: Start in den Öko-Herbst

: Start in den Öko-Herbst

Was läuft eigentlich im Krefelder Umweltzentrum während der Sommerferien? Im Gespräch mit dem StadtSpiegel gibt Leiterin Jana Reddig Einblicke hinter die Kulissen der beliebten Einrichtung und Ausblicke auf die Vorbereitung zum kommenden Schuljahr.

Immer wieder erhält Jana Reddig merkwürdige Anrufe: „Manche Anrufer fragen nach Tipps für ihren Garten oder die richtige Entsorgung ihres Mülls“, lacht die Leiterin des Krefelder Umweltzentrums. Einmal sogar wurde sich über eines Nachbarn Katze beschwert, die im eigenen Garten wilderte. Dafür ist die Einrichtung am Fuß des Hülser Bergs nun wahrlich nicht zuständig. Hier sammeln jedes Jahr unzählige Kinder und Jugendliche aus den Krefelder Schulen wertvolles Wissen über die Natur und den Umweltschutz. „Aber wenn wir den Anrufern einen Tipp geben können, tun wir es gerne“, sagt die studierte Entsorgungsingenieurin nachsichtig, „ansonsten verweisen wir an die zuständigen Fachbereiche in der Stadtverwaltung.“

Mit seinen schulpädagogischen Aufgaben ist das Umweltzentrum voll ausgelastet. Die Nachfrage der Schulen nach Workshops ist so groß, dass Kindergärten nur noch in Ausnahmefällen Berücksichtigung finden. „Die Terminvergaben haben wir bereits vor den Sommerferien vorgenommen“, erklärt Jana Reddig. Damit sich die Schulklassen einrichten können. Der nächste Anmeldetermin ist wieder im September. „Wir sind in Trimester eingeteilt“, erläutert Reddig, „im September geht es um Termine für die Wintermonate.“

Um alle Kinder und Jugendlichen auch kompetent betreuen zu können, hat das Land NRW zwei neue Lehrkräfte bewilligt. Die beiden Lehrer für Biologie/Chemie und Mathe/Physik stoßen im neuen Schuljahr zum Team am Talring. Sie werden an den Vormittagen mit den Schülern arbeiten.

Der Förderverein des Umweltzentrums finanziert zudem noch sieben Honorarkräfte; Biologen, Keramikkünstler und Fotografen sind darunter. Damit decken sie die breite Palette von Aktivitäten ab, die im Umweltzentrum möglich sind.

„Jetzt im August haben auch vier neue FÖJ-ler angefangen“, ergänzt Jana Reddig. Die Absolventen des Freiwilligen Ökologischen Jahres machen sich derzeit mit ihren Aufgaben vertraut. So hat der Umweltfachbereich der Stadt Krefeld schon ein Insektenhotel in Auftrag gegeben, an dem die FÖJ-ler Jasper und Etienne (beide 19 Jahre) fleißig basteln. Nach dem Start des neuen Schuljahres wirken die FÖJ-ler auch bei der Betreuung der Schulprojekte mit.

Die konzentrierten Ausblicke aufs neue Schuljahr bedeuten nicht, dass jetzt während der Sommerferien am Talring „tote Hose“ wäre. „Wir haben zwei- bis dreimal pro Woche Kinder aus dem Ganztag hier“, blickt Jana Reddig auf den Belegungsplan. Auch Vereine und Jugendfreizeitheime nutzen die Atempause, um ihren jugendlichen Mitgliedern und Besuchern spannende Workshops rund um das Thema Natur anzubieten. Und was könnte in Zeiten von Klimawandel und „Fridays for future“ wichtiger sein?

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