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Coronakrise in Krefeld: Schulbeginn wird entzerrt - SWK erhöhen Taktung

Coronakrise in Krefeld : Schulbeginn wird entzerrt - SWK erhöhen Taktung

Wenn es in der Corona-Krise mit ihren fatalen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft auch positive Aspekte gibt, dann mit Sicherheit diesen: Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und den einzelnen Bereichen der städtischen Verwaltung verstärkt sich weiter allein durch die täglichen Krisensitzungen und die vielfältigen Kontakte auf Arbeitsebene.

Laut Oberbürgermeister Frank Meyer, der den Krisenstab leitet, gehört dies zu „guten Dingen, die Corona hervorbringt“. Zu den schlechten hingegen zählt die potenzielle Belastung der Kliniken durch schwer erkrankte Corona-Patienten: „Trotz der Öffnung und Lockerung ist die Lage nicht unkritisch, und wir müssen sehr aufpassen, dass wir nicht zu einer signifikanten Steigerung der Infektionen kommen. Dieser Situation müssen wir durch Prävention weiter entgegenwirken“, erklärt Frank Meyer.

„Wir müssen sehr genau im Auge behalten, wie die Problemlage sich entwickelt. Sonst wären wir sehr schnell bei einer starken Inanspruchnahme der Kliniken und einer entsprechend hohen Zahl von Todesfällen“, bekräftigt Stadtdirektorin Beate Zielke. Diese Gefahr sei umso mehr vorhanden, weil auch die Krankenhäuser zunehmend „in den Normalbetrieb“ gingen: Operationen fänden wieder statt, Betten seien durch herkömmliche Patienten belegt.

Trotz der Lockerungen ist die Lage im öffentlichen Raum „weiterhin sehr unaufgeregt“, wie Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian berichtet. Am Montag gab es zwar 114 Ansprachen durch den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD), aber nur fünf Platzverweise und kein einziges Bußgeldverfahren. Auch im Einzelhandel wurden keine Verstöße gegen die gelockerten Regelungen festgestellt. Der KOD kontrolliert in den Geschäften sowohl auf Ladengröße und Sortiment als auch auf die Einhaltung der Hygienevorschriften und die Anzahl der Kunden. „Der Start für Krefeld war gut. Nun bleibt abzuwarten, ob die vernünftige Haltung der Bevölkerung weiterhin gelebt wird“, sagt Cyprian. Die Zahl der im KOD tätigen Kollegen sei inzwischen von 23 auf 41 erhöht worden. 18 Kollegen aus der sonstigen Verwaltung hätten sich bereit erklärt, den KOD in den aktuellen Krisenzeiten zu unterstützen.

Auch die Vorbereitungen für die Rückkehr von 5400 Schülern in ihre Schulen sind weitgehend abgeschlossen. Schon am Wochenende war anhand der Schoko-Tickets eine Prognose erstellt worden, wie viele Schüler ab Donnerstag den öffentlichen Nahverkehr nutzen könnten. Eine zeitliche Entzerrung des Schulbeginns an den vermutlichen „Hot Spots“ im Westen der Stadt (Kaufmannsschule, Vera Beckers, Horkesgath) und in Uerdingen (Gesamtschule, Berufsschule, Fabritianum, Gymnasium am Stadtpark) wurde mit den Schulleitern besprochen. „Darüber hinaus empfehlen wir den Schülerinnen und Schülern die Nutzung anderer Verkehrsmittel“, sagt Jürgen Maas, Leiter des Fachbereichs Schule.

Nichtsdestotrotz ist die SWK Mobil auf steigende Fahrgastzahlen vorbereitet. Die Straßenbahnlinien sollen daher ab sechs Uhr morgens wieder in einem Viertelstundentakt fahren, zudem gilt ab nächste Woche der Fahrplan für schulfreie Tage – eine Verstärkung gegenüber dem bisher geltenden Wochenend-Fahrplan. Darüber hinaus will die SWK Mobil laut Geschäftsführer Guido Stilling Verkehrsmeister als Aufsichten vor Ort einsetzen und bei punktuell erhöhter Nachfrage flexibel zusätzliche Busse bereitstellen. „Wir bitten unsere Fahrgäste außerdem darum, Mund- und Nasenschutz zu tragen. Ab nächste Woche halten wir dafür im Kundencenter hochwertige Schutzmasken aus Baumwolle bereit, die wir zum subventionierten Preis von zwei Euro pro Stück abgeben. Diese Masken sind waschbar und wiederverwertbar. Darüber hinaus werden Griffflächen in unseren Fahrzeugen ab sofort während des laufenden Betriebs mit Laugenwasser gereinigt“, erklärt Guido Stilling.