: Knie wieder fit durch Transplantation

: Knie wieder fit durch Transplantation

Raffinierte Operationstechnik: Im Krankenhaus Maria-Hilf in Tönisvorst werden jetzt auch Kniegelenk-OPs mit Knorpelzelltransplantation durchgeführt.

Dr. Peter Mann, Chefarzt der Klinik für Orthopädie der Alexianer Tönisvorst GmbH, hatte diese Technik bislang zunächst im Krankenhaus Maria-Hilf in Krefeld angewandt, da dort bereits die für die behördliche Genehmigung erforderlichen Voraussetzungen gegeben waren.

Nun liegt auch für die Durchführung im modernen Operationszentrum des Krankenhauses Maria-Hilf in Tönisvorst die Genehmigung vor.

Kniegelenke sind sehr komplexe Gebilde und müssen hohen Belastungen standhalten.

Sowohl durch vorzeitigen Verschleiß als auch durch eine unfallbedingte Schädigung wird die für die geschmeidige Mechanik des Kniegelenks zuständige Knorpelsubstanz beeinträchtigt, ein sehr schmerzhafter Vorgang, der bis zur Bewegungsunfähigkeit des Knies führen kann.

Zerstörte Knorpelzellen regenerieren sich nicht selbst, doch seit 1989 ist es möglich, Knorpelzellen aus dem Kniegelenk zu isolieren und diese für die Rücktransplantation in einer Nährlösung zu züchten.

Heute ist das Verfahren sehr ausgereift. Dr. Mann zeigt sich nach wie vor begeistert: „Schon die ersten Ergebnisse waren so gut, dass mit einer intensivierten Forschung eine Therapie entwickelt wurde, die zu den erfolgreichsten der gesamten Medizin zählt.“ Dabei wird der Knorpel über eine Gelenkspiegelung, die „Arthroskopie“, in Narkose entnommen und nach etwa sechs bis acht Wochen, je nach Lokalisation des Knorpelschadens, über einen kleinen Hautschnitt oder eine erneute Gelenkspiegelung eingesetzt.

Dr. Mann: „Nach etwa sechs Wochen ist der Defekt aufgefüllt und das Knie alltagstauglich belastbar.

Die endgültige und sportlich belastbare Härte des Knorpels ist nach etwa zwölf Monaten erreicht.“ Es gebe keine medizinische Behandlung, die so gut dokumentiert sei wie die Knorpelzelltransplantation, erklärt Dr. Mann weiter: „In unzähligen wissenschaftlichen Studien konnte die Behandlung mit einer Erfolgsquote von 80 bis 90 Prozent nachgewiesen werden. Beeindruckend sind vor allem die Langzeitergebnisse über eine Studiendauer von zwanzig Jahren.“

Besonders geeignet sei diese Therapie bei großen Knorpelschäden über vier Zentimeter, bei Patienten unter 55 Jahren und bei solchen ohne Voroperationen an diesem Gelenk.

Die Knorpelzelltransplantation könne also nicht in jedem Fall zum Einsatz kommen, sei aber vor allem bei verletzungsbedingt isolierten Knorpelschäden für jüngere Patienten eine echte Alternative.

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