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Anlagenbauer schließt Werk in Krefeld: Voith Paper macht dicht

Anlagenbauer schließt Werk in Krefeld : Voith Paper macht dicht

Schreckensnachricht von Voith Paper: Die Firma hat erneut einen radikalen Personalabbau beschlossen. Das Werk in Krefeld (noch 220 Mitarbeiter) wird geschlossen. Damit endet eine 148-jährige Industriegeschichte.

Das Grundstück soll verkauft werden.

Die Seidenstadt verliert weiter massiv Industriearbeitsplätze. 50 der (noch) 220 Voith-Mitarbeiter sollen das Angebot bekommen, nach Mönchengladbach oder Düren zu wechseln. Bereits heute beginnen zwischen Firmenleitung und Betriebsrat Verhandlungen über einen Sozialplan, in dem Abfindungen ausgehandelt werden.

Überraschend kommt der Schritt nicht. Bereits im Spätsommer 2013 hatte Voth wegen der stetig sinkenden Nachfrage nach Papiermaschinen angekündigt, die Produktion in Krefeld stillzulegen und 210 Arbeitsplätze zu streichen.

Der Protest war groß, auch NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider eilte nach Krefeld und zeigte sich solidarisch. Die Befürchtung vieler Mitarbeiter damals: "Ohne Produktion stirbt das Werk", Das hat sich jetzt bewahrheitet.

"Das war eine Salamitaktik der Firmenleitung", kritisiert Krefelds DGB-Chef Ralf Köpke. Nun müssten die Voith Paper-Mitarbeiter Managementfehler ausbaden. Das Firmengelände an der Voithstraße soll wohl verkauft werden. Nach Medienberichten interessiert sich der Unternehmer Jan Kleinewefers dafür.

Voith-CEO Dr. Hubert Lienhard kommentierte die Pläne mit den Worten: "Wir gehen entschlossen weitere Schritte auf dem Weg, Voith nachhaltig als wettbewerbsfähigen Technologieführer im digitalen Zeitalter aufzustellen."

Von einem "Entschluss der Geschäftsführung, der furchtbar für die Belegschaft und schlecht für den Industrie- und Wirtschaftsstandort Krefeld ist", spricht Krefelds Erster Bürgermeister Frank Meyer (SPD).

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Krefeld sieht das Unternehmen Voith in der Pflicht, "sozial verträgliche Regelungen für die überaus qualifizierte und engagierte Belegschaft zu finden".

(StadtSpiegel)