützenplatz Alt-Willich an der Bahnstraße

Mittwoch (8. April): Kempen, Parkplatz an der Schorndorfer Straße

Donnerstag (9. April): Viersen, Parkplatz Festhalle, Herrmann-Hülser-Platz 1

Karfreitag (10. April): kein Termin

Karsamstag, (11. April) Nettetal, Parkplatz Werner-Jaeger-Sporthalle, An den Sportplätzen 2

Ostersonntag und Ostermontag (12. und 13. April): keine Termine

Dienstag (14. April): Willich, Schützenplatz Alt-Willich an der Bahnstraße

Am mobilen Corona-Untersuchungszentrum können sich täglich zwischen 13 und 16 Uhr Bürgerinnen und Bürger testen lassen, die von ihrem Arzt / ihrer Ärztin als echte Verdachtsfälle eingestuft wurden. Die Praxis überweist die verdächtige Person an das mobile Untersuchungszentrum und vereinbart dort ein Zeitfenster für den Abstrich. Das Ergebnis des Tests erfahren die Patienten dann ebenfalls durch die Praxis, die die jeweilige Überweisung ausgestellt hatte. Aufgrund der hohen Zahl von Tests könne die Auswertung durch die Labore im Moment zwei bis vier Tage dauern, teilt der Kreis Viersen mit.