1. Die Stadt

Leser-Erinnerungen an Herongen: Zur Strafe „Die Glocke“ abgeschrieben

Leser-Erinnerungen an Herongen : Zur Strafe „Die Glocke“ abgeschrieben

Das ist jetzt über 50 Jahre her, aber präsent wie gestern: Im Schullandheim angekommen und im Krähennest einen Schlafplatz erkämpft. Den Seesack unter das Bett und dann zum Mittagessen.

War nicht mein Ding diese Froschaugensuppe (Sago). Dafür gab es sie auch öfters, genau wie den Hagebuttentee.

Den Amandus gab es zu der Zeit auch schon, stinkend. Das kleine Plantschbecken durften wir benutzen und auf Anordnung des Lehrers auch reinigen. Unser Lehrer hatte sowieso Großes mit uns vor. Wir mussten Messschnüre herstellen: alle 10 cm ein kleiner Knoten, alle 50 cm zwei Knoten und bei einem Meter ein dicker Knoten.

Damit haben wir die ganzen Häuser vermessen und aufgezeichnet. Wieder in der Schule sollte dann das Schullandheim als Miniatur gebaut bei St. Martin im Schulzug mitziehen. Wurde aber nie realisiert.

Ein Paar von uns machten sich beim Messen immer vom Acker: es waren ja auch Mädchen da! Weil wir erwischt wurden, durften wir zur Strafe die Glocke abschreiben. "Cool" wie wir waren haben wir dann auf Vorrat geschrieben.

Bei "Cool" fällt mir noch ein: nach den abendlichen Gute Nacht Geschichten unseres Lehrers schlichen wir nur noch Rudelweise zum WC.

Mit Erstaunen habe ich den Bericht gelesen. Leider hat die Stadt für viele unmögliche Dinge Geld , aber nicht für junge Menschen. Es war eine gute und wichtige Erfahrung damals.

(City Anzeigenblatt Krefeld II)