1. Kempen

Ehrenamtliche Hilfe in der Corona-Krise

Anderen helfen in Krisenzeiten : Gemeinsam kommen wir da durch!

Trotz der gewaltigen Einschränkungen im öffentlichen Leben ist das ehrenamtliche Engagement nicht eingeschlafen. Im Gegenteil: Gerade in Krisenzeiten kann man aktiv werden, um hilfsbedürftige Mitmenschen zu unterstützen.

Es ist schon verrückt: Während die einen in der Corona-Krise unglaublichen beruflichen Belastungen ausgesetzt sind (Ärzte, Pflegekräfte, Kassiererinnen), haben andere auf einmal sehr viel Zeit. Wer diese nutzen möchte, um anderen zu helfen, kann mit wenig Aufwand eigene Ideen umsetzen oder sich an eine von vielen privaten Initiativen wenden, denn auch in Zeiten der „Kontaktsperre“ ist ehrenamtliches Engagement möglich.

An allererster Stelle steht natürlich die selbst organisierte Hilfe für Nachbarn und Verwandte, die vielerorts bereits üblich geworden ist. Einkaufshilfe für Menschen, die durch Alter oder Krankheit besonders gefährdet sind, ist eine der wichtigsten Hilfeleistungen geworden. Entscheidend ist dabei jedoch: Die Abstandsregelungen sollten auch hierbei eingehalten werden. Einkaufstüten vor die Tür zu stellen, zu klingeln und dann in gebührendem Abstand zu warten - mindestens zwei Meter, besser mehr -, bis die Tür geöffnet wird, ist keine Unhöflichkeit, sondern eine unabdingbare Voraussetzung, um Ansteckungen zu vermeiden. Denn niemand von uns kann wissen, ob er nicht doch Träger des Virus ist - manche Ansteckungen verlaufen vollkommen symptomfrei.

Auch Vereine, Hilfsorganisationen und Bürgerinitiativen haben sich auf die neue Situation eingestellt. Einige Beispiele möchten wir hier vorstellen, die vielleicht als Anregung dienen könnten, gemeinsam mit anderen Menschen ebenfalls Hilfsangebote auf die Beine zu stellen:

Die Turnerschaft St. Tönis bietet ab dem heutigen Mittwoch einen Einkaufsservice für ihre Mitglieder an. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr den eigenen Einkauf machen kann oder darf, kann sich an den Verein wenden. „Eine Gruppe von Spielern der Handballabteilung hat sich zusammen gefunden, um in dieser schweren Zeit denen zu helfen, die dringend Hilfe benötigen“, teilt der Verein mit. Die Turnerschaftler möchten so verhindern, dass sich Senioren oder auch andere Personen mit erhöhtem Risiko unnötig einer Infektionsgefahr aussetzen. Das extra hierfür eingerichtete Servicetelefon für Mitglieder der Turnerschaft St. Tönis, die Hilfe benötigen, ist täglich zwischen 11 und 18 Uhr unter der Rufnummer 02151 367771 erreichbar.

Eine ähnliche Initiative hat sich in Grefrath gegründet: „Grefrath steht zusammen!“ Zahlreiche ehrenamtliche Helfer stehen bereit, die Dienste wie einkaufen, Gassi gehen mit dem Hund, Belieferung von Mittagessen, Rezepte und Medikamente abholen, kleinere Gartenarbeiten, Formulare ausfüllen, eventuell Fahrten zu Ärzten oder einfach eine Unterhaltung am Telefon anbieten. „Wir haben allerdings den Eindruck, dass sich die älteren Menschen noch nicht so richtig trauen, sich helfen zu lassen“, sagt Eckhard Klausmann, Initiator der Gruppe. „Wir stehen mit über 120 Menschen zur Hilfe bereit.“

Die Initiative hat außerdem eine Liste mit Grefrather Unternehmen erstellt, die Menschen hohen Alters, Menschen mit Vorerkrankungen und Menschen in häuslicher Quarantäne beliefern, etwa mit Medikamenten, Lebensmitteln und fertigen, warmen Mahlzeiten. Auch diese Liste wird durch die Initiative ständig auf dem neuesten Stand gehalten. Die Organisatoren sind wie folgt erreichbar:

Sarah Pasch, Tel. 0151-28801408, Mail info@mum-grefrath.de

Eckhard Klausmann, Tel. 0171-8004074, Mail info@govm.de

In Kempen arbeitet die Stadtverwaltung eng mit privaten Initiativen zusammen. Schon vor Jahren, in Zeiten der Flüchtlingskrise, wurde das Portal www.kempenhilft.de ins Leben gerufen, damals auf Initiative der „Markenweberei UG“ in Kooperation mit dem Katholischen Verein für soziale Dienste in der Region Kempen-Viersen e.V.. Ziel der Plattform war es zunächst, die Kempener Flüchtlingshilfe von Hilfsorganisationen, privaten Helfern und amtlicher Seite zu koordinieren, zu bündeln und transparent zu machen. „2020 sehen wir uns nun einem Notstand ganz anderer Dimension ausgesetzt“, so Stadtsprecher Christoph Dellmans. Die Stadt Kempen arbeite zur Zeit auf Hochtouren daran, die Plattform kempenhilft.de schnell für Hilfsangebote in Zeiten der Corona-Krise umzubauen: „Kempener Bürger sollen eine ständig aktuelle Informationsquelle haben, um sich unkompliziert über Spendengesuche (Bedarf), ehrenamtliches Engagement und weitere Fragen des Hilfsangebotes in Kempen informieren zu können. Aber auch Einzelhandel und Wirtschaft sollen umfänglich alle staatlichen Hilfsangebote abrufen können.“

Jeder, der sich beteiligen möchte, kann sich per E-Mail an die Geschäftststelle wenden: kempenhilft@kempen.de

In vielen anderen Orten haben sich Initiativen gebildet, so auch in Krefeld. Die Aktion Krefeld hilft bringt junge Leute, die Einkaufsdienste anbieten wollen, mit Älteren zusammen. Weitere Informationen hier.