Seniorenbeirat Krefeld empfiehlt Notfalldose

2500 Notfalldosen kostenlos : Lebensretter im Kühlschrank

Der Seniorenbeirat startet eine Initiative, die im Notfall Leben retten kann. Jeder kann auf einfache Weise die Notärzte entscheidend unterstützen.

„Das ist ein konkretes Stück Lebensrettung“, ermuntert Krefelds Gesundheitsdezernent Thomas Visser vor allem Senioren, sich eine „Notfalldose“ zuzulegen.

In dieser Dose sind alle Angaben zu Medikamenten, Erkrankungen, Operationen und erreichbaren Angehörigen enthalten.

„Diese Informationen erleichtern den Notärzten ihre Arbeit vor Ort“, mahnt Dr. André Wiegratz, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Krefeld.

Man kennt die Situation: Ein Alleinstehender ruft bei einem plötzlichen Anfall oder Unfall in der Wohnung den Notarzt. Vor Aufregung aber kann er keine präzisen Angaben über Vorerkrankungen oder Medikamente machen. Zuweilen ist der Patient auch bewusstlos, wenn die Notärzte eintreffen. Angehörige, falls vorhanden, sind vielfach ebenfalls „durcheinander“.

Deshalb hat der Krefelder Seniorenbeirat nun eine praktische Initiative ergriffen. „Wir haben mit Hilfe von Spendern 2500 Notfalldosen angeschafft“, erklärt Jochen Hochkamer, Vorsitzender des Seniorenbeirats.

Diese Dosen enthalten Formulare, die die Senioren zuvor ausgefüllt haben. Die Dosen selbst sollen dann in den Kühlschrank gestellt werden. Warum? Weil die Notärzte sie dort auf einen Griff zur Hand haben, ohne lange in Schubladen suchen zu müssen. Aufkleber signalisieren ihnen, dass eine Notfalldose im Kühlschrank vorhanden ist.

Hochkamer: „Die 2500 Dosen geben wir kostenlos ab“. Sie sind erhältlich beim Seniorenbeirat selbst (Tel.02151/86 31 20), beim Paritätischen Wohlfahrtsverband (Tel.: 02151/ 96 190 20) sowie mehreren Seniorenvereinigungen in der Stadt wie z.B. „Em Cavenn“ an der Albert Steeger-Straße 27 oder „Feierabend“ an der Sternstraße 61 oder „Im Konvent“ an der Konventstraße 7.

Weitere Notfalldosen können auch über Apotheken und den Handel bezogen werden. Dort sind sie allerdings kostenpflichtig.

Die Notfalldose eignet sich natürlich auch für den Urlaub. Wer im Hotel einen Herz- oder Schlaganfall erleidet, kann dem dortigen Notfallarzt durch die präzisen Angaben in der Dose wertvolle, vielleicht lebensrettende Unterstützung leisten.

„Mit unserer Initiative setzen wir einen Impuls“, hofft Jochen Hochkamer auf möglichst viele Nutzer, Nachahmer und Spender. Denn auch wenn das kostenlose Kontingent vergriffen sein wird, sollte die „Versorgung“ mit Notfalldosen weiter verfolgt werden.

Dr. André Wiegratz: „Die Notfalldose ist nicht nur für Senioren relevant, auch jüngere Leute können in Notsituationen geraten.“

Den Anstoß zur Verteilung der Notfalldose gab der Landesseniorenbeirat. Das Land NRW fördert die Initiative.

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