1. Die Stadt

Registrierungspflicht: Stadt bekommt Überblick über Prostituierte

Registrierungspflicht : Stadt bekommt Überblick über Prostituierte

Ein neues Gesetz schreibt vor, dass sich Prostituierte an ihrem "Arbeitsort" amtlich registrieren lassen müssen. 69 Frauen und zwei Männer kamen dem in Krefeld bislang nach. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher sein.

Durch das neue "Prostituiertenschutzgesetz" erhält die Stadt erstmals einen detaillierten Einblick in die Situation der "Sexarbeiter/innen". Die Registrierung bei der Stadt und eine gesundheitliche Beratung sind nun verpflichtend.

"Anonyme", unkontrollierte Schwarzarbeit in dem Bereich wird so erheblich erschwert - und die Betroffenen bekommen Hilfsangebote.

Im Ordnungsausschuss ging es um die Auswirkungen des Gesetzes. Die Polizei schätzt, dass es in Krefeld rund 120 Prostituierte gibt. Gemeldet haben sich bislang 71.

Zur Höhe der "Dunkelziffer" konnte Georg Lieser, Fachbereichsleiter Ordnung, noch nichts sagen. Es sei auch möglich, dass Prostituierte zeitweise in Krefeld arbeiten und in einer anderen Stadt registriert seien.

Die Stadt hatte zunächst angenommen, dass für die Beratungen Dolmetscher notwendig seien. Schließlich sind unter den Registrierten 30 Rumäninnen, daneben Bulgarinnen, Spanierinnen, Jamaikaner- und Thailänderinnen.

Doch dann stellte sich heraus, dass sich die bei der Stadt erschienenen Frauen alle auf Deutsch verständlich machen konnten. Inzwischen hat die Stadt Merkblätter für die Prostituierten in diversen Sprachen vorrätig, sogar auf thailändisch.

Bordellbetriebe müssen ihren Betrieb nun bei der Stadt genehmigen lassen. Zwei Anmeldungen liegen den Behörden vor. "Die Prüfungen der vorliegenden Anträge sind noch nicht abgeschlossen", heißt es von der Stadt.

Thema Verdrängung

Die Grünen fragten für die nächste Sitzung nach, ob es durch die Erweiterung des Sperrbezirks in den Raum Ritter/Neue Ritterstraße zu einer Verdrängung der Straßenprostitution in benachbarte Bereiche gekommen ist.

(jps)