1. Die Stadt

Wie transparente Mode den Zeitgeist ausdrückt

: Wie transparente Mode den Zeitgeist ausdrückt

Mode wandelt sich analog zu gesellschaftlichen Entwicklungen. Man erinnere sich bloß an die repräsentative Standesmode des Mittelalters oder die betont weiblichen Bekleidungstrends der Nachkriegszeit. Als Ausdruck eines sich stets weiterentwickelnden Zeitgeists lassen sich an den Modetrends einer Periode teils sogar die Werte der jeweiligen Zeit ablesen. So auch an den Trends der Gegenwart. Einer davon sind Kleidungsstücke mit hoher Transparenz.

Ob es um Handtaschen, Regenmäntel oder Blusen geht: Durchsichtige Mode gilt seit der jüngeren Vergangenheit als einer der wichtigsten Trends. Ob Chanel, Valentino oder Lagerfeld: Zahlreiche Top-Designer haben sich dem Durchblick verschrieben. Um Kleidungsstücke aus Materialien wie Netzstoffen, Chiffon und PVC hat sich unter ihrem Einfluss ein regelrechter Hype entwickelt. Was sagt das über den Zeitgeist der Gegenwart aus?

Mehr Durchblick

Von Heidi Klum über Fergie und Gwen Stefanie: Wie Stars die Modewelt beeinflussen, zeigt sich am transparenten Modetrend der Gegenwart auf eindrucksvolle Weise. Seit solche Berühmtheiten transparente Kleidungsstücke über den Roten Teppich geführt haben, kommt kaum noch jemand vollständig an durchsichtigen It-Pieces vorbei.

Das gilt beispielsweise für transparente Blusen, die in Modellen aus Chiffon und luftiger Kunstfaser die Weiblichkeit ihrer Trägerinnen betonen. Von elegant bis lässig decken durchsichtige Kleidungsstücke wie diese mittlerweile fast jede Stilrichtung ab. Dabei geben sie allesamt wichtigen Zeitbedürfnissen Ausdruck. Für die aktuelle Ära beispielsweise ist kaum etwas so kennzeichnend wie die Sehnsucht nach Vereinfachung und Durchblick in einer zunehmend komplexen Welt.

Höherer Einblick

Tatsächlich ist die Forderung nach Transparenz im 21. Jahrhundert allgegenwärtig. So beispielsweise in der Politik: Die Offenlegung interner Abläufe und Vorhaben wird hier oftmals als Basis für Mitbestimmungsrechte empfunden. Als politischer Begriff führt die Transparenz zurück ins 18. Jahrhundert: die Epoche der Aufklärung. Moderne Demokratie-Theorien sind in dieser Zeit entstanden und teilten damals die Ansicht, dass der Staat der aufgeklärten Gesellschaft auch die letzten Geheimnisse offenlegen müsse.

Als Gegenwartsnorm geht der Transparenzbegriff allerdings weit über die Politik hinaus. Im Gesundheitswesen beispielsweise fordert man höhere Transparenz und Nachvollziehbarkeit für Patienten und im Internet hinsichtlich der Datensicherheit. Aber auch in der Arbeitswelt geht es um Einblicke und Durchblick. Zeitgleich gewährt man auf Sozialen Netzwerken selbst volle Transparenz, was die eigene Person betrifft. Grundsätzlich wird die Forderung nach Offenlegung in einer Überwachungsgesellschaft wie der gegenwärtigen an jeden einzelnen gestellt. Wer nichts zu verbergen hat, so die Vermutung, gibt gerne Einblicke. Wehrt man sich gegen Zwänge wie diesen, erregt man Verdacht. Kein Wunder, dass sich transparente Kleidungsstücke vor Zeithintergründen wie diesen zum Trend entwickelt haben.

  • Ratgeber : Fünf relevante Faktoren für einen umweltbewussteren Lebensstil
  • Dreifach Beethoven: Der berühmte Komponist tritt
    Beethoven im Stadttheater : „In mir steckt der Satan“
  • Stammbaum: GiselaVarzandeh, geborene Schumacher, hat eine
    Begründer des Forstwalds auf Datenspeicher : Digitaler Familiennachlass

Transparenz im Kleiderschrank

Als Ausdruck des Zeitgeists gehört transparente Mode heutzutage in jeden Kleiderschrank. Ob man sich bewusst auf die Zeithintergründe beziehen möchte oder an den Kleidungsstücken nur die Ästhetik schätzt: Zu viel Transparenz sollte es im Alltag trotzdem nicht sein. Lieber setzt man mit Chiffon-Blusen und Co durchsichtige Akzente, damit die Outfits alltagstauglich bleiben. Übrigens lassen sich Kleidungsstücke wie durchsichtige Blusen dank Layering-Technik sogar bürotauglich stylen. So beispielsweise mit Bodys oder Unterhemden unter zarten Chiffon-Stoffen.