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Digitaler Schulgipfel in Krefeld : Stadtdirektor Schön: „Schulen brauchen eigenen Gestaltungsraum“

Digitaler Schulgipfel in Krefeld : Stadtdirektor Schön: „Schulen brauchen eigenen Gestaltungsraum“

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen auch an den Krefelder Schulen haben sich Vertreter der Krefelder Stadtverwaltung jetzt in einer digitalen Videokonferenz mit den Sprechern der Krefelder Schulformen, den Regionalkoordinatoren der Schulaufsicht sowie Vertretern der Gewerkschaften ausgetauscht.

Es ging um die aktuelle Situation an den Krefelder Schulen und die Frage, wie in Zukunft bei womöglich weiter steigenden Corona-Fallzahlen reagiert werden muss. Für die Stadtverwaltung nahmen Stadtdirektor Markus Schön, Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen, Jürgen Maas als Leiter des Fachbereichs Schule und Rachid Jaghou als Leiter des Zentralen Gebäudemanagements teil.

„Dieser Austausch war gut und hilfreich“, bilanzierte Stadtdirektor Markus Schön im Nachgang der Digitalkonferenz, die jetzt wöchentlich stattfinden soll. Er habe deutlich den Wunsch vernommen, dass die Schulen eine flexible Unterrichtsgestaltung wünschen. Die Bedarfe seien dabei unterschiedlich, wie die Reaktionen der Schulen ergeben hätten. Für die jüngeren Jahrgangsstufen, insbesondere im Primarbereich, sei eine Sicherstellung der Betreuung das wichtigste Ziel. Generell bräuchten die Schulen aber einen größeren eigenen Gestaltungsfreiraum bei der Entwicklung von angepassten Unterrichtsmodellen mit mehr organisatorischer und pädagogischer Freiheit, sagte Markus Schön mit Blick auf die Landesvorgaben in Nordrhein-Westfalen.

Die aktuelle Pandemie-Lage bezeichnet Krefelds Gesundheits-Dezernentin Sabine Lauxen als zwar „angespannt“ – sie sei aber noch nicht so dynamisch wie in einigen anderen Städten, da es in Krefeld weiterhin keine Hot Spots und keine Superspreader gebe. Dies gelte auch für die Schulen. In der Stadtverwaltung wird gleichwohl jetzt beim Fachbereich Gesundheit ein Team eingerichtet, das speziell für die Fälle in Schulen eingesetzt werden kann und dessen Kontaktdaten in den Schulen bekannt sind. Vereinbart wurde, dass Schulen bei Sonderlagen im Anschluss an Corona-Meldungen in Eigenverantwortung entscheiden können, welche Schüler nach Hause geschickt werden. Im Zweifel, so wurde beim Corona-Krisengipfel festgelegt, sollten die Schulleitungen hier restriktiver vorgehen. Die Schulen organisieren auch die Notbetreuung für jene Schüler, die nicht in Absonderung oder Quarantäne sind.

Baulich ist der große Teil der Krefelder Schulen so eingerichtet, dass die Fenster für das dringend notwendige Lüften genutzt werden können. Das städtische Zentrale Gebäudemanagement arbeitet derzeit an Lösungen für Fälle, bei denen dies noch nicht möglich ist. Für die Schulen sollen außerdem nun schnellstmöglich CO2-Testgeräte beschafft werden. Eine flächendeckende Ausstattung wird hier nach Auffassung der Verwaltung nicht erreicht werden können. Es soll aber eine ausreichende Menge beschafft werden, um Schüler und Lehrkräfte für die

Notwendigkeit von stetiger Lüftung zu sensibilisieren. Für bestimmte Besprechungssituationen an Schulen sollen außerdem weitere Plexiglasscheiben angeschafft werden, mit denen die Schulen ausgestattet werden. Der Fachbereich Schule wird auch die Beschaffung von FFP-2-Masken für die Lehrkräfte in Krefeld prüfen.

Der Corona-Krisenstab in Krefeld wird sich jetzt nach dem „Corona-Schulgipfel“ mit der Frage beschäftigen, ob er die Empfehlung einer generellen Maskenpflicht auch an Grundschulen bis zunächst 30. November aufnimmt. In der Runde von Stadtverwaltung, Schulformsprechern, Schulaufsicht und Gewerkschaft wurde der Vorschlag erarbeitet, dass eine Maske auch an Grundschulen in Krefeld „dringend empfohlen“ werde solle. Dies wird jetzt im Corona-Krisenstab in Krefeld besprochen, der am Freitag tagt.

In der digitalen Konferenz wurde außerdem der Verzicht auf Schulsport in Krefeld im November thematisiert. Diesen hat Krefeld in Ergänzung zu Landesregelungen veranlasst. Alternativ sind allerdings, darauf wurde beim Schulgipfel hingewiesen, Bewegungsangebote im Freien nach eigenem Ermessen der Schulen möglich. Einige Schulen bieten solche Angebote schon an, machen mit den Schülern etwa Wanderungen oder Spaziergänge anstelle von Sportunterricht. Auch hier, so betonten alle Vertreter der Konferenz, seien allerdings Abstandsregeln dringend einzuhalten, Umkleidekabinen sollten nicht genutzt werden. Eine Schließung der Sporthallen über den November hinaus, darauf machten die Schulvertreter aufmerksam, könnte die Abiturprüfungen im Fach Sport gefährden. Der prüfungsrelevante Schulsport soll deshalb für die Zeit ab Dezember 2020 gegebenenfalls neu bewertet werden.

Vereinbart wurde außerdem die Empfehlung an den Krisenstab, dass der herkunftssprachliche Unterricht im November übergangsweise ausgesetzt wird. Für diesen Unterricht kommen Schüler unterschiedlicher Schulen zusammen – die Gefahr einer weiteren Verbreitung des Virus droht somit. Die Prüfung im herkunftssprachlichen Unterricht dient bei manchen Schülern als Kompensation für eine zweite Fremdsprache. Auch hier soll sichergestellt werden, dass die Schüler dennoch alle Abschlüsse erreichen können.