1. Die Stadt

Sternsinger ziehen im Dienst armer Kinder

Wackere Kinder unterwegs : Sternsingen in Corona-Zeiten

Der 6. Januar ist der Dreikönigstag. In Erinnerung an die Heiligen Drei Könige ziehen in den Tagen vor und nach diesem Datum die Sternsinger von Tür zu Tür. Corona hat die Modalitäten vielfach verändert. Geblieben ist aber das Engagement von Kindern für arme Gleichaltrige in aller Welt.

Ein Recht auf Gesundheit sprechen die Vereinten Nationen allen Kindern zu. Dass dies in vielen Ländern der Welt graue Theorie bleibt, braucht man leider nicht auszuführen.

Aber da klingeln diese Woche am späten Nachmittag plötzlich drei Kinder an der Haustür. Es ist schon dunkel geworden. Durch das Glas der Tür sieht man einen hellen Lichtschein. Völlig klar: das sind die Sternsinger. Ihr diesjähriges Motto heißt „Gesund werden - gesund bleiben - ein Kinderrecht.“

Die Aktion Sternsinger mit jährlich wechselnden Motti ist die größte weltweit, in der sich Kinder für andere Kinder in der Welt engagieren. Träger sind das Kindermissionswerk und die Deutsche Katholische Jugend. Wobei die Kinder, die an die  Haustür kommen, heutzutage gar nicht mehr unbedingt katholisch sein müssen. Mitmachen kann inzwischen jedes Kind. Aussender und Organisator vor Ort sind aber die katholischen Gemeinden.

Die Kinder vor der Haustür, alle wohl im Grundschulalter oder knapp darüber, stimmen ein Lied an. Ihr Sternsingerlied. Verkleidet sind sie in morgenländischen Gewändern. Damit erinnern sie an die Heiligen Drei Könige, die laut der biblischen Überlieferung dem Stern folgten, der sie zum Jesuskind in der Krippe führte. Stets um den 6. Januar herum, dem Dreikönigstag, ziehen die Sternsinger los. Der Brauch war schon im Mittelalter bekannt. 1959 ist er in Deutschland wiederbelebt worden.

Doch dass die Kinder heute an die Haustür gekommen sind, ist ein Privileg. Denn trotz eines enormen Erfolgs der Aktion, die seit 1959 weit über eine Milliarde Euro für Kinderprojekte in der „Dritten Welt“ eingesammelt hat, fanden sich in den letzten Jahren immer weniger einsatzbereite Kinder (und Erwachsene als Begleitpersonal). Mancher Straßenzug in den Gemeinden blieb deshalb ohne Besuch. In manchen Gemeinden kommen die Sternsinger nur noch auf konkrete Anfrage. 

Corona hat das Problem verschärft. Die Kinder an der Haustür tragen korrekt Schutzmaske. Andere Gemeinden verzichten aber ganz auf den Haustür-Kontakt und platzieren die Sternsinger zu festgesetzten Zeiten ans Kirchenportal oder am Marktplatz.  Das Bistum Aachen hat ein Online-Portal eingerichtet. Dort kann man das Lied der Sternsinger abhören und online eine Spende einzahlen. 

Dabei ist die Spendenbüchse, die nun auch die Kids an der Haustür nach Beendigung ihres Liedes dem Hauswirt hinhalten, nicht unbedingt der Kern ihres freundlichen Besuchs. Vielmehr hinterlassen sie einen Segen für die Bewohner des Hauses. „Christus segne dieses Haus“ bedeutet der lateinische Spruch christus mansionem benedicat, den der größte der Kinder nun mit Kreide in den abkürzenden Buchstaben C,M,B an die Haustür schreibt. Wahlweise kann man sich den Spruch auch als fertigen Folienschriftzug ankleben lassen.

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Damit ist die Mission der Sternsinger beendet. Doch bevor sie weiterziehen, greift der dankbare Hauswirt noch hinter sich und holt für jeden eine kleine Tafel Schokolade hervor. Die begleitende Dame, die sich bisher diskret im Hintergrund gehalten hat, hält ein Jutesäckchen hin, gefüllt mit Schokolade. Offensichtlich ist die Anerkennung für den Dienst der engagierten Kinder nach wie vor groß - und sie soll auch spürbar durch den Magen gehen.