1. Die Stadt

Projekt Casa Krefeld

Kinderbetreuung in der Innenstadt : Kinderlachen ersetzt Trostlosigkeit

„Casa Krefeld“, so heißt ein Pilotprojekt in der Innenstadt: Ein leerstehendes Ladenlokal wurde in eine Kinderbetreuung umgewandelt. Dafür mussten viele Akteure Hand in Hand arbeiten.

„Der Einsatz hat sich gelohnt!“, sagt Stadtdirektor Markus Schön beim Ortstermin mit Blick auf die fröhliche Rasselbande, die sich um einen großen Tisch versammelt hat und eifrig mit den Malstiften hantiert. Fröhliches Kinderlachen ist schon seit Januar aus dem lange leerstehenden Ladenlokal auf der Breite Straße 80 zu hören: 15 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren werden hier montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr betreut, während sich ihre alleinerziehenden Elternteile – meist Mütter – bei der Volkshochschule zu Fachkräften im Pflegebereich (z.B. Alltagshelferin für Senioren) oder zur Kinderpflegerin ausbilden lassen. Um dies zu ermöglichen, mussten viele Akteure Hand in Hand zusammenarbeiten: Bettina und Jörg Weitzel stellten als Eigentümer ihre Räumlichkeiten auf der Breite Straße dauerhaft für die Kinderbetreuung zur Verfügung. Die Stadt Krefeld – hier insbesondere das Jugendamt – begleitete das Projekt mit Expertise, und der Sozialdienst katholische Frauen übernahm die Trägerschaft. Nicht zuletzt entscheidend für den Erfolg des Projektes war die Unterstützung durch den Rotary-Club Krefeld, der dank einer Spende in Höhe von 5000 Euro die Finanzierung der Inneneinrichtung und einer reichhaltigen Ausstattung mit Lernhilfen und Spielzeug sicherte. Hinzu kam eine anonyme Einzelspende von 30.000 Euro, da die NRW-Landesförderung nicht die kompletten Personalkosten abgedeckt hätte.

Markus Schön: „Es ist ein tolles Projekt gerade für die Krefelder Innenstadt. Hier ist mustergültig zu sehen, wie Leerstand durch eine soziale oder kulturelle Nutzung beseitigt werden kann. Wir hoffen, dass dies weitere Hausbesitzer zur Nachahmung anregt.“ Und Dr. Inge Röhnelt, Leiterin der Krefelder Volkshochschule, ergänzt: „Von den neun Müttern, deren Kinder im ersten Halbjahr 2020 hier betreut wurden, wurden schon sechs als Alltagshelferinnen an verschiedene Seniorenheime vermittelt. Jetzt sind wir auf der Suche nach weiteren Räumen, die sich für Kinderbetreuung oder auch für unsere Integrationskurse eignen würden.“