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Undichtes Dach: Was tun, wenn es tropft?

: Undichtes Dach: Was tun, wenn es tropft?

Es ist ein Szenario, vor dem sich Hausherren stets fürchten. Man kommt nach Hause und mitten im Flur oder im Wohnzimmer findet sich eine größere Pfütze, nach und nach tropft mehr Wasser von der Decke. Diagnose: Das Dach ist undicht!

Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass aufwendige und teure Arbeiten anstehen, um den Schaden zu beheben. Doch trotz oder gerade wegen der unangenehmen Situation gilt es, so schnell wie möglich zu handeln und die richtigen Schritte einzuleiten. Doch was ist das richtige Verhalten, wenn Feuchtigkeit von oben in das Gebäude dringt?

Erste Maßnahmen im Fall eines undichten Daches

Wenn der Wasserschaden entdeckt wird – entweder, weil es schon durch die Decke tropft, oder wenn sich dunkle gelbe Flecken abzeichnen oder ausbreiten – gilt es in jedem Fall, so schnell wie möglich zu handeln. Wenn sich das Dach direkt über dem Raum oder anschließend daran befindet, ist der Schuldige schnell gefunden, doch was ist dann zu tun?

  1. Wohnraum vor dem Wasser schützen: Wenn es punktuell tropft sollte natürlich direkt ein Eimer oder eine größere Schüssel untergestellt werden. Damit Spritzwasser von den Tropfen nicht die Flächen darum benetzen, sollten die Gefäße mindestens 40 Zentimeter tief sein. Bei einer dichten Spanndecke, die das durchdringende Wasser sammelt und dadurch eine Blase bildet, muss diese bei zu großem Volumen oder wenn eine Rissbildung droht abgelassen werden. Das darf keineswegs geschehen, indem das Deckenmaterial an der Blase durchstochen wird – dringend vorinstallierte Ventile oder Öffnungen für Lampen nutzen. Sind diese nicht vorhanden muss das Wasser von einer Zimmerecke aus abgelassen werden, indem die Spanndecke vorsichtig von außen nach innen abgezogen wird.
  2. Undichte Stelle finden: Wenn der Wohnung nichts mehr passieren kann, muss der Weg unters Dach angetreten werden. Durch das Dach eindringendes Wasser muss nicht immer bedeuten, dass ein sichtbarer, größerer Schaden an der Bausubstanz vorliegt. Auch kleine Haarrisse im Dichtungsmaterial und gelockerte Ziegel können dazu führen, dass die Feuchtigkeit das Dach langsam aber sicher durchdringt. Außerdem können selbst bei einem sonst intakten Dach Dichtungsmängel an Öffnungen für Dachfenster oder am Kamin zu führen, dass Wasser eintritt. Selbst ein dicker Moosbewuchs oder Blätter und Äste, die sich auf dem Dach ansammeln, können dazu führen, dass Wasser nach und nach hinter das Blech am Schornsteinfuß sickert. Nach einem Unwetter oder stärkeren Windböen sind häufig kaputte oder verrutschte Dachpfannen das Problem, durch das der Feuchtigkeitseintritt zu Stande kommt. Das ist recht leicht mit einem Blick von außen auf die Dacheindeckung sichtbar – doch die Suche sollte in einem größeren Bereich erfolgen, da es möglich ist, dass das Wasser von oben nach unten größere Wege zurücklegt, bevor es im Inneren sichtbar wird. Bei Flachdächern sind häufig über die Jahre entstandene Risse im Bitumen Schuld daran, dass das Wasser das Dach durchdringen kann. Die Bitumenschicht muss dann so schnell wie möglich erneuert und an Problemstellen abgedichtet werden.
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  3. Dachdecker oder Experten konsultieren: Häufig stecken die Probleme am Dach im Detail und sind von Laien kaum zu entdecken. Wenn etwa bestimmte Abstände zwischen Dachpfannen an Dachübergängen nicht stimmen, kann dort bei starkem Regen angestautes Wasser eindringen. Daher sollte dringend ein erfahrener Dachdecker diese Fehlersuche durchführen. Durch solche Probleme eindringendes Wasser an einzelnen Stellen lässt sich dann mit etwas Glück mit kleinen Maßnahmen beheben. Außerdem ist es für Laien häufig schwieriger, die Fehlerquelle und die tatsächlich undichte Stelle richtig zu bestimmen. Der fachmännische Blick hilft dabei, die Problemursache korrekt aufzuspüren und direkt die richtigen Maßnahmen einzuleiten. Da bei Feuchtigkeit im Dach schwerwiegende langfristige Schäden entstehen können, ist eine Reparatur in Eigenregie meist nicht empfehlenswert. Eventuell muss eine Behelfsabdichtung aufgebracht werden, um genügend Zeit für die Wartungsarbeiten zu schaffen.

Folgeprobleme durch Feuchtigkeit im Dach

 Moos auf dem Dach kann dazu führen, dass sich Wasser staut und eventuell eindringen kann.
Moos auf dem Dach kann dazu führen, dass sich Wasser staut und eventuell eindringen kann. Foto: Adobe Stock/Kara

Wasserschäden sind immer schwerwiegend. Wenn dann noch der Faktor Zeit hinzukommt, was bei langsam sickernden Dachschäden häufig der Fall ist. Je mehr Wasser in die Dachstruktur und in die Innenräume eintritt und je länger es dort verharrt, desto schwerer können Schäden und Probleme in der Folge ausfallen.

  • Morsche oder faule Dachbalken, schließlich Instabilität des Daches
  • Schimmelbildung, sowohl an Wänden, in darunterliegenden Räumen oder in der Dachkonstruktion beziehungsweise der Dämmung
  • Beschädigung der Dämmung, wenn die Dämmmaterialien durch die Feuchtigkeit einsacken und dadurch ihre Wirkung verlieren
  • Wasserschäden in Decken und Wänden, wenn die Feuchtigkeit zu lange im Bauwerk verbleibtFeuchte Tapeten oder Fußböden, falls das Wasser weiter durch die Wand sickert

Im schlimmsten Fall muss dann eine vollständige, neue Dacheindeckung her. Da diese Aufgaben aufwendig und teuer sind, ist es dringend empfehlenswert, schnell zu handeln und die Ursache zu beheben, bevor schwerwiegendere und weit teurere Schäden entstehen.

Die gewünschte Lösung ist dann möglicherweise eine Dacheindeckung, die weniger witterungsanfällig ist. Ein Metalldach, das auch schnell und unkompliziert montiert werden kann, ist eine gute und deutlich beständigere Alternative zu den traditionellen Dachziegeln.

Wer kommt dafür auf?

Dachschäden sind überall und stets gefürchtet, da sie häufig unerwartet kommen und die zur Behebung der Ursache mit höheren Kosten einhergeht. Daher lautet die erste Frage häufig, wer für die Reparaturen aufkommen muss.

Leider sind sämtliche Schäden, die am Dach durch langjährige, normale Wettereinflüsse oder gewöhnliche Alterserscheinungen entstehen, alleinig Sache des Eigentümers. Sämtliche Kosten und Arbeiten müssen dann privat übernommen werden. Auch wenn eigentlich ein Versicherungsfall eintritt kann der Versicherer die Auszahlung verweigern, wenn die Dachwartungspflicht nicht beachtet wurde.

Wenn die Schäden nach einem Sturm oder schwerem Hagel festgestellt werden, haben Hausbesitzer häufig mehr Glück. Die Gebäudeversicherung zahlt dann die Sanierung, wenn diese Schäden explizit in der Police erwähnt werden. Eine zusätzliche Elementarversicherung kann beispielsweise zum Tragen kommen, wenn die Schäden durch Frost oder Schneedruck entstanden sind.

Wichtig ist in diesen Fällen jedoch, dass eindeutig erwiesen werden muss, dass die Beschädigung von einer bestimmten Witterung herrührt. Daher ist es eindeutig zu empfehlen, den Tag des Sturmes festzuhalten und wenn möglich Belege vom Deutschen Wetterdienst anzufragen, um zu beweisen, dass es sich tatsächlich um einen Sturm von mindestens Windstärke 8 gehandelt hat – denn erst dann zahlt der Versicherer, da die Beweislast beim Kunden liegt.

Auch Fotos vom Dachstuhl und den Schäden sind wichtig. Möglicherweise schickt die Versicherung einen Gutachter, um die Schwere der Schäden einzuschätzen und abzuwägen, ob die Anfrage gerechtfertigt ist. Daher ist eine möglichst zeitnahe Meldung sehr wichtig. Außerdem sollten dann bis zu diesem Termin nur Notreparaturen wie eine Abdichtung durch eine aufgelegte Folie durchgeführt werden, damit der Schadzustand festgehalten werden kann.

Für die Zukunft: Vorbeugen

 Bei diesem ordnungsgemäß versiegelten Schornsteinsockel dürfte kein Wasser eindringen.
Bei diesem ordnungsgemäß versiegelten Schornsteinsockel dürfte kein Wasser eindringen. Foto: Adobe Stock/Bruno

Wer verhindern möchte, dass es erneut oder überhaupt einmal zu einem solchen Fall kommt, sollte etwas Aufwand betreiben und entsprechend vorsorgen. Mit etwas Aufmerksamkeit und Dachpflege lassen sich viele Ursachen für Schäden und Undichtigkeit von vorneherein vermeiden.

Tipps zur ordnungsgemäßen Dachpflege:

  • Bei Dacharbeiten wie Installationen von Solaranlagen oder Schornsteinen für Pelletöfen dringend ausgebildete Dachdecker zu Rate ziehen oder beauftragen.
  • Regelmäßig inspizieren: Einmal im Jahr sollten Hausbesitzer das Dach sowohl von innen als auch von außen zur optischen Einschätzung der Eindeckung genau unter die Lupe nehmen.
  • Bei der Untersuchung des Dachbodens sollte man besonders bei älteren Häusern überprüfen, ob eventuell Dachsparren durchhängen. Das könnte darauf hinweisen, dass sie aus Alterserscheinungen oder wegen zu viel Feuchtigkeit an Tragfähigkeit verlieren.
  • Besonders bei älteren Dächern häufiger hinsehen – nach etwa 30 Jahren treten vermehrt Mängel auf.
  • Besonders Flachdächer sollten regelmäßig gewartet werden. Die Oberfläche muss auf Beschädigungen oder Alterserscheinungen überprüft werden. Verschmutzungen, Fremdkörper und Moos oder ähnlicher wilder Bewuchs muss ebenfalls entfernt werden.