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Systemumstellung im Gesundheitsamt verhindert tagesaktuelle Zahlen: Stadt plant Testzentrum auf dem Sprödentalplatz - Schulgipfel am Mittwoch

Systemumstellung im Gesundheitsamt verhindert tagesaktuelle Zahlen : Stadt plant Testzentrum auf dem Sprödentalplatz - Schulgipfel am Mittwoch

Der Anstieg der Coronazahlen sei „mit voller Wucht in Krefeld angekommen“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer am Dienstag im Rathaus. „Die Inzidenzzahlen machen uns große Sorgen. Zumal es keine Hotspots gibt, es ist dezentral verteilt.“ Dies mache die Bekämpfung ungleich schwerer.

Dass es derzeit bei der Übermittlung der tagesaktuellen Zahlen hakt, liegt übrigens an der Umstellung auf ein neues, weitverbeitetes IT-System, welches dem Gesundheitsamt nicht nur während der Corona-Pandemie die Arbeit erleichtern und Zeit einsparen soll. Die Umstellung läuft. „Die Kontaktermittlung und die Betreuung der positiv getesten Personen laufen aber ganz regulär weiter“, betont Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen und ergänzt: „Natürlich sind die Zahlen ein Indikator, aber für die Menschen, die von Corona betroffen sind, sind sie letztlich irrelevant.“ Man bemühe sich aber, die aktuellen Zahlen schnellstmöglich zu veröffentlichen.

Die Verwaltungsspitze hat nun beschlossen, dass auf dem Sprödentalplatz ein zweites Diagnosezentrum (für PCR-Tests) oder aber ein Zentrum für Schnelltests eröffnet werden soll, wenn der Bedarf notwendig wird. „Wir können das auf Abruf einrichten“, sagt die Gesundheitsdezernentin. Später, wenn ein Impfstoff entwickelt bereitstehe, könnten dort auch Impfungen durchgeführt werden, erläutert Lauxen. Sie berichtet zudem, dass mittlerweile 20 Mitarbeiter der Stadtverwaltung im personell gebeutelten Gesundheitsamt eingearbeitet wurden. Sie sollen dabei helfen, die Nachverfolgung der Kontakte sicherzustellen. Weitere personelle Maßnahmen seien in Planung.

Stadtdirektor Markus Schön zeigt sich „überrascht und betroffen“, wie stark die Schulen in Krefeld betroffen sind. Aus diesem Grund wird es am Mittwoch einen „Krefelder Schulgipfel“ geben. Dabei soll unter anderem über die Verhaltesregeln und Unterreichtskonzepte (halbierte Klassen etc.) gesprochen werden. Dass der Schulsport ausgesetzt wird, sei „eine richtige Entscheidung“, so Schön. Auch über eine Maskenpflicht in Grundschulen soll beraten werden. Die technische Ausrüstung der Schulen und Klassenräum mit Luftfilteranlagen soll ebenfalls diskutiert werden.

Unsere Redaktion wollte vom Oberbürgermeister wissen, wieso der Kommunale Ordungsdienst bei Verstößen gegen die Maskenpflicht nur in Ausnahmen Bußgelder verhängt. „Es geht ja nicht darum, dass wir den städtischen Haushalt auffüllen wollen“, so Meyer. Man wolle zunächst weiter an die Einsicht der Bürger appellieren.