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Sammlungssatelliten im Kaiser-Wilhelm-Museum Krefeld mit Werken von Gerhard Richter

KWM öffnet Depot : Raritäten ans Tageslicht

Mehr als 18.000 wertvolle Kunstwerke ruhen still im Depot des Kaiser-Wilhelm-Museums. Constanze Zawadzky holt nun einige Highlights ans Tageslicht. Darunter sind berühmte Namen.

Abiturienten, die sich im Fach Kunst prüfen lassen wollen (müssen), bekommen im Kaiser-Wilhelm-Museum authentischen Anschauungsunterricht. Denn ihr Thema ist dieses Jahr Gerhard Richter, der derzeit berühmteste und zugleich teuerste deutsche Künstler. „Wir stellen in einem Saal Werke von Richter und seinem Künstlerfreund Sigmar Polke aus“, macht Constanze Zawadzky Appetit auf einen Besuch im Kaiser-Wilhelm-Museum.

Die wissenschaftliche Assistentin des Museums hat eine Ausstellung in der Reihe „Sammlungssatellit“ zusammen gestellt, die in den Sälen der zweiten Etage herausragende Werke aus dem Besitz des Museums zeigt.

Darunter eben auch vier Arbeiten von Gerhard Richter. Ein Druck zeigt das verschwommene Gesicht des chinesischen Staatsgründers Mao. Die bewusste Unschärfe ist ein Markenzeichen Richters. Für ein großes quadratisches Gemälde hat Richter 1024 verschiedene Farben gemischt und sie in kleineren Quadraten neben- und untereinander aufgetragen. „Die Vorstellungen, zu denen die Reihen und Diagonalen inspirieren, entstehen im Kopf des Betrachters“, ermuntert Constanze Zawadzky zur fantasiereichen Auseinandersetzung mit dem Gemälde.

Dazu laden aber auch andere Werke ein: Thomas Struth, bekannter Künstler der Düsseldorfer Fotoschule, hat Familien fotografiert. Dabei durften sich die Familienmitglieder stellen oder setzen, wie sie wollten. „Dadurch zeigen die Fotografien Dynamiken und Hierarchien innerhalb der Familien auf“, deutet die Kuratorin die großflächigen Bilder.

Der amerikanische Künstler Richard Allen Morris ließ sich von Comics, Popart und abstraktem Expressionismus inspirieren. Ein Bild zeigt eine eingedrückte Pistole. Es scheint, als müsse sich das Motiv in das Format des Rahmens einfügen.

Die Ausstellung präsentiert ganz unterschiedliche Formen: Gemälde, Zeichnungen, Installationen, Videofilm und Fotos. Ein bunter Querschnitt durch Krefelds Kunstschätze, die man meist nicht zu sehen bekommt.

Die Schau läuft bis zum 15. September zu den Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags 11 - 17 Uhr.