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Quarantänefälle in Abschlussklassen sorgen für angespannte Situation: Vier Klagen gegen Krefelder Ausgangssperre

Quarantänefälle in Abschlussklassen sorgen für angespannte Situation : Vier Klagen gegen Krefelder Ausgangssperre

Oberbürgermeister Frank Meyer hat in der städtischen Corona-Pressekonferenz um Verständnis für die verschärften Einschränkungen geworben, die seit Montag gelten. Er verweist auf den deutlichen Zuwachs bei der Sieben-Tages-Inzidenz von 148 vor einer Woche auf nunmehr 235 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Zugleich müssten auch deutlich mehr Patienten in den Krankenhäusern behandelt werden. „Aus anderen Städten erreichen uns bereits Meldungen, dass Corona-Patienten verlegt werden müssen. Hier in Krefeld gibt es keinen Grund zur Panik, aber zur Vorsicht. Wir beobachten eine Zunahme schwerer Krankheitsverläufe. Und wer heute erkrankt, taucht erst in zwei Wochen in der Statistik der Kliniken auf“, sagt Frank Meyer, der auch den städtischen Krisenstab leitet.

Bislang liegen der Stadt Krefeld vier Klagen gegen die neue Allgemeinverfügung vor. Sie richten sich sowohl gegen die Maskenpflicht in Parks als auch gegen die Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr. Nach Rückmeldungen aus der Bevölkerung sollen einzelne Punkte des Regelwerks in dieser Woche nochmals überprüft werden. „Wir werden schauen, ob irgendwo Nachbesserungsbedarf besteht, denn die Hinweise aus der Bürgerschaft nehmen wir sehr ernst. Besonders viele Rückmeldungen haben wir zum Thema Sport in Parks und Grünanlagen erhalten. Hier wird die Frage aufgeworfen, ob dabei wirklich Maskenpflicht gilt“, erklärt Stadtdirektor Markus Schön, der auch als Sport- und Schuldezernent fungiert.

Die Situation in den Schulen nennt der Dezernent „sehr angespannt“. Denn obwohl die jüngeren Schüler im Distanzunterricht bleiben, kommt es allein unter den Abschlussklassen zu vielen Quarantänefällen. Auch aus Kindertagesstätten werden vermehrt Corona-Infektionen gemeldet. „Die Landesregierung ist hier wohl noch in der Findungsphase. Ich halte es jedoch für schwer vertretbar, in den Kitas alles weiterlaufen zu lassen. Da muss dringend etwas passieren“, sagt Markus Schön. Er sieht auch zunehmend Probleme, ausreichend Personal zur Verfügung zu stellen. Das liegt zum einen an Quarantänefällen, zum anderen daran, dass Erzieher ihre eigenen Kinder im schulpflichtigen Alter nun wieder zu Hause betreuen müssen.

Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen weist auf Schwierigkeiten bei der Vergabe der Impftermine hin. Zwar seien sowohl die Kapazitäten im Impfzentrum als auch die personelle Ausstattung vorhanden, allein es fehle am Impfstoff. „Ein Termin kann erst zugesagt werden, wenn klar ist, dass zu diesem Zeitpunkt genügend Impfstoff vorhanden ist“, betont die Dezernentin. Vor dem gleichen Hintergrund rät sie dringend dazu, für Begleitpersonen von über 70-Jährigen schon bei der Terminvergabe eine gesonderte Impfung zu vereinbaren. Es sei nicht möglich, „einfach spontan eine zweite Person mitzubringen“.

Für Risikopatienten, die einen Impftermin brauchen, steht die Telefonnummer 02151/86-462240 zur Verfügung. Vier Mitarbeiter nehmen dort werktags zwischen 9 und 15.30 Uhr Anfragen von Risikopatienten entgegen und kümmern sich um die Terminvergabe.◄