Satire: Zerfällt Krefeld? Hülser und Uerdinger für Hüxit und Uexit

Satire: Zerfällt Krefeld? Hülser und Uerdinger für Hüxit und Uexit

Das Votum der Briten für den Brexit gibt "Unabhängigkeitsbewegungen" in ganz EU-Europa Auftrieb. Auch in Krefeld ist die Sezession ein Thema.

Die Hülser sind schon immer etwas eigen gewesen. In Krefeld, wo die anderen Stadtteile in der Mehrheit sind, sind sie nie richtig angekommen. Der Hüxit wird bei frischem Breetlook inzwischen nicht nur in Hinterzimmern diskutiert. Der Name des ersten Hülser Präsidenten ist rund um den Marktplatz ein offenes Geheimnis.

Die Uerdinger sind da schon einen Schritt weiter. Die Rheinstadt wurde ohnehin nie nach Krefeld eingemeindet, sondern fusionierte 1928/29 mit der größeren Nachbarin zur Doppelstadt Crefeld-Uerdingen. Viele Uerdinger bedauern das bis heute: 1940 wurde das "Uerdingen" aus dem Namen gestrichen. Der Uexit würde das alte Unrecht wieder gut machen.

In der EU wollen die Uerdinger hingegen auf jeden Fall bleiben - schon wegen der Exportchancen des Chemparks.

Dass Traar seit 1929 zu Krefeld gehört, hat sich rund um den Egelsberg noch nicht überall herumgesprochen. Hier zeugt noch das Traarer Rathaus von 1914 vom Willen zur Eigenständigkeit. Dem könnte der Traxit entsprechen. Ein Referendum soll bereits in Vorbereitung sein. Die Mehrheit gilt als sicher.

Ähnliche Bestrebungen gibt es in Gellep-Stratum, das die landhungrigen Crefelder 1929 aus dem damaligen Amt Lank (heute Meerbusch) herausrissen. Aktuell ist unklar, ob die Gelleper lieber die Unabhängigkeit ("Gellexit") oder den Anschluss ans reiche Meerbusch wünschen.

Die Fischelner kommen ohnehin alleine am besten klar: Das intarke Ortszentrum rund um die pulsierende Kölner Straße versorgt sie mit allem Nötigen. Und ein eigenes Stadtbad haben sie auch.

Unklar ist nur, wie man eine Fischelner Unabhängigkeitsinitiative nennen soll: Fischlxit? Fischeln-Ex?

Ein ähnliches Problem treibt auch die Linner um. Das schmucke Örtchen an der heutigen Rheinbabenstraße war fast 700 Jahren eine eigenständige Stadt, bevor es 1901 vom wachsenden Crefeld geschluckt wurde.

Die Unabhängigkeitsflagge auf Burg Linn wäre auch ein Zeichen der Kontinuität. Der Flachsmarkt brächte sichere Steuereinnahmen. Also Linnexit? Lixit?

Bleibt noch die Frage, was in einem solchen Fall aus Oppum, Bockum, Cracau, Gartenstadt, Forstwald und dem Südbezirk wird?

Denn selbstverständlich wird das Kernareal innerhalb der Wälle ("Alt-Crefeld") die Chance nutzen, die lästigen Randgebiete mit ihren ständigen Partikularinteressen und den nervenden Breetlook-Rufen schnell loszuwerden ("Krefexit").

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