St. Töniser Werbering spricht von Denkzettel

St. Töniser Werbering spricht von Denkzettel

Der Werbering fühlt sich nach der Absage des "Adventszaubers" falsch dargestellt und durch sehr hohe Auflagen in der Organisation gegängelt. Die Verwaltung beruft sich allein auf ihr Vorgaben, ohne auf die Organisatoren zuzugehen.

Für beide Seiten und vor allem die Bürger eine unbefriedigende Situation

Das Tischtuch sei nicht zerschnitten, wie Uli Peeren aus dem Vorstand des Werberings betonte. "Aber einige Dinge sind falsch wiedergegeben worden. Wir wurden als Deppen dargestellt, die nicht mal Fristen einhalten und Pläne einbringen können. Das war und ist so nicht in Ordnung und stimmt auch nicht", betont Werbering-Vorsitzender Stefan Robben. Und immer wieder ist das Thema des nicht vorhandenen Sanitätsdienstes präsent.

"Es gab seit 2017 einen Rahmenvertrag mit dem DRK für unsere Veranstaltungen, in dem die Anzahl der Sanitätsdienstmitarbeiter festgehalten ist. Im Vorfeld jeder Veranstaltung müssen wir dann jeweils eine gesonderte Anfrage stellen. Eigentlich acht Wochen vorher, das war zuletzt erst vier bis sechs Wochen vorher geschehen. Das ist unser Fehler", erläutert Robben.

Höhere Auflagen als in anderen Städten

Doch von der Stadtverwaltung hätte er sich mehr Fingerspitzengefühl erhofft. "Bei allen anderen Veranstaltungen hat es auch geklappt. Dort war sogar weniger Sanitätsdienst vor Ort, als gefordert. Und sie wurden trotzdem genehmigt. Plötzlich war dann alles nicht mehr richtig", erklärt Robben, der sich ebenso über neue Sicherheitsauflagen wie Feuerwehrzonen wunderte.

"Wir sind hier immer noch in St. Tönis, nicht in einer Großstadt. Wir sind doch auch keine Profis in Sachen Sicherheitskonzepte etc., da müsste man uns vielleicht auch ein Stück weit an die Hand nehmen. Vor allem wenn solch hohe Anforderungen gestellt werden", so Robben. Auch die zugrunde gelegte Marktfläche sorgt bei den Einzelhändlern für Fragezeichen, da Sicherheitskonzepte nach dem "Maurerprinzip" aus drei Parametern (Zahl der Besucher, Fläche und Veranstaltungsart) angefertigt werden.

"Da wurden zuletzt 7500 Quadratmeter angegeben, die natürlich mehr Personal erfordern als maximal 4000 Quadratmeter, die es unserer Meinung nach sind. Nur hat uns keiner erklärt, wie diese zustande kommen. Dabei fallen zum Beispiel Krefelder Straße und Ringstraße weg."

"So machen wir uns doch selbst kaputt"

Als Vergleich: Für den Weihnachtsmarkt in Kempen sei weniger Sanitätspersonal notwendig, obwohl der Markt drei- bis viermal so groß sei. "Wir hatten das Gefühl, dass es jetzt nur ums Prinzip geht, es wirkte wie ein Denkzettel. Aber das ist nicht zielführend. So machen wir uns selbst kaputt und fördern nur, dass die Leute irgendwo anders hingehen", meint Peeren.

"Das sind ja keine Feste für den Werbering, sondern für die Bürger. Und wir wollen und brauchen diese Veranstaltungen für eine lebendige Innenstadt, das sollte auch im Interesse der Stadt sein", fügt Robben hinzu, der nun auf die Stadt zugehen will.

INFO: Es ist im Gespräch für Freitag, 21. Dezember einen verlängerten Einkaufsabend (bis 21 Uhr) mit Glühwein etc. zu organisieren. Genauere Informationen sollen folgen.

Übrigens: Auf den Werbering kommen hohe Kosten zu. Denn er hatte in den letzten Jahren von den Einnahmen das Auf- und Abhängen der Weihnachtsbeleuchtung bezahlt (4000 Euro). Auch der vom Werbering beauftragte Marktbetreiber will ihn jetzt auf Schadensersatz (4000 Euro plus Mehrwertsteuer) verklagen.

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