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Chancen für junge Leute : Wo noch Potenzial schlummert

Chancen für junge Leute : Wo noch Potenzial schlummert

Mathe und Technik sind bei vielen Schülern nicht gerade beliebt. Dabei bieten Ausbildungen und Berufe auf deren Grundlage beste Zukunftsaussichten. Ein neues Projekt rührt deshalb tüchtig die Werbetrommel.

„Wir brauchen ungewöhnliche Zugangswege“, fordert Dr. Monika Eigenstetter. Die Leiterin des neuen Projektes „Mint in mind“ möchte Jugendliche an die Themen Technik, Naturkunde und Mathematik auch außerhalb der Schule heranführen. „Dabei sollten wir besonders Kinder aus benachteiligten Familien und Mädchen ins Auge fassen“, appelliert die Professorin der Hochschule Niederrhein. Denn diese Zielgruppen sind bislang in technischen Ausbildungen und Berufen unterrepräsentiert.

„Aber da schlummert noch ein großes Potenzial“, stimmt ihr Thomas Rachel zu. Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesforschungsministerium ist am Mittwoch nach Krefeld gekommen, um den Städten Krefeld und Mönchengladbach sowie den Partnern Hochschule Niederrein und Regionalgentur Mittlerer Niederrhein den Förderbescheid seines Ministeriums für drei Jahre zu übergeben.

Das geförderte Projekt heißt nicht umsonst „Mint in mind“. Das Wortspiel will besagen, dass die sogenannten Mint-Fächer (Mathe, Informatik, Naturkunde und Technik) in den Gedanken der Kinder und Jugendlichen als Perspektive für ihre berufliche Zukunft präsent sein sollen. „Always in my mind“ (immer in meinen Gedanken), zitiert Rachel zur Bekräftigung einen Klassiker von Pop-Ikone Elvis Presley.

Der Hintergrund der Förderung ist klar: Die Wirtschaft sucht händeringend Fachkräfte auf diesen Gebieten. Wenn Deutschland im verschärften Wettbewerb mit anderen Ländern mithalten will, bedarf es eines Schubs von Ingenieuren, Konstrukteuren, Facharbeitern und Erfindungen. Umgekehrt sind die beruflichen Chancen der jungen Generation in diesen Bereichen bestens.

Das neue Projekt „Mint in mind“ soll die vielen bestehenden Initiativen auf diesem Gebiet bündeln und systematisieren sowie neue Initiativen außerhalb der Schule ermöglichen.

Stolz konnte Krefelds Stadtdirektor Markus Schön auf bereits gelungene Einrichtungen verweisen: „Unser Zentrum für digitale Lernwelten bietet Fortbildungen für Lehrer, Jugendliche und Kinder“. 

Auch die Hochschule Niederrhein stellte ihr diesbezügliches Highlight vor: die Werkstatt „Maker space“ für junge Konstrukteure und Tüftler. Ein Film zeigte, wie sich eine junge Dame per 3D-Drucker eine passende Vase für ihren Blumenstrauß ausdruckte und wie selbst gebaute Drohnen gen Himmel stiegen.

Um nun aber mehr Jugendliche als bisher für technische Fragen zu begeistern, muss „Mint in mind“ darüber hinaus gehen. Projektleiterin Dr. Eigenstetter: „Wir brauchen niedrigschwellige Angebote.“ So sollten beispielsweise Jugendliche mit Migrationshintergrund auch über Religionsgemeinschaften angesprochen werden. Dr. Eigenstetter bringt auch Hausärzte als mögliche Vermittlungsstellen ins Gespräch. Ganz entsprechend ihrer Forderung nach „ungewöhnlichen Zugangswegen.“