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Bürgerschaftliches Engagement: Viele Menschen wollen helfen

Bürgerschaftliches Engagement : Viele Menschen wollen helfen

Krefeld ist seit jeher für sein ausgeprägtes bürgerschaftliches Engagement bekannt - dies zeigt sich nun wieder einmal während der Coronakrise. Das Bündnis „Krefeld solidarisch - Jugend hilft“ hat binnen einer Woche mehr als 150 „Einkaufshelfer“ generiert - doch die Nachfrage hält sich in Grenzen.

Von Jörg Zellen

„Nein, nein. Das können wir noch selber. Aber die Aktion ist toll.“ Sätze wie diese hören Reno Müller und seine Mitstreiter in diesen Tagen immer wieder. Der Messeveranstalter und die Bürgergemeinschaft Bismarckviertel haben in der Nachbarschaft Handzettel verteilt, um den Menschen, die zur „Corona-Riskigruppe“ gehören, als Einkaufshelfer unter die Arme zu greifen. Mehr als 70 Ehrenamtler wollen den vorwiegend älteren Menschen während der Krise zur Seite stehen. „Doch wer denkt, dies ist so leicht, der täuscht sich. Wir müssen Überzeugungsarbeit leisten“, berichtet Reno Müller und ergänzt: „Wir brauchen das noch nicht, wir sind noch gut zu Fuß - solche Aussagen kommen von lieben Menschen über 80.“ „Wir appellieren dann an die Einsicht und sagen ihnen, dass wir doch nur möchten, dass sie sich nicht unnötig der Gefahr aussetzen.“

Ähnliche Erfahrungen hat auch Matthias Hoeps vom Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung in seiner Funktion als Koordinator der Aktion „Krefeld solidarisch - Jugend hilft!“ gemacht. „Der Zuspruch und die Hilfsbereitschaft der Menschen sind riesengroß. Wir haben ein buntes Netzwerk aufgebaut. 15 Organisationen unterstützen uns, viele Privatleute haben sich aufgrund des Aufrufs am vergangenen Sonntag im Extra-Tipp gemeldet.“ Die Crux: „Wir haben doppelt so viele Einkaufshelfer wie Aufträge“, sagt Hoeps und sucht nach einer Erklärung: „Der Einkauf gehört für viele Menschen noch zu den Dingen, die man selbständig erledigen möchte. Es gibt vielleicht eine Angst davon, dies aufzugeben.“

Auch Beigeordneter Markus Schön unterstützt die Initiative, hat diese unter dem Dach der Stadt angesiedelt. „Uns ist das eine Herzenangelegenheit. Wir möchten vor allem die älteren Menschen bitten, dass sie in diesen Tagen zuhause bleiben und sich helfen lassen“, sagt er.

Weitere Informationen bei Matthias Hoeps unter Tel. 02151-863354.