Neue Pläne im Textilmuseum: Besucherrekord 2018

Das Textilmuseum in Linn verzeichnete einen Besucherrekord. Für 2019 gibt es große Pläne.

Eigentlich sollten die beiden altertümlichen Medizinerfläschchen auf dem Müll landen. Doch die Finderin brachte sie lieber Dr. Annette Schieck vorbei, der Leiterin des Deutschen Textilmuseums in Linn. Daran tat sie gut. Denn in den Flaschen mit den antiquierten Etiketten und den merkwürdigen Aufschriften "diamant-schwarz" und "victoriaviolet" befinden sich Farbstoffe zum Färben von Kleidern. Aus der Produktion der ehemaligen Krefelder Textilindustrie.


Und wie es der Zufall will, plant Dr. Schieck für den Herbst eine Ausstellung über die legendäre Farbstoffsammlung der Hochschule Niederrhein. Diese verfügt über 10.000 solcher Flaschen. Die Farbstoffe wurden zwischen ca. 1850 und ca. 1930 in den Uerdinger Textilfabriken entwickelt und dann zum Test an die damalige Fachhochschule geschickt. Dort lagern die Flaschen heute noch.


"Was sind das genau für Farbstoffe", möchte Dr. Schieck wissen, wie wurden sie in der Damenmode eingesetzt und wie ist ihre Haltbarkeit? Dies und mehr soll nun wissenschaftlich untersucht werden. Dazu arbeiten verschiedene Forschungseinrichtungen mit dem Textilmuseum zusammen. Das Bundesforschungsministerium gibt das Geld dazu.


Unter dem Titel "Zeitkolorit" wird Dr. Schieck die Ergebnisse vom 29. September an in einer Ausstellung präsentieren. Sie läuft bis ins Frühjahr 2020.


Diese Ausstellung ist aber nur ein Baustein des anspruchsvollen Jahresprogramms, das sich das Textilmuseum für 2019 vorgenommen hat:


Am 16. Mai eröffnet das Museum eine weitere Folge der Textilkunstausstellung "Fiber Art" mit dem Thema Asien und Europa. Künstler zeigen, wie sie mit Materialien und Farben neue Kunst geschaffen haben. Die Ausstellung ist bis 18. August zu sehen.


Die aktuelle Ausstellung "Tracht oder Mode" hat sich übrigens als Renner erwiesen. In nur zwei Monaten seit November wurde sie von ca. 4500 Besuchern gesehen. Wie überhaupt 2018 ein Rekordjahr war: über 17.800 Besucher. So viele waren es noch nie. Tipp: die Trachtenausstellung läuft noch bis 14. April. Nicht verpassen!


Auch wissenschaftliche Vorhaben stehen auf dem Zettel für 2019. Das Textilmuseum beteiligt sich an einer Forschung über Kleidung bei Migranten und arbeitet seine Sammlung europäischer Seidenstücke auf. Dies fließt ein in ein Projekt zur Erforschung der gesellschaftlichen Veränderung im 18. Jahrhundert. Derzeit untersuchen Wissenschaftler ebenso die asiatischen und frühislamischen Bestände des Magazins. Daraus sollen im übernächsten Jahr weitere Ausstellungen erfolgen.

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