: Vierbeinige Weltmeister aus Krefeld

: Vierbeinige Weltmeister aus Krefeld

Nikolai Schreiber hat sein Leben seinen Tieren verpflichtet. Er züchtet osteuropäische Schäferhunde, und das mit großem Erfolg. Seine reinrassigen Hunde sind schon Europa- und Weltmeister geworden.

Es tut sich etwas hinter der Haustüre. Ein kurzes Klingeln und schon ertönt ein dumpfes Bellen. „Jetzt wollen sie Sie erst einmal beschnuppern, dann ist alles gut“, sagt Nikolai Schreiber als er den ExtraTipp empfängt.

„Sie“ sind Aron und Dana, zwei osteuropäische Schäferhunde. 70 Zentimeter Schulterhöhe, fast 60 Kilogramm Gewicht, ein gerader Rücken und ein imposanter Brustkorb sorgen für eine beeindruckende Statur. Doch Angst ist fehl am Platze, nach dem ersten Kennenlernen ziehen sich die Tiere auf ihren Platz zurück, ohne Murren, Hektik oder jedwede Aggressivität. „Das liegt am Charakter der Tiere, die zum Beispiel auch sehr kinderlieb sind, auch wenn man es ihnen wegen ihres Aussehens nicht zutraut. Und am wichtigsten ist natürlich die richtige Erziehung“, erklärt der Hundezüchter (Vegas Imperium). Und die hat scheinbar funktioniert, das kraft- aber auch liebevolle Duo reagiert schon auf kurze Handzeichen.

Gezüchtet wurde der osteuropäische Schäferhund ursprünglich in der ehemaligen Sowjetunion und wurde meist als Schutzhund in der Armee oder dem Grenzschutz eingesetzt. „Wegen ihrer Disziplin und weil sie so leise sind, sie bellen nicht einfach drauf los, nur wenn sie eine Person oder ihr Revier beschützen wollen“, schildert Schreiber, der seit Kindheitstagen mit Hunden arbeitet. Man glaubt es sofort, liegen Aron und Dana doch auch während des gesamten Gesprächs im Flur und beobachten neugierig, was ihr Herrchen so treibt.

Nikolai Schreiber mit seiner Dana, einem osteuropäischen Schäferhund. Sie und Rüde Aron sammelten fast unzählige Auszeichnungen (unten). Foto: Samla/Reuter

Doch weniger wegen des Verhaltens, sondern vielmehr wegen ihres Gardemaßes sind die Tiere bereits mehrfache Europa- und Weltmeister geworden. Für letzteren Titel mussten sie sich Jurys in fünf verschiedenen Ländern stellen. Alle waren vom Körperbau, dem Fell und den Proportionen vollends überzeugt. „Das macht mich natürlich stolz“, sagt der Züchter mit strahlenden Augen.

„Ich möchte die Rasse

bekannter machen“

Alle seine Tiere, mehrere Hundert gingen in den letzten zehn Jahren durch seine Hände, sind reinrassig und entsprechen den Anforderungen. Selbstverständlich haben sie auch alle Nachweise, Papiere und einen entsprechenden Stammbaum. „Aber ich mache das nicht um Geld zu verdienen, dafür stecke ich selber zu viel Aufwand in die Sache. Ich möchte einfach gute Hunde züchten und diese tolle Rasse bekannter machen“, so Schreiber. Das hat er geschafft. „Einige Leute sprechen mich auf der Straße an, wenn sie meine Hunde sehen und wie sie sich verhalten“, erzählt der gebürtige Kasache. Doch nicht nur lokal, europaweit kommen Anfragen für seine Tiere.

Und das verwundert nicht. Aron und Dana merken, dass das Gespräch vorüber ist und nähern sich nach kurzem Augenkontakt mit ihrem Herrchen ruhig aber behände. Sie bilden nun den insgesamt fast 120 Kilo schweren Geleitschutz für den kurzen Weg zur Tür - nicht nur „ausgezeichnete“, sondern auch beeindruckende Tiere.

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