Schülerzeitung an einer Krefelder Grundschule

Unsere jüngsten Kollegen : Zeitung für Kinder von Kindern

Der Extra-Tipp besuchte die jüngsten Kollegen der Stadt in ihrer Zeitungsredaktion - und staunte nicht schlecht.

Verdrängt das Internet die klassische Zeitung auf Papier? Das ist nicht zuletzt eine Frage der Medienerziehung. Und diese beginnt früh.

An jedem Donnerstagnachmittag tritt im Computerraum der Grundschule Krähenfeld an Horkesgath eine Redaktion aus Dritt- und Viertklässlern zusammen. Unter Anleitung zweier Erzieherinnen schreiben sie Artikel für ihre eigene Schülerzeitung, die Laubfrosch-News.

„Vor drei Jahren haben wir mit der AG begonnen“, erklärt Erzieherin Gudrun Klauth, „mittlerweile erstellen wir bereits die fünfte Ausgabe.“

„Wir“ - das waren bis Ende des Schuljahrs sieben Kinder. Ein Teil geht nun ab in eine weiterführende Schule. Dafür drängen nach den Ferien jüngere Schüler aus den unteren Klassen nach. Nachwuchssorgen gibt es keine.

Denn die Kinder sind mit Begeisterung bei der Sache. Alle Unkenrufe, „die Jugend“ würde nicht mehr lesen wollen, zerschellen an dieser Begeisterung für das Medium Zeitung. „Zu Hause schreibe ich für mich meine eigene Zeitung“, sagt Schülerin Alicée sogar. Auch Aurora bringt eigene Erfahrung mit: „Ich schreibe Geschichten für meine Schwester.“

Das Projekt Schülerzeitung ist für die Kinder mit einem Mehrwert an Wertschätzung verbunden: Sie sind stolz auf ihren elegant gestalteten Presseausweis, der sie als Mitglied der Schulredaktion ausweist. An den modernen Computerarbeitsplätzen dürfen sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Somit besteht jede Zeitungsausgabe aus einem bunten Mix von persönlichen Beiträgen:

Da stehen kleine Interviews neben Inhaltsangaben von Kinderbüchern, Freundschaftstipps neben Kochhinweisen, Ergebnisse von Malwettbewerben neben Erlebnisberichten von Ausflügen. Was Grundschüler eben interessiert und angeht.

Und das ist mehr, als wir Erwachsenen oft meinen. „Die vielen Abfälle im Meer“, beklagt Olivia empört. „Die Bienen sind vom Aussterben bedroht“ und „Das Klima wandelt sich“ lauten weitere Antworten der Kinder auf die Frage des Besuchers, was sie so bewegt. Ganz schön pfiffig für das Alter.

Man merkt, dass die Kids nicht nur Zeitung machen: „Zu Hause lese ich auch die Zeitung“, bekräftigt ein Mädchen. Sehr erfreulich.

Doch zurück zur Schülerzeitung: Alles ist authentisch formuliert in altersgerechter Sprache. Zum pädagogischen Konzept der Erzieherinnen gehört es, die Kinder ohne Belastung durch erwachsene Korrektoren freiweg schreiben zu lassen. Dieses Konzept erfährt aber auch Kritik aus der Lehrerschaft. Denn die Rechtschreibfehler in den Texten bleiben in der Druckfassung unbeirrt stehen.

Die Schülerzeitungs-AG ist kein direktes Projekt der Schule, sondern des offenen Ganztages. Dieser wird vom Kinderschutzbund Krefeld ausgerichtet. Der Kinderschutzbund hatte auch die erste Ausgabe der Schülerzeitung gesponsert. Und unterstützt mit diesem Projekt nicht nur die Entfaltung der Kinder, sondern auch die Zukunft des Kulturguts Zeitung. - - In eigener Sache: Danke.

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