Krefeld Pinguine: Überraschungsbesuch als Motivationsspritze für Play-off-Kampf

Krefeld Pinguine: Überraschungsbesuch als Motivationsspritze für Play-off-Kampf

Bevor die Krefeld Pinguine in das Wochenende gegen Meister Red Bull München (Freitag) und Play-off-Konkurrent Nürnberg (Sonntag) starten, bekamen sie beim Training unerwarteten Besuch: Arturs Kruminsch schnürte die Schlittschuhe und sorgte für einen besonderen Moment.

Nach monatelanger Leidenszeit hat Arturs Kruminsch gestern wieder einen Schritt in sein altes Leben gewagt. Beim Mannschaftstraining schnürte er die Schlittschuhe und wagte sich auf das Eis, um ein wenig Eishockeyluft zu schnuppern.

"Seit seiner Krebsdiagnose war es das erste Mal, dass er auf dem Eis gestanden hat. Er hat nur ganz locker etwas mit dem Schläger und Puck gearbeitet", erklärt ein erleichterter Matthias Ross. "Es war für ihn ein schöner Moment und eine freudige Überraschung für das ganze Team und den Staff. Er hat seine Chemo abgeschlossen, bisher sieht es sehr positiv aus. Aber natürlich ist es noch ein langer Weg", prophezeit Roos.

Nun folgen wichtige Nachuntersuchungen. Erst dann können die Ärzte sagen, ob der Center den Krebs besiegt hat. "Er war zuletzt auch im Stadion. Da ist es schon schön zu sehen, dass die Haare nachgewachsen sind und das es bergauf geht", freut sich Roos. Für die Schwarz-Gelben dürfte es ein zusätzlicher Motivationsschub sein, ihren Teamkameraden auf dem Weg der Besserung zu wissen.

Mit Selbstbewusstsein in das Wochenende

Sein altes und neues Team richten beim Vorbereitungsturnier in Dresden einen Gruß an Arturs Kruminsch. Foto: Archivfoto Krefeld Pinguine

Rein sportlich hätten sie diesen jedoch gar nicht nötig. Denn nach sechs Siegen aus sechs Spielen gehen sie mit breiter Brust in das kommende Wochenende, an dem gleich zwei Gegner aus Bayern warten. "Dieses Selbstbewusstsein haben wir uns erarbeitet und das müssen wir unbedingt in die nächsten Spiele mitnehmen", berichtet Coach Brandon Reid, der momentan an den Details feilt.

"Das ist normal. Am Anfang der Saison werden die Grundlagen gelegt. Doch die neue Struktur, die neuen Spieler, ein neues Team - das muss alles zusammenwachsen. Jetzt müssen wir weiter an den Feinheiten arbeiten. Dinge wie Automatismen in den verschiedenen Zonen, das Powerplay oder Penaltykilling sind jetzt entscheidend", ist sich Reid sicher.

Freitag erwartet er mit seinem Team Meister Red Bull München, das seinerseits gestern Abend schon in der Champions League gegen den Namensvetter aus Salzburg (Endergebnis 0:0) ran musste und dabei möglicherweise wichtige Körner gelassen hat.

Showdown in Nürnberg

Sonntag kommt es dann zum Showdown in Nürnberg (16.30 Uhr). Die Ice Tigers sind der direkte Konkurrent um den 10. Tabellenplatz. Sollten die Schwarz-Gelben diese Partie gewinnen, wäre zwar keine Vorentscheidung gefallen, aber ein großer Schritt Richtung Pre-Play-offs gemacht. Man könnte sogar auf Tabellenplatz neun schielen. "Die Jungs sind mental und körperlich absolut bereit für diese wichtigen Spiele", ist sich Reid sicher.

Dennoch würde man sich über große Fan-Unterstützung freuen, vor allem beim Heimspiel am Freitag. "Wir rechnen mit 4000-4500 plus x", so Ross und wird zugleich von Reid unterbrochen. "Verdient hätte das Spiel aber 7000 Zuschauer. Die Jungs spielen gut, sie gewinnen, da wäre ein volles Stadion toll."

INFO Bei der Partie am Freitag in der Yayla-Arena ist die Firma EGN Spieltagssponsor und sorgt für ein unterhaltsames Rahmenprogramm mit Gewinnspielen und weiteren Aktionen. Darüber hinaus hat das Fanprojekt eine weitere After-Game-Party organisiert. Auf der werden auch die schweren Jungs von "Specktakel" auftreten.

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