Entgleisungen an Karneval: Bürgermeister appelliert: "Mehr Respekt vor dem Leben und der Gesundheit anderer Menschen"

Entgleisungen an Karneval: Bürgermeister appelliert: "Mehr Respekt vor dem Leben und der Gesundheit anderer Menschen"

Der Tulpensonntagszug hat seine Spuren hinterlassen. Noch immer liegen Glasscherben in der Innenstadt. Doch viel bedenklicher ist das, was vor, während und nach dem Zug passiert ist. Das rief nun Tönisvorsts Bürgermeister Thomas Goßen auf den Plan.

Hauseingänge und Toreinfahrten als öffentliche Toilette missbraucht, Angriffe auf Mitarbeiter der Ordnungsbehörde und jede Menge so genannter "Intoxikationen”: "Wir haben Feiernde gehabt, die das Kulturgut Karneval zu schätzen wissen und im absolut positiven Sinne gefeiert haben. Und dann haben wir leider Personen, die keinerlei Limit kennen und mit diesem Kulturgut nicht umgehen können. Tendenz aktuell leider steigend”, so Bürgermeister Thomas Goßen, auch Chef der Ordnungsbehörde.

Weniger Besucher, aber mehr Einsätze

Die Zahlen machen das deutlich. Schon im vergangenen Jahr, in dem der Zug nur nach vielen Unterbrechungen überhaupt die komplette Strecke ziehen konnte, hat es eine Verdoppelung der Notfalleinsätze des DRK im Vergleich zum Vorjahr gegeben. Auf 40.

Dieses Jahr gab es zirka 3000 Besucher weniger. Dennoch stieg die Zahl der Notfalleinsätze des DRK auf 46 — allein sieben davon nach Gewaltdelikten. Vor allem auf dem REWE-Parkplatz und an der Willicher Straße habe es vermehrt Entgleisungen gegeben.

Daher appelliert der Bürgermeisters: "Mehr Respekt. Mehr Respekt vor der ganzen Arbeit, die Mitglieder der Karnevalsvereine in ihrer Freizeit leisten, damit wir überhaupt Ort und Anlass haben, Karneval zu feiern. Mehr Respekt vor dem öffentlichen Raum — es ist unser aller Eigentum. Mehr Respekt vor dem Eigentum anderer. Ich glaube, keiner hat Lust, den Hauseingang von Unrat oder anderem zu befreien. Vor allem aber Respekt vor dem Leben und der Gesundheit anderer Menschen. Seien es Mitfeiernde, ehrenamtliche Rettungskräfte oder Mitarbeiter der Ordnungsbehörde. Es ist ein mehr als trauriges Bild, dass Rettungs- und Vollzugskräfte im Dauereinsatz sein müssen, weil andere völlig entgleisen”, so Goßen.

Sinn des Karnevalszuges wird hinterfragt

Der Zug wird von Jahr zu Jahr immer kürzer. Nun treten vermehrt diese Begleitumstände auf, die die Durchführung erheblich erschweren und sich viele St. Töniser Bürger schon seit einigen Jahren fragen lassen, ob es überhaupt noch richtig ist, den Zug, so wie er ist, jedes Jahr durchzuführen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Impressionen des St. Töniser Karnevalszugs

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