Bundesverdienstmedaille für Peter Siegel: Die Kultur in Tönisvorst gehalten

Bundesverdienstmedaille für Peter Siegel : Die Kultur in Tönisvorst gehalten

Peter Siegel aus Tönisvorst hat für sein jahrzehntelanges Engagement im kulturellen Bereich die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Siegel war im Jahr 1993 maßgeblich an der Gründung des Stadtkulturbundes Tönisvorst beteiligt und leitete den Verein 25 Jahre lang als Vorsitzender.

Der Bundespräsident hatte Siegel diese Auszeichnung Anfang des Jahres verliehen. Die stellvertretende Landrätin Luise Fruhen, langjährige Weggefährtin Siegels in der Tönisvorster Politik, übergab nun den Orden im Rahmen einer Feierstunde im Forum am Kreishaus. „Wir können alle sehr dankbar dafür sein, dass Dank Dir, lieber Peter, Tönisvorst kein weißer Fleck auf der Kultur-Landkarte geworden ist“ sagte die stellvertretende Landrätin in ihrer Laudatio.

„Es gab aufregende und schwere Momente, insgesamt überwiegen aber deutlich die schönen und erfolgreichen Jahre. Vor allem der Zuspruch des Publikums und die ausverkauften Säle waren eine schöne Anerkennung", sagte Siegel nach der Ordensübergabe. „Die Auszeichnung mit der Verdienstmedaille ist der krönende Abschluss meines ereignisreichen Kultur-Engagements."

Der Tönisvorster Stadtrat hatte Anfang der 1990er-Jahre den Beschluss gefasst, die finanzielle Unterstützung für die Kulturangebote einzustellen. Siegel, zwischen 1973 und 2014 selbst Ratsmitglied, versammelte daraufhin die Kulturtreibenden der Stadt gemeinsam unter dem neuen Dach des „Stadtkulturbundes“. Er selbst war ambitionierter Hobby-Musiker, hatte ein umfassendes kulturelles Interesse – die Organisation eines solchen Vereins mit einem umfassenden Jahresprogramm musste Siegel sich aber erst noch aneignen.

„Du hast mit Deinen Helfern ungezählte Verträge ausgearbeitet, unterschrieben und verantwortet und namhafte Künstler in großer Zahl nach Tönisvorst geholt. Du hast Veranstaltungsorte gefunden, Werbung und Kartenverkauf organisiert und den Kulturshop als festen Ort für den Stadtkulturbund einerseits und als Anlaufstelle für die Bürger andererseits eingerichtet“, zählte Fruhen auf.

Die Erfolgsgeschichte des Vereins begann schließlich im November 1994 mit der Aufführung des ersten Theaterstücks, eines Agatha-Christi-Krimis. Von da an war der Stadtkulturbund für 25 lange Jahre eng mit seinem Vorsitzenden Peter Siegel verbunden. „Mache sagen gar: Der Stadtkulturbund und Peter Siegel waren identisch“, so die stellvertretende Landrätin. „In all den Jahren gab es nahezu keine Musikgruppe, kein Ensemble und keinen Solokünstler, den Du Dir nicht persönlich auf der Bühne angeschaut hattest, bevor Du ihn für Tönisvorst engagiert hast.“

Im vergangenen September gab Siegel die Führung des Vereins in die Hände von Thomas Nellen. Er selbst ist heute nur noch „normaler“ Besucher der Theaterstücke, Konzerte und Kabarettauftritte in und um Tönisvorst, berichtete die stellvertretende Landrätin. „Dass die Kulturszene heutzutage so reichhaltig ist, ist nicht zuletzt dein Verdienst – und die Auszeichnung durch den Bundespräsidenten der verdiente Lohn.“

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