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„Krefelder Tafel“: Tafel hofft auf Patenschaften

„Krefelder Tafel“ : Tafel hofft auf Patenschaften

Die „Krefelder Tafel“ steht in den Tagen der Cornakrise vor besonderen Herausforderungen. Vorerst soll der Betrieb aufrechterhalten werden.

Die Folgen der Corona-Pandemie machen auch vor den Tafeln nicht halt. Viele Tafeln in Deutschland haben ihre Arbeit in den letzten Tagen eingestellt.
In einer internen Diskussionsrunde am letzten Montag hat die Tafel Krefeld beschlossen, die Arbeit bis auf weiteres fortzuführen. „Die Entscheidung war umstritten. Viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer fürchten mit Recht um ihre Gesundheit“, so der Vorsitzende der Tafel Krefeld Hansgeorg Rehbein.

An die Fortführung der Ausgabe von Lebensmitteln in den sechs Ausgabestellen und dem Mittagstisch in Herz Jesu sind strenge organisatorische Maßnahmen zur Einhaltung der erforderlichen Hygienevorschriften geknüpft. Der Kommunale Ordnungsdienst überwacht vor den Ausgabestellen die Einhaltung der Abstandsregeln und lässt die Tafelkunden nur einzeln in die Ausgaberäume. In den Ausgaberäumen tragen alle Tafelhelfer Mundschutz und Handschuhe, desinfizieren regelmäßig Hände und Gebrauchsgegenstände und halten selbstverständlich ebenfalls genügend große Abstände ein. Der Mittagstisch wird zurzeit beliefert von einem Krefelder Gastronomiebetrieb. Tafelmitarbeiter verpacken die Speisen und geben sie den Tafelgästen mit nach Hause.

Da viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafel selbst zur Risikogruppe zählen, hat sie die Tafelleitung gebeten, vorerst zu Hause zu bleiben. „Erfreulicherweise haben viele junge Leute ihre Unterstützung angeboten um die ausgefallenen Ehrenamtler zu ersetzen. Alleine die Jusos haben sich mit 15 Personen sofort bereit erklärt“, so der Tafelvorsitzende.

Besonders dankbar ist Hansgeorg Rehbein der Stadt, die den Kommunalen Ordnungsdienst zur Verfügung gestellt hat, bei der Beschaffung von Hygieneartikeln hilft und auch Ausweichräume zur Verfügung stellt. Auch mehrere kirchliche Gemeinden in Krefeld unterstützen die Tafel in dieser Zeit.

Ein Problem macht Rehbein jedoch große Sorgen: Da die Tafel aus hygienischen Gründen für die Zeit der Krise auf das Kassieren des Unkostenbeitrags von 1,- Euro pro Woche verzichtet, entgehen Ihr Woche für Woche Einnahmen in Höhe von 1.000,- Euro. Sie wendet sich daher um Hilfe an die Öffentlichkeit und bittet darum, für einen begrenzten Zeitraum z.B. Essens-Patenschaften (10,- Euro pro Woche) zu übernehmen (IBAN: DE75 3205 0000 0065 0385 56, Verwendungszweck „Essens-Patenschaft“).

„Es kann nicht sein, dass die Menschen, die es in unserer Gesellschaft am schwersten haben, unter der Krise am meisten leiden“, so Rehbein und ruft zu Solidarität auf.