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Zur Person der Krefelder OB-Kandidatin Kerstin Jensen

OB-Kandidatin Kerstin Jensen : „Freue mich auf den Wahlkampf“

Die CDU übt Kritik an der Amtsführung von Oberbürgermeister Frank Meyer und bietet mit dem ersten weiblichen Kandidaten eine Alternative an.

„Wir unterbreiten den Krefeldern ein hervorragendes Angebot“, schaut CDU-Vorsitzender Marc Blondin stolz auf Kerstin Jensen, „sie ist entschlussfreudig und charakterstark“.

Die Krefelder Rechtsanwältin wurde vom Kreisvorstand der Partei einstimmig zur OB-Kandidatin nominiert. Die Kommunalwahl findet am 13. September statt.

„Wir wünschen uns in der Stadtverwaltung eine starke Führung“, begründet Philibert Reuters, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat, die Entscheidung für Kerstin Jensen.

Denn daran mangele es unter Leitung von Amtsinhaber Frank Meyer (SPD). Reuters: „Meyer repräsentiert die Stadt gut nach außen, aber er führt die Verwaltung nicht. Er ist ein Meister der Ankündigung, hat aber Schwierigkeiten, diese auch umzusetzen.“

Beispiele seien der schleppende Sanierungsprozess der Grotenburg oder die mangelnde Ausweisung von Neubaugebieten. „Da werden wir von Kempen und anderen Nachbarstädten überholt.“

Kerstin Jensen hatte dann auch nicht lange gezögert, als Blondin und Reuters ihr die Kandidatur antrugen. „Ich freue mich über die Entscheidung und freue mich auf den Wahlkampf“, gibt sie sich kämpferisch.

Als Oberbürgermeisterin wolle sie vor allem die Stadtverwaltung verbessern. „Ich baue keine Luftschlösser, sondern möchte Chancen nutzen“, fasst sie nüchtern ihr Programm zur Entwicklung der Stadt zusammen.

Das OB-Amt traut sie sich zu, obgleich sie bisher weder einen Sitz im Stadtrat hat noch eine Stadtverwaltung geführt hat. „Verwaltungsarbeit war bereits Teil meines Studiums“, unterstreicht die Juristin. Zudem habe sie bei ihrer Ausbildung praktische Erfahrungen in Landratsämtern gesammelt.

In der Krefelder Bürgerschaft gilt Jensen als gut vernetzt. Man kennt sie als Vorsitzende des Arbeitskreises Krefelder Frauen, der die „Ferienspiele ohne Ranzen“ auf der Stadtwaldwiese durchführt. Im Stadtrat ist Jensen als sachverständige Bürgerin im Umweltausschuss tätig. Vor neun Jahren war sie der CDU beigetreten.

Eigentlich hatte Parteichef Marc Blondin der sozial engagierten Bürgerin einen Sitz im Stadtrat anbieten wollen. Als sich aber die Suche nach einem geeigneten OB-Kandidaten vor Weihnachten zuspitzte, kam ihm der Gedanke nach einer noch größeren Verantwortung in den Sinn.

„Sie hat straight Ja gesagt“, zeigt sich Philibert Reuters beeindruckt von ihrer Entschlusskraft. Und freut sich. Denn Kerstin Jensen habe das Profil, auch Wähler außerhalb des eingefleischten CDU-Lagers anzusprechen. Sie sei ebenso für liberale Wähler wie Wähler aus der Mitte von SPD und Grünen vermittelbar. Lediglich bei Links-Wählern sieht Reuters wenig Chancen.

Die offizielle OB-Kandidatur muss noch auf der CDU-Vertreterversammlung am 28. März bestätigt werden. Doch jetzt bereits gibt Reuters die Losung aus: „Der Wahlkampf hat begonnen.“

Zur Person

Kerstin Jensen, die frisch gebackene OB-Kandidatin der CDU, ist Jahrgang 1967, verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne.

Sie gehört der Bürgerinitiative zur Erhaltung des Bootshauses an, dem Bürgerverein Hüls, dem Gartenbauverein Röck-Stöck und dem Frauen-Club Zonta. Überdies ist Jensen auch Mitglied von Greenpeace und des WWF (World wide fund for nature).

Bereits als Jura-Studentin absolvierte Kerstin Jensen Praktika bei der Bundeszentrale für politische Bildung und im Deutschen Bundestag. Nach ihrem Studium arbeitete sie als Geschäftsführerin eines privaten Bildungsträgers.

Seit 2001 ist sie in Krefeld als Rechtsanwältin tätig, seit 2005 mit eigener Kanzlei.